Der einzige Zeuge - Mein Traum vom 13. auf 14. 10.2010
Verfasst: 16.10.2010, 12:38
Dies ist ein relativ aktueller Traum (2 Nächte her), den ich nun hier hineinstellen möchte. Ich habe fast jede Nacht bewußte Träume, die ich aufschreibe. Dieser Traum aber war ein ganz prägnanter Traum, den ich selbst erst einmal über mehrere Meditationen verarbeiten mußte, bevor ich ihn jetzt hier einstellen kann. Es ist eigentlich "relativ" konkret, dennoch interessieren mich Meinung und/oder Deutungen jeglicher Art. Ich halte mich auch an die Vorschläge und Angaben, die zur Verbesserung der Deutung beitragen sollen.
1. Angaben zur Person
- Alter: 43 3/4 Jahre alt
- Geschlecht: weiblich
2. Angaben zum Vortag & der momentanen Lebenssituation
- "Welche Erlebnisse, Gefühle und Gedanken hattest Du am Vortag?"
Ich hatte sehr schöne und gute Gefühle am 13. Oktober. Meine Kollegin war den letzten Tag vor ihrem Urlaub in der Arbeit = Gefühl des Aufatmens und der Freiheit. Nachhilfe ist ausgefallen wegen Herbstferien = Gefühl des Aufatmens, weil keine Hektik bis zum nächsten Ereignis. Abends Diavortrag über den spanischen Jakobsweg beigewohnt, mitgeschrieben für einen Presseartikel, bei der Diskussion beigewohnt. Ruhiger, friedvoller und glücklicher Abend. Gute Gespräche mit meinem Pfarrer und dem Referenten.
- "Was bestimmt Deine derzeitige Lebenssituation, wie ist gerade Dein Grundgefühl, welche Schwierigkeiten gibt es zur Zeit in Deinem Leben?"
Meine Lebenssituation ist sehr ausgewogen. Natürlich gibt es auch Negatives, das ich aber mit genug Positivem ausgleichen kann, so daß das Positive überwiegt. Sogenannte Schwierigkeiten gab und gibt es bei immer öfter einmal mit der "breiten Masse", unsinnigen Befehlen und Schubladendenken, Neid etc. (da wir in Schubladen denken, würde ich das aber alles in die Lade "Mainstream-Breitmasse" schieben.
3. Angaben zum Traum
- "Welche Gefühle und Gedanken hattest Du im Traum?"
Besorgnis und Angst (habe ich meist in meinen Träumen, weil so einige schon Realität wurden). Aber später auch Vergeltung und Rechtdurchsetzung.
- "Welche Gefühle und Gedanken hattest Du bei & nach dem Aufwachen?"
Besorgnis und Angst. Sofortige Mitteilung an meine Mutter.
- "Kommen Dir das Thema / Bilder / Personen oder etwas anderes aus anderen Träumen bekannt vor?"
Das Thema (herbeigeführter Tod und Ableugnung), die Bilder/Orte (mein Zuhause, Onkels Auto, Onkels Haus etc.), die Personen (Tante, Onkel, Mutter, mein Pfarrer) kamen mir bekannt vor, außer der Person des Polizei-Inspektors.
Noch ein EDIT: Diese Dinge kamen mir aber nicht aus anderen Träumen bekannt vor, nur allgemein sind sie mir bekannt.
- "Beschreibe bitte die Stimmungen und Örtlichkeiten im Traum so genau wie möglich (Farbe, Positionen, Laute, Gerüche usw.)"
Farben waren die Farben der Realität (eben die Farben, die welche die Örtlichkeiten und Gegenstände tatsächlich haben). Laute und Gerüche waren fast so, als wäre ich dabei stehend und hätte sie tatsächlich gerochen. Sehr intensiv und für mich absolut nachvollziehbar. Das Blut war tomatenrot und es roch süßlich, aber auch ein wenig herb (Das als Beispiel). Was genau mit Positionen hier gemeint sein sollte, weiß ich nicht zu sagen.
4. Bitte um eigene erste Einordnung des Traums
- "Womit könnte der Traum zusammenhängen? Was war elementar?
Der Traum hängt mit der zwischenmenschlichen Beziehung zwischen dem Ehepaar Tante/Onkel zusammen.
