Dies ist ein relativ aktueller Traum (2 Nächte her), den ich nun hier hineinstellen möchte. Ich habe fast jede Nacht bewußte Träume, die ich aufschreibe. Dieser Traum aber war ein ganz prägnanter Traum, den ich selbst erst einmal über mehrere Meditationen verarbeiten mußte, bevor ich ihn jetzt hier einstellen kann. Es ist eigentlich "relativ" konkret, dennoch interessieren mich Meinung und/oder Deutungen jeglicher Art. Ich halte mich auch an die Vorschläge und Angaben, die zur Verbesserung der Deutung beitragen sollen.
1. Angaben zur Person
- Alter: 43 3/4 Jahre alt
- Geschlecht: weiblich
2. Angaben zum Vortag & der momentanen Lebenssituation
- "Welche Erlebnisse, Gefühle und Gedanken hattest Du am Vortag?"
Ich hatte sehr schöne und gute Gefühle am 13. Oktober. Meine Kollegin war den letzten Tag vor ihrem Urlaub in der Arbeit = Gefühl des Aufatmens und der Freiheit. Nachhilfe ist ausgefallen wegen Herbstferien = Gefühl des Aufatmens, weil keine Hektik bis zum nächsten Ereignis. Abends Diavortrag über den spanischen Jakobsweg beigewohnt, mitgeschrieben für einen Presseartikel, bei der Diskussion beigewohnt. Ruhiger, friedvoller und glücklicher Abend. Gute Gespräche mit meinem Pfarrer und dem Referenten.
- "Was bestimmt Deine derzeitige Lebenssituation, wie ist gerade Dein Grundgefühl, welche Schwierigkeiten gibt es zur Zeit in Deinem Leben?"
Meine Lebenssituation ist sehr ausgewogen. Natürlich gibt es auch Negatives, das ich aber mit genug Positivem ausgleichen kann, so daß das Positive überwiegt. Sogenannte Schwierigkeiten gab und gibt es bei immer öfter einmal mit der "breiten Masse", unsinnigen Befehlen und Schubladendenken, Neid etc. (da wir in Schubladen denken, würde ich das aber alles in die Lade "Mainstream-Breitmasse" schieben.
3. Angaben zum Traum
- "Welche Gefühle und Gedanken hattest Du im Traum?"
Besorgnis und Angst (habe ich meist in meinen Träumen, weil so einige schon Realität wurden). Aber später auch Vergeltung und Rechtdurchsetzung.
- "Welche Gefühle und Gedanken hattest Du bei & nach dem Aufwachen?"
Besorgnis und Angst. Sofortige Mitteilung an meine Mutter.
- "Kommen Dir das Thema / Bilder / Personen oder etwas anderes aus anderen Träumen bekannt vor?"
Das Thema (herbeigeführter Tod und Ableugnung), die Bilder/Orte (mein Zuhause, Onkels Auto, Onkels Haus etc.), die Personen (Tante, Onkel, Mutter, mein Pfarrer) kamen mir bekannt vor, außer der Person des Polizei-Inspektors.
Noch ein EDIT: Diese Dinge kamen mir aber nicht aus anderen Träumen bekannt vor, nur allgemein sind sie mir bekannt.
- "Beschreibe bitte die Stimmungen und Örtlichkeiten im Traum so genau wie möglich (Farbe, Positionen, Laute, Gerüche usw.)"
Farben waren die Farben der Realität (eben die Farben, die welche die Örtlichkeiten und Gegenstände tatsächlich haben). Laute und Gerüche waren fast so, als wäre ich dabei stehend und hätte sie tatsächlich gerochen. Sehr intensiv und für mich absolut nachvollziehbar. Das Blut war tomatenrot und es roch süßlich, aber auch ein wenig herb (Das als Beispiel). Was genau mit Positionen hier gemeint sein sollte, weiß ich nicht zu sagen.
4. Bitte um eigene erste Einordnung des Traums
- "Womit könnte der Traum zusammenhängen? Was war elementar?
Der Traum hängt mit der zwischenmenschlichen Beziehung zwischen dem Ehepaar Tante/Onkel zusammen.
Woran erinnert Dich der Traum oder woran lässt er Dich denken?"
Der Traum erinnert mich daran, daß jemand in die Verzweiflung getrieben wird, bis er keinen anderen Ausweg mehr sieht....
Nun zum Traum direkt (ich schreibe meine Träume immer in Gegenwartsform auf) und es existiert innerhalb dieses Traums ein weiterer Traum. Sollte es zu verschachtelt sein, einfach nachfragen bitte.
In meinem Traum befinde ich mich in Südfrankreich, der gleiche Ort, an dem ich gewesen bin, als ich den Traum vom Tod der Prinzessin Diana gehabt habe. Ich habe die Leute dort liebgewonnen und fahre fast alle zwei Jahre dorthin. Dort im südfranzösischen Hinterland der Maritimen Alpen habe ich einen Traum, der mich sehr besorgt. Nach dem Traum rufe ich sofort meine Mutter in Deutschland an und sage ihr: "Ganz gleich, was ich über meinen Onkel denke, du bist die einzige Person, der er vertraut. Sei für ihn da, wenn er jemanden zum Reden braucht!"