Woran erinnert Dich der Traum oder woran lässt er Dich denken?"
Der Traum erinnert mich daran, daß jemand in die Verzweiflung getrieben wird, bis er keinen anderen Ausweg mehr sieht....
Nun zum Traum direkt (ich schreibe meine Träume immer in Gegenwartsform auf) und es existiert innerhalb dieses Traums ein weiterer Traum. Sollte es zu verschachtelt sein, einfach nachfragen bitte.
In meinem Traum befinde ich mich in Südfrankreich, der gleiche Ort, an dem ich gewesen bin, als ich den Traum vom Tod der Prinzessin Diana gehabt habe. Ich habe die Leute dort liebgewonnen und fahre fast alle zwei Jahre dorthin. Dort im südfranzösischen Hinterland der Maritimen Alpen habe ich einen Traum, der mich sehr besorgt. Nach dem Traum rufe ich sofort meine Mutter in Deutschland an und sage ihr: "Ganz gleich, was ich über meinen Onkel denke, du bist die einzige Person, der er vertraut. Sei für ihn da, wenn er jemanden zum Reden braucht!"
Dann erzähle ich ihr von meinem Traum: Mein Onkel hat sich seinen Jungentraum erfüllt und einen Porsche gekauft. An einem Montag (ich habe kein Datum gesehen), um 17 Uhr wird vor unserem Haus ganz langsam der Porsche von meinem Onkel vorbeirollen. Direkt am Tor bleibt er stehen. Dann bricht mein Onkel zusammen. Alles ist voller Blut. In seinem Rücken steckt eine Axt. Er ist nicht ermordet worden, sonder er hat Selbstmord begangen.
Meine Mutter verspricht mir, für meinen Onkel da zu sein und auf ihn zu achten, damit ich mir keine Sorgen machen muß. Da ich aber weiß, daß meine Mutter mir nur stellenweise Glauben schenkt, rufe ich meinen Pfarrer an (evangelisches Christentum) und bitte ihn, am kommenden Montag (obwohl ich ja kein Datum habe), kurz vor 17 Uhr bei meiner Mutter zu sein. Es wird etwas Schreckliches geschehen. Vater ist fort und ich bin fort, und sie ist ganz alleine und wird Beistand brauchen.
Am nächsten Montag (4 Tage später) bin ich immer noch in Südfrankreich und rufe morgens um 10 Uhr meine Tante an. Ich frage sie, ob mein Onkel (also ihr Mann) zu sprechen wäre. Mein Ziel ist es gewesen, das Schicksal aufzuhalten. Sie sagt mir, daß er fort wäre. Ich habe sie gebeten, etwas nachzusehen und ich warte. Ich schicke sie in die Werkstatt, zum Fensterbrett, unter den Kistchen mit den Schrauben nachzusehen, ob die Axt noch da wäre. Die Axt stammt aus dem Nachlaß meines Großvaters und mein Onkel hat sie mitgenommen, da es bei ihm zu Hause einen offenen Kamin gibt und sich die Axt zum Holzhacken angeboten hat. Meine Tante sagt mir, daß die Axt fort sei.
Ich kann nichts mehr aufhalten. Das Geschehnis ist bereits im Gang. Um 17 Uhr rufe ich Zuhause an. Am Telefon ist der Pfarrer, der mir bestätigt, daß alles so gewesen ist, wie ich gesagt habe. Die Polizei ist inzwischen auch schon da und sichert die Spuren. Ich habe den Pfarrer gebeten, mir den Inspektor an das Telefon zu geben. Diesem sage ich, daß es kein Mord, sondern ein Selbstmord gewesen ist und frage, ob er schon den Abschiedsbrief gefunden habe, was er natürlich verneint. Am Telefon gebe ich dann Anweisungen, wo der Brief zu finden wäre. Im Porsche, im Handschuhfach, dort soll sich der Inspektor den dritten Michelinatlas von den fünfen darin geben lassen, den mit dem roten Stoffrücken. Der Inspektor bestätigt mir dann, daß er den Atlas habe. Ich bitte ihn, auf Seite 23 aufzuschlagen, dort ist eine Plastikhülle, in welcher sich ein Umschlag befindet (wie bei Geburtstagskarten, die ja auch in einer Plastikhülle geschützt zu kaufen sind). In diesem Umschlag ist ein weiterer kleinerer Umschlag, der geöffnet wird und darin liegt ein zusammengefalteter Zettel: Der Abschiedsbrief. Als mir der Inspektor bestätigt, daß er ihn in der Hand habe, sage ich ihm, daß er nur an meine Mutter direkt gerichtet sei. Es würde aber nichts Schlimmes oder Aufschlußreiches drin stehen, nur daß sich meine Mutter keine Sorgen und Vorwürfe machen solle, aber er habe das Leben nicht mehr als lebenswert empfunden. Der Inspektor hat den Brief entfaltet und bestätigt mir den genauen Wortlaut des Inhalts. Es ist nichts darin verlautbart, was die Ursache des Selbstmordes gewesen sei. Ich aber weiß, was vorangegangen ist und habe jedes einzelne Wort gehört, daß vor der Tat gefallen ist.
Meine Tante ist für den Tod meines Onkels verantwortlich. Also will ich Gerechtigkeit, sie anklagen. Wie kann der Anklagepunkt heißen. Jemanden Gewalt antun mit Todesfolge, dies ist ein Mord. Jemanden dazu anzustiften, jemanden Gewalt mit Todesfolge anzutun, ist Anstiftung zum Mord. Was aber ist es, wenn Worte schneidend wie ein scharfes Schwert sind, dann einen Menschen in die Verzweiflung oder Panik treiben und daraufhin zum Tod? Eine schwere Beweislage, allgemein ein schwieriges Unterfangen.
Es ist der Tag der Verhandlung. Ich habe meine Tante angeklagt, die logischerweise alles abstreitet und ableugnet. Sie ist sich sicher, daß niemand den Auslöser wissen kann, denn selbst im Abschiedsbrief stand nichts. Mir wird sowieso kein Glauben geschenkt, weil ich abwesend gewesen bin zu dem Zeitpunkt in Südfrankreich. Niemand kann es wissen, was sie ihm gesagt hat.
Während der Verhandlung aber wiederhole ich genau die Worte, die sie ihm gesagt hat, die auslösenden Worte unter anderem: Du kommst mir nicht mehr ins Haus. Du machst jetzt schon rum wie eine halbe Leiche. Selbst deine Gebeine kommen mir nicht mehr über diese Schwelle. Ich fühle mich erleichtert, wenn du endlich krepiert bist, denn du nervst mich und viele andere gemeine Worte mehr. Mein Onkel macht einen stabilen Eindruck, aber ich weiß, daß er innerlich sehr verletzlich sein kann. Da ihn ein Arzt verfuscht hat und er kaum noch laufen kann, geben solche Worte ihren Rest dazu.
Meine Tante ist sprachlos. Ihr fallen keine Ausreden und Ableugnungen mehr ein. Ihr Gesicht ist grau, ihre Augen weit vor Schreck geöffnet. Letztendlich gibt sie es zu, aber sie kann es nicht fassen, wie ich es wissen kann.
Diesen Traum erzähle ich im Traum meiner Mutter. Sie spricht mit meinem Onkel, der bestätigt, daß sie zwar eine kleine Meinungsverschiedenheit gehabt haben, aber sie am nächsten Tag wieder zusammen eine Fahrradtour gemacht haben. Ich sage meiner Mutter, daß sie trotzdem noch für ihn da sein soll, und daß ich auch über ihn wachen werde, egal, was ich über ihn denke (Ich betrachte ihn als Idiot, weil er sich hat freiwillig unter das Messer gelegt, um seine Lebensqualität zu verbessern. Durch die vielen Operationen wurde sie aber drastisch verschlechtert, zum Teil ist er verfuscht, kann kaum noch laufen. Seine Lebensqualität hätte er eher behalten, wenn es nichts gemacht hätte. Er hätte seine derzeitige Verschlechterung eben durch keine Operation noch herausziehen können = nur eine kleine Anmerkung am Rande). Denn ich ermahne meine Mutter nochmals: Du weißt, daß ich nie oder sehr selten simultan träume. Ich träume in der Zukunft. Es kann geschehen, wenn niemand mehr an meinen Traum denkt.