Dann erzähle ich ihr von meinem Traum: Mein Onkel hat sich seinen Jungentraum erfüllt und einen Porsche gekauft. An einem Montag (ich habe kein Datum gesehen), um 17 Uhr wird vor unserem Haus ganz langsam der Porsche von meinem Onkel vorbeirollen. Direkt am Tor bleibt er stehen. Dann bricht mein Onkel zusammen. Alles ist voller Blut. In seinem Rücken steckt eine Axt. Er ist nicht ermordet worden, sonder er hat Selbstmord begangen.
Meine Mutter verspricht mir, für meinen Onkel da zu sein und auf ihn zu achten, damit ich mir keine Sorgen machen muß. Da ich aber weiß, daß meine Mutter mir nur stellenweise Glauben schenkt, rufe ich meinen Pfarrer an (evangelisches Christentum) und bitte ihn, am kommenden Montag (obwohl ich ja kein Datum habe), kurz vor 17 Uhr bei meiner Mutter zu sein. Es wird etwas Schreckliches geschehen. Vater ist fort und ich bin fort, und sie ist ganz alleine und wird Beistand brauchen.
Am nächsten Montag (4 Tage später) bin ich immer noch in Südfrankreich und rufe morgens um 10 Uhr meine Tante an. Ich frage sie, ob mein Onkel (also ihr Mann) zu sprechen wäre. Mein Ziel ist es gewesen, das Schicksal aufzuhalten. Sie sagt mir, daß er fort wäre. Ich habe sie gebeten, etwas nachzusehen und ich warte. Ich schicke sie in die Werkstatt, zum Fensterbrett, unter den Kistchen mit den Schrauben nachzusehen, ob die Axt noch da wäre. Die Axt stammt aus dem Nachlaß meines Großvaters und mein Onkel hat sie mitgenommen, da es bei ihm zu Hause einen offenen Kamin gibt und sich die Axt zum Holzhacken angeboten hat. Meine Tante sagt mir, daß die Axt fort sei.
Ich kann nichts mehr aufhalten. Das Geschehnis ist bereits im Gang. Um 17 Uhr rufe ich Zuhause an. Am Telefon ist der Pfarrer, der mir bestätigt, daß alles so gewesen ist, wie ich gesagt habe. Die Polizei ist inzwischen auch schon da und sichert die Spuren. Ich habe den Pfarrer gebeten, mir den Inspektor an das Telefon zu geben. Diesem sage ich, daß es kein Mord, sondern ein Selbstmord gewesen ist und frage, ob er schon den Abschiedsbrief gefunden habe, was er natürlich verneint. Am Telefon gebe ich dann Anweisungen, wo der Brief zu finden wäre. Im Porsche, im Handschuhfach, dort soll sich der Inspektor den dritten Michelinatlas von den fünfen darin geben lassen, den mit dem roten Stoffrücken. Der Inspektor bestätigt mir dann, daß er den Atlas habe. Ich bitte ihn, auf Seite 23 aufzuschlagen, dort ist eine Plastikhülle, in welcher sich ein Umschlag befindet (wie bei Geburtstagskarten, die ja auch in einer Plastikhülle geschützt zu kaufen sind). In diesem Umschlag ist ein weiterer kleinerer Umschlag, der geöffnet wird und darin liegt ein zusammengefalteter Zettel: Der Abschiedsbrief. Als mir der Inspektor bestätigt, daß er ihn in der Hand habe, sage ich ihm, daß er nur an meine Mutter direkt gerichtet sei. Es würde aber nichts Schlimmes oder Aufschlußreiches drin stehen, nur daß sich meine Mutter keine Sorgen und Vorwürfe machen solle, aber er habe das Leben nicht mehr als lebenswert empfunden. Der Inspektor hat den Brief entfaltet und bestätigt mir den genauen Wortlaut des Inhalts. Es ist nichts darin verlautbart, was die Ursache des Selbstmordes gewesen sei. Ich aber weiß, was vorangegangen ist und habe jedes einzelne Wort gehört, daß vor der Tat gefallen ist.
Meine Tante ist für den Tod meines Onkels verantwortlich. Also will ich Gerechtigkeit, sie anklagen. Wie kann der Anklagepunkt heißen. Jemanden Gewalt antun mit Todesfolge, dies ist ein Mord. Jemanden dazu anzustiften, jemanden Gewalt mit Todesfolge anzutun, ist Anstiftung zum Mord. Was aber ist es, wenn Worte schneidend wie ein scharfes Schwert sind, dann einen Menschen in die Verzweiflung oder Panik treiben und daraufhin zum Tod? Eine schwere Beweislage, allgemein ein schwieriges Unterfangen.
Es ist der Tag der Verhandlung. Ich habe meine Tante angeklagt, die logischerweise alles abstreitet und ableugnet. Sie ist sich sicher, daß niemand den Auslöser wissen kann, denn selbst im Abschiedsbrief stand nichts. Mir wird sowieso kein Glauben geschenkt, weil ich abwesend gewesen bin zu dem Zeitpunkt in Südfrankreich. Niemand kann es wissen, was sie ihm gesagt hat.
Während der Verhandlung aber wiederhole ich genau die Worte, die sie ihm gesagt hat, die auslösenden Worte unter anderem: Du kommst mir nicht mehr ins Haus. Du machst jetzt schon rum wie eine halbe Leiche. Selbst deine Gebeine kommen mir nicht mehr über diese Schwelle. Ich fühle mich erleichtert, wenn du endlich krepiert bist, denn du nervst mich und viele andere gemeine Worte mehr. Mein Onkel macht einen stabilen Eindruck, aber ich weiß, daß er innerlich sehr verletzlich sein kann. Da ihn ein Arzt verfuscht hat und er kaum noch laufen kann, geben solche Worte ihren Rest dazu.
Meine Tante ist sprachlos. Ihr fallen keine Ausreden und Ableugnungen mehr ein. Ihr Gesicht ist grau, ihre Augen weit vor Schreck geöffnet. Letztendlich gibt sie es zu, aber sie kann es nicht fassen, wie ich es wissen kann.
Diesen Traum erzähle ich im Traum meiner Mutter. Sie spricht mit meinem Onkel, der bestätigt, daß sie zwar eine kleine Meinungsverschiedenheit gehabt haben, aber sie am nächsten Tag wieder zusammen eine Fahrradtour gemacht haben. Ich sage meiner Mutter, daß sie trotzdem noch für ihn da sein soll, und daß ich auch über ihn wachen werde, egal, was ich über ihn denke (Ich betrachte ihn als Idiot, weil er sich hat freiwillig unter das Messer gelegt, um seine Lebensqualität zu verbessern. Durch die vielen Operationen wurde sie aber drastisch verschlechtert, zum Teil ist er verfuscht, kann kaum noch laufen. Seine Lebensqualität hätte er eher behalten, wenn es nichts gemacht hätte. Er hätte seine derzeitige Verschlechterung eben durch keine Operation noch herausziehen können = nur eine kleine Anmerkung am Rande). Denn ich ermahne meine Mutter nochmals: Du weißt, daß ich nie oder sehr selten simultan träume. Ich träume in der Zukunft. Es kann geschehen, wenn niemand mehr an meinen Traum denkt.
Dann wurde ich wach. Ich ging sofort zu meiner Mutter und erzählte es ihr. Wir wollen uns mehr um Onkel kümmern und auch Tante etwas besser beäugen, was sie von sich gibt. Ich selbst wurde in der Realität schon Zeuge von Sprüchen, die sie losließ, als sie dachte, niemand sie da .... Sprüche wie: Du machst rum, als ob du schon im Sarg liegst. Dann kam ich um die Ecke und hatte mich gezeigt, das Thema wurde schnurstracks geändert.
Der einzige Zeuge - Mein Traum vom 13. auf 14. 10.2010
Moderator: Mirakulix
Der einzige Zeuge - Mein Traum vom 13. auf 14. 10.2010
Seelen -
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
Ghost hat geschrieben:Hi Blue Moon,
mit welcher Verständnisbrille schaue ich auf deinen Traum??? Nun, zunächst versuche ich zu ergründen, was für ein Konflikt in dir arbeitet, ohne dass du dir dieser Tatsche bewußt wirst. Ich brauche nur in dieses Traumforum zu schauen und entdecke, dass du meine Bitte um Posting eines aktuellen Traumes von dir mit nur einem einzigen Satz abgelehnt hast. Übrigens bin ich wie dein Onkel männlichen Geschlechts. Dein kurzer Ablehnungssatz von dir war im Posting vom 12. 10. 2010 enthalten. Dann lehntest du dich ganz entspannt zurück und warst der festen Überzeugung, wenn du eine Antwort bekommst, dann hättest du etwas produktives ausgelöst, wenn keine Antwort kommt, kann es nur an der Spreu sein, der sich in dieser Haltung zeigen würde. Also war der 13. Oktober 2010 der Tag, wo sich dies zeigen müßte. Und dieser Tag kam und es kamen am 13. Oktober keine weiteren Antwort im Forum. Und weil du eine besonders kluge Frau bist, die weiß, dass deine Gedanken oft total, ja absolut irrtumsfrei sind, hast du auch nun nicht mehr über meine und auch Joshuas Bitte nachgedacht. Stehen dir doch so unglaublich viele spirituelle Weisheitskanälte zur Verfügung. Mit dieser Lebensproblematik bist du dann in den Schlaf vom 13. zum 14. Oktober 2010 gegangen. Das ist eben Mut und Vertrauen zur eigenen Weisheit.
Es stimmt, daß ich deine Bitte damals recht ablehnend behandelt habe, weil ich das Gefühl hatte, das wir aneinander vorbeiredeten. Das hat weder mit Spreu noch mit Weizen zu tun. Ich würde dich z.B. niemals als Spreu bezeichnen oder irgendjemanden anderen, nur weil er eine andere Ansicht hat. Es ist deine Ansicht. Sie ist in Ordnung. Ich akzeptiere sie, wie jede andere Ansicht auch.
Mit Joshuas Posting konnte ich am Besten etwas anfangen. Er hat das Richtige in mir erkannt.
Ich gehe auf jedes Posting ein, selbst wenn es nur ein kurzer Satz ist, denn jede Deutung ist ein Feedback wert. Momentan lege ich nicht mehr ganz so viel Wert auf Feedback, aber manchmal tut es schon gut.
Ganz interessant wäre es auch noch andere Meinungen zu hören. Auf jeden Fall erst einmal "Danke" für deine Deutung.