Dann wurde ich wach. Ich ging sofort zu meiner Mutter und erzählte es ihr. Wir wollen uns mehr um Onkel kümmern und auch Tante etwas besser beäugen, was sie von sich gibt. Ich selbst wurde in der Realität schon Zeuge von Sprüchen, die sie losließ, als sie dachte, niemand sie da .... Sprüche wie: Du machst rum, als ob du schon im Sarg liegst. Dann kam ich um die Ecke und hatte mich gezeigt, das Thema wurde schnurstracks geändert.
1. Angaben zur Person
- Alter: 43 3/4 Jahre alt
- Geschlecht: weiblich
2. Angaben zum Vortag & der momentanen Lebenssituation
- "Welche Erlebnisse, Gefühle und Gedanken hattest Du am Vortag?"
Ich hatte sehr schöne und gute Gefühle am 13. Oktober. Meine Kollegin war den letzten Tag vor ihrem Urlaub in der Arbeit = Gefühl des Aufatmens und der Freiheit. Nachhilfe ist ausgefallen wegen Herbstferien = Gefühl des Aufatmens, weil keine Hektik bis zum nächsten Ereignis. Abends Diavortrag über den spanischen Jakobsweg beigewohnt, mitgeschrieben für einen Presseartikel, bei der Diskussion beigewohnt. Ruhiger, friedvoller und glücklicher Abend. Gute Gespräche mit meinem Pfarrer und dem Referenten.
- "Was bestimmt Deine derzeitige Lebenssituation, wie ist gerade Dein Grundgefühl, welche Schwierigkeiten gibt es zur Zeit in Deinem Leben?"
Meine Lebenssituation ist sehr ausgewogen. Natürlich gibt es auch Negatives, das ich aber mit genug Positivem ausgleichen kann, so daß das Positive überwiegt. Sogenannte Schwierigkeiten gab und gibt es bei immer öfter einmal mit der "breiten Masse", unsinnigen Befehlen und Schubladendenken, Neid etc. (da wir in Schubladen denken, würde ich das aber alles in die Lade "Mainstream-Breitmasse" schieben.
3. Angaben zum Traum
- "Welche Gefühle und Gedanken hattest Du im Traum?"
Besorgnis und Angst (habe ich meist in meinen Träumen, weil so einige schon Realität wurden). Aber später auch Vergeltung und Rechtdurchsetzung.
- "Welche Gefühle und Gedanken hattest Du bei & nach dem Aufwachen?"
Besorgnis und Angst. Sofortige Mitteilung an meine Mutter.
- "Kommen Dir das Thema / Bilder / Personen oder etwas anderes aus anderen Träumen bekannt vor?"
Das Thema (herbeigeführter Tod und Ableugnung), die Bilder/Orte (mein Zuhause, Onkels Auto, Onkels Haus etc.), die Personen (Tante, Onkel, Mutter, mein Pfarrer) kamen mir bekannt vor, außer der Person des Polizei-Inspektors.
Noch ein EDIT: Diese Dinge kamen mir aber nicht aus anderen Träumen bekannt vor, nur allgemein sind sie mir bekannt.
- "Beschreibe bitte die Stimmungen und Örtlichkeiten im Traum so genau wie möglich (Farbe, Positionen, Laute, Gerüche usw.)"
Farben waren die Farben der Realität (eben die Farben, die welche die Örtlichkeiten und Gegenstände tatsächlich haben). Laute und Gerüche waren fast so, als wäre ich dabei stehend und hätte sie tatsächlich gerochen. Sehr intensiv und für mich absolut nachvollziehbar. Das Blut war tomatenrot und es roch süßlich, aber auch ein wenig herb (Das als Beispiel). Was genau mit Positionen hier gemeint sein sollte, weiß ich nicht zu sagen.
4. Bitte um eigene erste Einordnung des Traums
- "Womit könnte der Traum zusammenhängen? Was war elementar?
Der Traum hängt mit der zwischenmenschlichen Beziehung zwischen dem Ehepaar Tante/Onkel zusammen.
Woran erinnert Dich der Traum oder woran lässt er Dich denken?"
Der Traum erinnert mich daran, daß jemand in die Verzweiflung getrieben wird, bis er keinen anderen Ausweg mehr sieht....
Nun zum Traum direkt (ich schreibe meine Träume immer in Gegenwartsform auf) und es existiert innerhalb dieses Traums ein weiterer Traum. Sollte es zu verschachtelt sein, einfach nachfragen bitte.