Seelen -
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
Der Traum war um Mitternacht-.
als ich gerade tief im Schlafe war,
fuhr ich mit 2 Rössern im Trabe eine
Strasse hinauf. Der Pferde pusteten.
Ich traf im Straßenzuge einige
Buben. Schnell flogen die Häuser
vorbei. Der eine war mir nahe
und trieb meine Sehenskraft gegen
meine Seele. Die Sonne schien.
die Schnell in die Ruhe zurück-
fuhr und ich erwachte.
Ernst Herbeck
-----------------------------------------
Blue Moon hat mich per PN gebeten zu ihrem Traum noch etwas zu schreiben und dieser freundlichen Bitte komme ich gerne nach. Natürlich habe ich auch die intelligente Reaktion von Ghost gelesen und seine blitzenden Waffen des analytischen Intellekts bestaunt. Ich bitte meine Zeilen also nicht als Kritik des bereits Gesagten, sondern als eine durchaus bescheiden gemeinte Ergänzung dessen zu verstehen!
Doch nun zum Traum selbst: Die Form des Traumes fällt durch das auf, was die Träumerin selbst eine Verschachtelung nannte. Ein Systemiker würde es vielleicht eher eine doppelte Dissoziation nennen und sich daran erinnern, daß dies eine Wahrnehmungsposition ist, die helfen kann, sich persönlich mit den schrecklichsten Erfahrungen und Erlebnissen seines Lebens zu konfrontieren, ohne gleich von unkontrollierbaren Affekthandlungen daran gehindert zu werden. Umgekehrt kann man sagen, die Träumerin würde diese WP nicht einnehmen, wenn sich da nicht etwas wirklich Schreckliches befinden würde. Und genau da würde ich mit meiner Traumdeutung ansetzen! Es passiert ja wirklich etwas Schreckliches, nämlich ein "in den Selbstmord treiben" und es passiert in der eigenen Familie (Tante/Onkel).
Ich bitte zu bedenken, daß es eine ganze Reihe von Meinungen gibt, daß Psychopathologien letzten Endes sozial verursacht seien: Sehr sensible Menschen zerbrechen an dem, was Familie und Gesellschaft ihnen antun.
Ist das wichtigste Moment in dem Traum also nicht der Ruf der Träumerin nach Gerechtigkeit? Sie kennt die wahren Schuldigen und sie ist - so der Traumtitel - die einzige Zeugin. Und ausgerechnet die Person des Polizei-Inspektors, so schreibt sie selbst, sei ihr als eine unbekannte Person im Traum erschienen. Da ist niemand in der Wirklichkeit, der das Verbrechen aufdeckt, sie sieht sich veranlasst diese Person hinzuzuträumen um Gerechtigkeit zu erlangen. Aber es steht ja alles bereits im Traum drin, man muß es nur lesen: "Ich habe meine Tante angeklagt.." und "die logischerweise alles abstreitet und ableugnet", sowie "Mir wird sowieso kein Glauben geschenkt". Es wird Zeit Blue Moon, daß man dir endlich Glauben schenkt!
Noch eine kurze Anmerkung in eigener Sache:
Blue Moon hat mir in ihrer PN angedeutet, daß sie mit den technisch-analytischen Angängen einiger Traumdeuter in diesem Forum wenig anfangen kann. Das hat man, so denke ich, in vollem Umfang zu respektieren und darf weder mit seinen angeblich alleinseelig machenden Ansprüchen, noch aus verletzter Eitelkeit heraus nachsetzen. Beim Umgang mit Seele, Träumen und Gefühlen steht die Menschlichkeit immer im Vordergrund und ich denke, daß das auch im Sinne aller Beteiligten ist.
Liebe Grüße,
Xephyr
Sol in 4° Scorpio : Luna in 27° Gemini : dies Mercurii : Anno IVxviii era novis
als ich gerade tief im Schlafe war,
fuhr ich mit 2 Rössern im Trabe eine
Strasse hinauf. Der Pferde pusteten.
Ich traf im Straßenzuge einige
Buben. Schnell flogen die Häuser
vorbei. Der eine war mir nahe
und trieb meine Sehenskraft gegen
meine Seele. Die Sonne schien.
die Schnell in die Ruhe zurück-
fuhr und ich erwachte.
Ernst Herbeck
-----------------------------------------
Blue Moon hat mich per PN gebeten zu ihrem Traum noch etwas zu schreiben und dieser freundlichen Bitte komme ich gerne nach. Natürlich habe ich auch die intelligente Reaktion von Ghost gelesen und seine blitzenden Waffen des analytischen Intellekts bestaunt. Ich bitte meine Zeilen also nicht als Kritik des bereits Gesagten, sondern als eine durchaus bescheiden gemeinte Ergänzung dessen zu verstehen!
Doch nun zum Traum selbst: Die Form des Traumes fällt durch das auf, was die Träumerin selbst eine Verschachtelung nannte. Ein Systemiker würde es vielleicht eher eine doppelte Dissoziation nennen und sich daran erinnern, daß dies eine Wahrnehmungsposition ist, die helfen kann, sich persönlich mit den schrecklichsten Erfahrungen und Erlebnissen seines Lebens zu konfrontieren, ohne gleich von unkontrollierbaren Affekthandlungen daran gehindert zu werden. Umgekehrt kann man sagen, die Träumerin würde diese WP nicht einnehmen, wenn sich da nicht etwas wirklich Schreckliches befinden würde. Und genau da würde ich mit meiner Traumdeutung ansetzen! Es passiert ja wirklich etwas Schreckliches, nämlich ein "in den Selbstmord treiben" und es passiert in der eigenen Familie (Tante/Onkel).