In meinem Traum befinde ich mich in Südfrankreich, der gleiche Ort, an dem ich gewesen bin, als ich den Traum vom Tod der Prinzessin Diana gehabt habe. Ich habe die Leute dort liebgewonnen und fahre fast alle zwei Jahre dorthin. Dort im südfranzösischen Hinterland der Maritimen Alpen habe ich einen Traum, der mich sehr besorgt. Nach dem Traum rufe ich sofort meine Mutter in Deutschland an und sage ihr: "Ganz gleich, was ich über meinen Onkel denke, du bist die einzige Person, der er vertraut. Sei für ihn da, wenn er jemanden zum Reden braucht!"
Dann erzähle ich ihr von meinem Traum: Mein Onkel hat sich seinen Jungentraum erfüllt und einen Porsche gekauft. An einem Montag (ich habe kein Datum gesehen), um 17 Uhr wird vor unserem Haus ganz langsam der Porsche von meinem Onkel vorbeirollen. Direkt am Tor bleibt er stehen. Dann bricht mein Onkel zusammen. Alles ist voller Blut. In seinem Rücken steckt eine Axt. Er ist nicht ermordet worden, sonder er hat Selbstmord begangen.
Meine Mutter verspricht mir, für meinen Onkel da zu sein und auf ihn zu achten, damit ich mir keine Sorgen machen muß. Da ich aber weiß, daß meine Mutter mir nur stellenweise Glauben schenkt, rufe ich meinen Pfarrer an (evangelisches Christentum) und bitte ihn, am kommenden Montag (obwohl ich ja kein Datum habe), kurz vor 17 Uhr bei meiner Mutter zu sein. Es wird etwas Schreckliches geschehen. Vater ist fort und ich bin fort, und sie ist ganz alleine und wird Beistand brauchen.
Am nächsten Montag (4 Tage später) bin ich immer noch in Südfrankreich und rufe morgens um 10 Uhr meine Tante an. Ich frage sie, ob mein Onkel (also ihr Mann) zu sprechen wäre. Mein Ziel ist es gewesen, das Schicksal aufzuhalten. Sie sagt mir, daß er fort wäre. Ich habe sie gebeten, etwas nachzusehen und ich warte. Ich schicke sie in die Werkstatt, zum Fensterbrett, unter den Kistchen mit den Schrauben nachzusehen, ob die Axt noch da wäre. Die Axt stammt aus dem Nachlaß meines Großvaters und mein Onkel hat sie mitgenommen, da es bei ihm zu Hause einen offenen Kamin gibt und sich die Axt zum Holzhacken angeboten hat. Meine Tante sagt mir, daß die Axt fort sei.
Ich kann nichts mehr aufhalten. Das Geschehnis ist bereits im Gang. Um 17 Uhr rufe ich Zuhause an. Am Telefon ist der Pfarrer, der mir bestätigt, daß alles so gewesen ist, wie ich gesagt habe. Die Polizei ist inzwischen auch schon da und sichert die Spuren. Ich habe den Pfarrer gebeten, mir den Inspektor an das Telefon zu geben. Diesem sage ich, daß es kein Mord, sondern ein Selbstmord gewesen ist und frage, ob er schon den Abschiedsbrief gefunden habe, was er natürlich verneint. Am Telefon gebe ich dann Anweisungen, wo der Brief zu finden wäre. Im Porsche, im Handschuhfach, dort soll sich der Inspektor den dritten Michelinatlas von den fünfen darin geben lassen, den mit dem roten Stoffrücken. Der Inspektor bestätigt mir dann, daß er den Atlas habe. Ich bitte ihn, auf Seite 23 aufzuschlagen, dort ist eine Plastikhülle, in welcher sich ein Umschlag befindet (wie bei Geburtstagskarten, die ja auch in einer Plastikhülle geschützt zu kaufen sind). In diesem Umschlag ist ein weiterer kleinerer Umschlag, der geöffnet wird und darin liegt ein zusammengefalteter Zettel: Der Abschiedsbrief. Als mir der Inspektor bestätigt, daß er ihn in der Hand habe, sage ich ihm, daß er nur an meine Mutter direkt gerichtet sei. Es würde aber nichts Schlimmes oder Aufschlußreiches drin stehen, nur daß sich meine Mutter keine Sorgen und Vorwürfe machen solle, aber er habe das Leben nicht mehr als lebenswert empfunden. Der Inspektor hat den Brief entfaltet und bestätigt mir den genauen Wortlaut des Inhalts. Es ist nichts darin verlautbart, was die Ursache des Selbstmordes gewesen sei. Ich aber weiß, was vorangegangen ist und habe jedes einzelne Wort gehört, daß vor der Tat gefallen ist.