Ich bitte zu bedenken, daß es eine ganze Reihe von Meinungen gibt, daß Psychopathologien letzten Endes sozial verursacht seien: Sehr sensible Menschen zerbrechen an dem, was Familie und Gesellschaft ihnen antun.
Ist das wichtigste Moment in dem Traum also nicht der Ruf der Träumerin nach Gerechtigkeit? Sie kennt die wahren Schuldigen und sie ist - so der Traumtitel - die einzige Zeugin. Und ausgerechnet die Person des Polizei-Inspektors, so schreibt sie selbst, sei ihr als eine unbekannte Person im Traum erschienen. Da ist niemand in der Wirklichkeit, der das Verbrechen aufdeckt, sie sieht sich veranlasst diese Person hinzuzuträumen um Gerechtigkeit zu erlangen. Aber es steht ja alles bereits im Traum drin, man muß es nur lesen: "Ich habe meine Tante angeklagt.." und "die logischerweise alles abstreitet und ableugnet", sowie "Mir wird sowieso kein Glauben geschenkt". Es wird Zeit Blue Moon, daß man dir endlich Glauben schenkt!
Noch eine kurze Anmerkung in eigener Sache:
Blue Moon hat mir in ihrer PN angedeutet, daß sie mit den technisch-analytischen Angängen einiger Traumdeuter in diesem Forum wenig anfangen kann. Das hat man, so denke ich, in vollem Umfang zu respektieren und darf weder mit seinen angeblich alleinseelig machenden Ansprüchen, noch aus verletzter Eitelkeit heraus nachsetzen. Beim Umgang mit Seele, Träumen und Gefühlen steht die Menschlichkeit immer im Vordergrund und ich denke, daß das auch im Sinne aller Beteiligten ist.
Liebe Grüße,
Xephyr
Sol in 4° Scorpio : Luna in 27° Gemini : dies Mercurii : Anno IVxviii era novis
Xephyr's Traumforum
Traumexpeditionen - Traumdeutung - Luzides Träumen
Traumexpeditionen - Traumdeutung - Luzides Träumen
Ghost,
ohne den Inhalt dessen, was du in dem Traum gesehen hast anzuzweifeln, darf ich mir erlauben dich daran zu erinnern, daß Träume durchaus mehrere Sinnebenen zu transportieren fähig sind. Es gibt hier niemals ein "entweder oder" - sondern immer ein "sowohl als auch". Mehrere Bedeutungsebenen können also - ohne sich zu stören - nebeneinander existieren und genau das tun sie auch in unseren Träumen und in diesem Traum sicherlich auch.
Aber ich habe das ernst gemeint, ich finde du hast wirklich einen sehr scharfen Verstand. Gefällt mir, aber gehe bloß vorsichtig damit um, daß sich auch niemand verletzt!
Liebe Grüße,
Xephyr
Sol in 4° Scorpio : Luna in 28° Gemini : dies Mercurii : Anno IVxviii era novis
Ghost hat geschrieben:Sie selbst verhält sich in einer Lebenssituation so, dass ihr "Onkel", hier als Synonym für eine bestimmte Person stehend, von ihr mit der Axt getötet wird.
ohne den Inhalt dessen, was du in dem Traum gesehen hast anzuzweifeln, darf ich mir erlauben dich daran zu erinnern, daß Träume durchaus mehrere Sinnebenen zu transportieren fähig sind. Es gibt hier niemals ein "entweder oder" - sondern immer ein "sowohl als auch". Mehrere Bedeutungsebenen können also - ohne sich zu stören - nebeneinander existieren und genau das tun sie auch in unseren Träumen und in diesem Traum sicherlich auch.
Aber ich habe das ernst gemeint, ich finde du hast wirklich einen sehr scharfen Verstand. Gefällt mir, aber gehe bloß vorsichtig damit um, daß sich auch niemand verletzt!
Liebe Grüße,
Xephyr
Sol in 4° Scorpio : Luna in 28° Gemini : dies Mercurii : Anno IVxviii era novis
Xephyr's Traumforum
Traumexpeditionen - Traumdeutung - Luzides Träumen
Traumexpeditionen - Traumdeutung - Luzides Träumen
Erst einmal recht herzlichen Dank, Xephyr, wie du die Sache angegangen bist. Du lagst mit deiner Deutung auf jeden Fall klarer und richtiger als Ghost, was ich ihm ja eigentlich schon durch die Worte "aneinander vorbeireden" verdeutlicht hatte.
Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, diesen Traum hier gepostet zu haben, denn bin seinem guten Wunsch nachgekommen, den er auch dir als vorletzten Satz unterbreitet: Das Posten eines "aktuellen Traumes" zur Analyse. Da der erste Traum noch gut von Joshua aufgefangen wurde, hatte ich nicht mit der Reaktion gerechnet, die dann kam. Eine Fehldeutung, mehr oder minder Lustigmachung über das geträumte Thema. Zu allererst spielte ich mit dem Gedanken, ob ich meinen Beitrag hier nicht einfach wieder löschen sollte, denn das war nicht das Ziel, das ich ihn hier gepostet hatte. Außerdem war es nicht meine Idee. Ich kenne meine Träume und schreibe sie schon seit Dekaden auf, nur um sie mit der Realität zu vergleichen bzw. vorher zu intervenieren. Ich bin hier einzig und allein einer Aufforderung nachgekommen.
Nachdem ich irgendwie zu verstehen gab, daß mir diese Annäherung wohl nicht liegt, wurde mein Traum und ich hier links liegen gelassen. Erst dachte ich, daß es nur mich betreffen würde. Mit der Zeit und einigen Beobachtungen stellte ich aber fest, daß es alle traf, die sich nicht nach den hiesigen selbst aufgestellten Mainstream-Traumdeuterregeln hielten. Kurz und knapp sah ich es dann als meine Aufgabe an, die Träume der Leute zu deuten, die so "freundlich" behandelt wurden wie ich, da ich nicht unbedingt lange Ausschweife dazu benötige. Die meisten werden eben antworten, daß sie genau das fühlen, was ich schreibe, weil ich eben nicht den Verstand zur Hilfe nehme, sondern ich nenne es einmal vorsichtig "Techniken aus der Metaphysik".
Damit wollte ich ausdrücken, daß es bei der Traumdeutung mehr als nur eine Technik gibt, und jeder das dazu verwendet, was ihm zu Gebote steht.
Nicht, daß ich nicht meinen Verstand gebrauchen würde, doch der Verstand steht bei mir erst an zweiter Stelle, weil seine Kapazität doch etwas begrenzt ist. Für mich dient er lediglich dazu, Dinge zu analysieren und zu hinterfragen bzw. die beiden Grundängste (vor dem Fallen, vor lauten Geräuschen) auszuleben.
Danke dir auch Xephyr, daß du mir ein wenig hilfst, die Linksliegengelassenen mitzubetreuen.
Liebe Grüße
Blue Moon
Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, diesen Traum hier gepostet zu haben, denn bin seinem guten Wunsch nachgekommen, den er auch dir als vorletzten Satz unterbreitet: Das Posten eines "aktuellen Traumes" zur Analyse. Da der erste Traum noch gut von Joshua aufgefangen wurde, hatte ich nicht mit der Reaktion gerechnet, die dann kam. Eine Fehldeutung, mehr oder minder Lustigmachung über das geträumte Thema. Zu allererst spielte ich mit dem Gedanken, ob ich meinen Beitrag hier nicht einfach wieder löschen sollte, denn das war nicht das Ziel, das ich ihn hier gepostet hatte. Außerdem war es nicht meine Idee. Ich kenne meine Träume und schreibe sie schon seit Dekaden auf, nur um sie mit der Realität zu vergleichen bzw. vorher zu intervenieren. Ich bin hier einzig und allein einer Aufforderung nachgekommen.
Nachdem ich irgendwie zu verstehen gab, daß mir diese Annäherung wohl nicht liegt, wurde mein Traum und ich hier links liegen gelassen. Erst dachte ich, daß es nur mich betreffen würde. Mit der Zeit und einigen Beobachtungen stellte ich aber fest, daß es alle traf, die sich nicht nach den hiesigen selbst aufgestellten Mainstream-Traumdeuterregeln hielten. Kurz und knapp sah ich es dann als meine Aufgabe an, die Träume der Leute zu deuten, die so "freundlich" behandelt wurden wie ich, da ich nicht unbedingt lange Ausschweife dazu benötige. Die meisten werden eben antworten, daß sie genau das fühlen, was ich schreibe, weil ich eben nicht den Verstand zur Hilfe nehme, sondern ich nenne es einmal vorsichtig "Techniken aus der Metaphysik".
Damit wollte ich ausdrücken, daß es bei der Traumdeutung mehr als nur eine Technik gibt, und jeder das dazu verwendet, was ihm zu Gebote steht.
Nicht, daß ich nicht meinen Verstand gebrauchen würde, doch der Verstand steht bei mir erst an zweiter Stelle, weil seine Kapazität doch etwas begrenzt ist. Für mich dient er lediglich dazu, Dinge zu analysieren und zu hinterfragen bzw. die beiden Grundängste (vor dem Fallen, vor lauten Geräuschen) auszuleben.
Danke dir auch Xephyr, daß du mir ein wenig hilfst, die Linksliegengelassenen mitzubetreuen.
Liebe Grüße
Blue Moon
Seelen -
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
Hallo Blue Moon!
Die folgenden Ideen zum Traum geben wieder, wie ich mich einem solchen Traum nähern würde, wenn er der meine gewesen wäre. D.h. du solltest das mehr als Inspiration lesen, nicht als Deutung.
Habe ich es recht verstanden, der Traum war wie "Die Puppe in der Puppe"? Ein innerer Traumring und ein äußerer? So jedenfalls erreichte mich deine Darstellung. Und auch in der Beziehungsstruktur der Traumpersonen spiegelt sich ja dieses Innen und Außen ein wenig wieder. Da ist zum einen Mutter und (abwesender) Vater: die innere Familienbeziehung, und in dem "entfernteren" Traumring der Onkel und die Tante: die äußere Familienbeziehung. Onkel und Tante, das könnte man in dieser Perspektive auch als Bild für "Eltern, die etwas weiter weg stehen" nehmen. Also es ist für mich nicht so ausgemacht, dass es in dem Traum tatsächlich um deinen wirklichen Onkel geht.