Meine Tante ist für den Tod meines Onkels verantwortlich. Also will ich Gerechtigkeit, sie anklagen. Wie kann der Anklagepunkt heißen. Jemanden Gewalt antun mit Todesfolge, dies ist ein Mord. Jemanden dazu anzustiften, jemanden Gewalt mit Todesfolge anzutun, ist Anstiftung zum Mord. Was aber ist es, wenn Worte schneidend wie ein scharfes Schwert sind, dann einen Menschen in die Verzweiflung oder Panik treiben und daraufhin zum Tod? Eine schwere Beweislage, allgemein ein schwieriges Unterfangen.
Es ist der Tag der Verhandlung. Ich habe meine Tante angeklagt, die logischerweise alles abstreitet und ableugnet. Sie ist sich sicher, daß niemand den Auslöser wissen kann, denn selbst im Abschiedsbrief stand nichts. Mir wird sowieso kein Glauben geschenkt, weil ich abwesend gewesen bin zu dem Zeitpunkt in Südfrankreich. Niemand kann es wissen, was sie ihm gesagt hat.
Während der Verhandlung aber wiederhole ich genau die Worte, die sie ihm gesagt hat, die auslösenden Worte unter anderem: Du kommst mir nicht mehr ins Haus. Du machst jetzt schon rum wie eine halbe Leiche. Selbst deine Gebeine kommen mir nicht mehr über diese Schwelle. Ich fühle mich erleichtert, wenn du endlich krepiert bist, denn du nervst mich und viele andere gemeine Worte mehr. Mein Onkel macht einen stabilen Eindruck, aber ich weiß, daß er innerlich sehr verletzlich sein kann. Da ihn ein Arzt verfuscht hat und er kaum noch laufen kann, geben solche Worte ihren Rest dazu.
Meine Tante ist sprachlos. Ihr fallen keine Ausreden und Ableugnungen mehr ein. Ihr Gesicht ist grau, ihre Augen weit vor Schreck geöffnet. Letztendlich gibt sie es zu, aber sie kann es nicht fassen, wie ich es wissen kann.
Diesen Traum erzähle ich im Traum meiner Mutter. Sie spricht mit meinem Onkel, der bestätigt, daß sie zwar eine kleine Meinungsverschiedenheit gehabt haben, aber sie am nächsten Tag wieder zusammen eine Fahrradtour gemacht haben. Ich sage meiner Mutter, daß sie trotzdem noch für ihn da sein soll, und daß ich auch über ihn wachen werde, egal, was ich über ihn denke (Ich betrachte ihn als Idiot, weil er sich hat freiwillig unter das Messer gelegt, um seine Lebensqualität zu verbessern. Durch die vielen Operationen wurde sie aber drastisch verschlechtert, zum Teil ist er verfuscht, kann kaum noch laufen. Seine Lebensqualität hätte er eher behalten, wenn es nichts gemacht hätte. Er hätte seine derzeitige Verschlechterung eben durch keine Operation noch herausziehen können = nur eine kleine Anmerkung am Rande). Denn ich ermahne meine Mutter nochmals: Du weißt, daß ich nie oder sehr selten simultan träume. Ich träume in der Zukunft. Es kann geschehen, wenn niemand mehr an meinen Traum denkt.
Dann wurde ich wach. Ich ging sofort zu meiner Mutter und erzählte es ihr. Wir wollen uns mehr um Onkel kümmern und auch Tante etwas besser beäugen, was sie von sich gibt. Ich selbst wurde in der Realität schon Zeuge von Sprüchen, die sie losließ, als sie dachte, niemand sie da .... Sprüche wie: Du machst rum, als ob du schon im Sarg liegst. Dann kam ich um die Ecke und hatte mich gezeigt, das Thema wurde schnurstracks geändert.