Wenn ich in diesem Bild des inneren und äußeren Traumrings bleibe, dann stellt sich die Frage: Was verbindet diese beiden Welten? Einerseits die gerade genannte Symmetrie der beiden Paare der Elterngeneration. Vor allem aber: die Beziehung zwischen Mutter und Onkel. Ich vermute, dass er der Bruder der Mutter ist. (Das schreibst du aber nicht.) Und ich habe das Gefühl, dass die Bruder-Schwester-Beziehung in deinem Traum ähnlich wichtig ist wie die Ehepaar-Beziehung. Aber begründen kann ich das nicht.
Im Grunde gibt es ja noch einen dritten, noch weiter entfernten Traumring. Nur erscheint es dir nicht als separater Traum, nämlich wenn du mit Pfarrer und Inspektor telefonierst. Meine Assoziation war: du rufst archetypische Kräfte an, Repräsentanten des größeren (seelischen und sozialen) Zusammenhangs, und zwar dort, wo du selber nicht unmittelbar aktiv werden kannst. Den Pfarrer hattest du auch schon gewissermaßen als Ersatz für den abwesenden Vater "angerufen", damit er deiner Mutter beistehe. Wenn an dieser Überlegung ein Fünkchen Sinn für dich sein sollte, dann wäre es eine interessante Frage (z.B. an andere Träume von dir oder Fantasiereisen): Was für andere archetypischen Kräfte neben Inspektor und Pfarrer könntest du außerdem anrufen? Und wie würde sich der Traum dann verändern?
In deinem Traum steht ganz klar fest, wo die Grenzlinie von schuldig und unschuldig verläuft. Und deshalb ist die Anwesenheit eines Inspektors und eines Pfarrers, zwei "Experten für Schuldfragen" völlig sinnvoll. Aber das Sehen von Schuld, also deine Zeugenschaft bringt dich in Gefahr. Der einzige Zeuge eines Verbrechens lebt gefährlich: solange ihm nicht geglaubt wird, muss er oder sie damit rechnen, selbst zum Opfer zu werden, damit die Tat vertuscht wird. Diese unterschwellige Angst, selbst bedroht zu sein, kann nach meiner Erfahrung weit über den Traum bis ins Alltagsleben hineinreichen. Wirklich gruselig. Aber vielleicht ist das bei dir anders.
Das Schöne an Träumen aber ist ja, dass sie nicht unbedingt 1:1-Wahrheiten darstellen. Und deswegen lohnt es sich meiner Meinung nach zu gucken, wie es mit der Verantwortung der verschiedenen Personen im Traum aussieht, nicht nur mit derjenigen der Tante. Oder bildlich gesagt: wenn man die eine große Schuld der Tante auch als kleinere "Verantwortungspakete" aller Beteiligten sehen könnte, dann wäre es nicht mehr so schrecklich, einzige Zeugin zu sein. Und ganz vielleicht verliefe dann das Schicksal auch anders.
Auf diese Überlegung komme ich wegen der Todesart deines Onkels im Traum. Er hat eine Axt im Rücken. Ein Werkzeug, das er von seinem Vater geerbt hat und das ihm, wie es sich für mich anfühlt, u.a. das Rückgrat zerstört hat. Das gebrochene Rückgrat ist ja eine mehrdeutige Bezeichnung, die für mich zu deiner Beschreibung des Onkels passt (ich meine die medizinischen Sachen). Will sagen: sicher sind da all diese scharfen Worte der Tante. Aber sie erscheinen im Traum scheinbar nicht als unmittelbare Waffe (Messer o.ä.). Vielmehr nehmen sie den Umweg über die Axt des (Onkel-)Vaters im Rücken (und damit auch im Rückgrat) des Onkels. Just als er sich einen "klassischen Männertraum" erfüllt hat.
Du könntest dich also z.B. fragen: Sind die Boshaftigkeit der Tante und die (von mir aus dem Text so wahrgenommene) Selbstaufgabe des Onkels vielleicht zwei Seiten derselben Medaille? Welche Rolle spielte der (symbolische) Porsche-Traum für die Tante? War der ihr im Traum zuwider, oder war sie eher froh, wenn der Onkel seiner Autoleidenschaft frönte? Die Fragen nach dem Auto, also diesem "Beweglichkeitstraum" des Onkels finde ich deswegen wichtig, weil ja sein Abschiedsbrief gerade da liegt. Blieb der Wagen erst stehen, als er Selbstmord beging im Traum? Oder beging er Selbstmord, als der Wagen nicht mehr fuhr, also seine Beweglichkeit verloren war?
Die folgenden Ideen zum Traum geben wieder, wie ich mich einem solchen Traum nähern würde, wenn er der meine gewesen wäre. D.h. du solltest das mehr als Inspiration lesen, nicht als Deutung.
Habe ich es recht verstanden, der Traum war wie "Die Puppe in der Puppe"? Ein innerer Traumring und ein äußerer? So jedenfalls erreichte mich deine Darstellung. Und auch in der Beziehungsstruktur der Traumpersonen spiegelt sich ja dieses Innen und Außen ein wenig wieder. Da ist zum einen Mutter und (abwesender) Vater: die innere Familienbeziehung, und in dem "entfernteren" Traumring der Onkel und die Tante: die äußere Familienbeziehung. Onkel und Tante, das könnte man in dieser Perspektive auch als Bild für "Eltern, die etwas weiter weg stehen" nehmen. Also es ist für mich nicht so ausgemacht, dass es in dem Traum tatsächlich um deinen wirklichen Onkel geht.
Wenn ich in diesem Bild des inneren und äußeren Traumrings bleibe, dann stellt sich die Frage: Was verbindet diese beiden Welten? Einerseits die gerade genannte Symmetrie der beiden Paare der Elterngeneration. Vor allem aber: die Beziehung zwischen Mutter und Onkel. Ich vermute, dass er der Bruder der Mutter ist. (Das schreibst du aber nicht.) Und ich habe das Gefühl, dass die Bruder-Schwester-Beziehung in deinem Traum ähnlich wichtig ist wie die Ehepaar-Beziehung. Aber begründen kann ich das nicht.
Im Grunde gibt es ja noch einen dritten, noch weiter entfernten Traumring. Nur erscheint es dir nicht als separater Traum, nämlich wenn du mit Pfarrer und Inspektor telefonierst. Meine Assoziation war: du rufst archetypische Kräfte an, Repräsentanten des größeren (seelischen und sozialen) Zusammenhangs, und zwar dort, wo du selber nicht unmittelbar aktiv werden kannst. Den Pfarrer hattest du auch schon gewissermaßen als Ersatz für den abwesenden Vater "angerufen", damit er deiner Mutter beistehe. Wenn an dieser Überlegung ein Fünkchen Sinn für dich sein sollte, dann wäre es eine interessante Frage (z.B. an andere Träume von dir oder Fantasiereisen): Was für andere archetypischen Kräfte neben Inspektor und Pfarrer könntest du außerdem anrufen? Und wie würde sich der Traum dann verändern?
In deinem Traum steht ganz klar fest, wo die Grenzlinie von schuldig und unschuldig verläuft. Und deshalb ist die Anwesenheit eines Inspektors und eines Pfarrers, zwei "Experten für Schuldfragen" völlig sinnvoll. Aber das Sehen von Schuld, also deine Zeugenschaft bringt dich in Gefahr. Der einzige Zeuge eines Verbrechens lebt gefährlich: solange ihm nicht geglaubt wird, muss er oder sie damit rechnen, selbst zum Opfer zu werden, damit die Tat vertuscht wird. Diese unterschwellige Angst, selbst bedroht zu sein, kann nach meiner Erfahrung weit über den Traum bis ins Alltagsleben hineinreichen. Wirklich gruselig. Aber vielleicht ist das bei dir anders.
Das Schöne an Träumen aber ist ja, dass sie nicht unbedingt 1:1-Wahrheiten darstellen. Und deswegen lohnt es sich meiner Meinung nach zu gucken, wie es mit der Verantwortung der verschiedenen Personen im Traum aussieht, nicht nur mit derjenigen der Tante. Oder bildlich gesagt: wenn man die eine große Schuld der Tante auch als kleinere "Verantwortungspakete" aller Beteiligten sehen könnte, dann wäre es nicht mehr so schrecklich, einzige Zeugin zu sein. Und ganz vielleicht verliefe dann das Schicksal auch anders.
Auf diese Überlegung komme ich wegen der Todesart deines Onkels im Traum. Er hat eine Axt im Rücken. Ein Werkzeug, das er von seinem Vater geerbt hat und das ihm, wie es sich für mich anfühlt, u.a. das Rückgrat zerstört hat. Das gebrochene Rückgrat ist ja eine mehrdeutige Bezeichnung, die für mich zu deiner Beschreibung des Onkels passt (ich meine die medizinischen Sachen). Will sagen: sicher sind da all diese scharfen Worte der Tante. Aber sie erscheinen im Traum scheinbar nicht als unmittelbare Waffe (Messer o.ä.). Vielmehr nehmen sie den Umweg über die Axt des (Onkel-)Vaters im Rücken (und damit auch im Rückgrat) des Onkels. Just als er sich einen "klassischen Männertraum" erfüllt hat.
Du könntest dich also z.B. fragen: Sind die Boshaftigkeit der Tante und die (von mir aus dem Text so wahrgenommene) Selbstaufgabe des Onkels vielleicht zwei Seiten derselben Medaille? Welche Rolle spielte der (symbolische) Porsche-Traum für die Tante? War der ihr im Traum zuwider, oder war sie eher froh, wenn der Onkel seiner Autoleidenschaft frönte? Die Fragen nach dem Auto, also diesem "Beweglichkeitstraum" des Onkels finde ich deswegen wichtig, weil ja sein Abschiedsbrief gerade da liegt. Blieb der Wagen erst stehen, als er Selbstmord beging im Traum? Oder beging er Selbstmord, als der Wagen nicht mehr fuhr, also seine Beweglichkeit verloren war?
Liebe Grüße
Amyth
Amyth