Ein Opfer für den König

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Moderator: Mirakulix

Re: Ein Opfer für den König

Beitragvon plush » 07.01.2021, 15:12

Liebe E.L.!

Bestimmt hat das Sagen- oder Märchenhafte Deines Traumes mit den Erfahrungen zu tun, die Du und Dein Bekannter teilen, daher bestünde der erste Schritt daraus, dass Du Dir diese dem Wesentlich nach vergegenwärtigst (so gut Du kannst) und ein kleines Portrait anfertigst, das seine hauptsächlichen Charakterzüge zusammenfasst, positive wie negative. Ob Du mir diese Informationen aushändigst, geschweige denn öffentlich, wären wie gesagt zweite und dritte Sachen.

Zu Besuch: Wahrscheinlich in einer Wohnung? Ggf. beschreibe und definiere bitte dieses Ding; wie es funktioniert und was sein Zweck ist.

Zur Lichtung: Wodurch kommt so etwas zustande? Warum sucht man es auf?

Was sind Bäume; was sagt ihr Riesentum und das mögliche Gegenteil aus?

Was ist eine Krone? Wie sieht es aus von der Form her, und was mag die damit vielleicht verbundene Bedeutung sein? Was tut man damit, der reinen Handhabung nach? Was würden Menschen denken über einen anderen, der eine Krone in aller Selbstverständlichkeit benutz, wenn sie absolut keine Ahnung hätten von der "Bedeutung", die diesem Ding (seiner Form, dazu seinem speziellen Material?) in bestimmten Gesellschaftsformen zugewiesen wird?

Wo kommt Deines Erachtens der Name Elf her? Wird er in anderen Kontexten auch verwendet? Welche wären das ggf.?

Spitze Ohren: Was überhaupt sind Ohren, wie ist ihre Funktion, wozu? Sind Spitze Ohren etwas Spezielles, eine Redewendung vielleicht?

Eine Vorführung: Das hat im deutschen Sprachraum eine doppelte Bedeutung, kennst Du beide? Beschreibe und definiere bitte jedenfalls, was eine Vorführung bezweckt und wie sie es bewirkt oder zu erreichen versucht.
Auffallend schlank und Oben (in den Kronen, der Himmel dahinter zu sehen), gegenüber breit und tritt zu Dir, Unten auf dem Boden. Erstere führen ihren Tanz vor (dem Du sozusagen passiv zuschauen kannst), letzterer ist aggressiv, und indem er Dich am Hals packt, wirst Du physisch ins Geschehen involviert: angegriffen, in Angst versetz.

Was ist der Hals, wie kann man dies ‚Ding‘ allgemein definieren, beschreiben? „Wo“ an Dir befindet es sich?

Der Kopf: Wozu ist das da, was tut es hauptsächlich, also wenn man sagt: „Der Kopf ist in Gebrauch“?

Ein König: Wie funktioniert das und wozu ist es gut, ggf. im positiven wie im negativen Sinne? (Ich kam darauf wegen der „Ambivalenz“, die Du erwähnst im Zusammenhang der Berührung Deines Gesichts.)

Glatze: das führt bei mir zu drei Fragen: Was sind Haare; was sagt eine Glatze über ihren männlichen Träger aus (z.B. wenn sie natürlicher Herkunft wäre); und: Hattest Du einen Bekannten mit Glatze? Müsste nicht sein; es wäre denkbar (möglich), dass die Glatze ein reines Symbol wäre.

Schlange: Was ist das, was verbindest Du damit? Gibt es darüber Geschichten, Märchen?

Gesicht: Was ist das, seiner Funktion und Zwecken nach?

Zum Opfer zwei Fragen. Dabei bin ich nicht sicher, ob ich damit potentiell etwas suggeriere, das lediglich in mir vorgeht, also mit Dir nichts zu tun hätte: Stelle Dir vor, es gäbe zwei Arten von Opfern, die eine positiv, die andere negativ. Was würde jeweils geopfert werden, an welche Art von Instanz oder System? Welchen Sinn könnte solch Tun haben, wenn damit wiederum zwei gegensätzlich seiende oder scheinende, optionale Voraussetzungen verbunden wären, nämlich die Deines Einverstanden- ODER Nicht-Einverstanden-Seins?

Wie definierst Du ein Ritual?

Was sagt es aus, wenn jemand niederkniet?

Ich hielte nicht für ausgeschlossen, dass jene zwei Optionen mit dem Sinn des Träumens ganz allgemein zu tun hätten – was würdest Du also vermuten, welcher das wäre? Bist Du es, die träumt (aktiv), oder etwas anderes, so dass Dein Ich, vorerst, lediglich passiv involviert wäre? Und was dann?

So weit für heute. Ich freue mich auf Deine Freien Assoziationen!
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Re: Ein Opfer für den König

Beitragvon plush » 08.01.2021, 11:24

Ein Auslegungsversuch

Dafür nehme ich an, dass der alte Bekannte, so wie meistens alle Elemente aller Träume, vor allem manche Anteile Deines eigenen Charakters zum Ausdruck bringt, so u.U. auch die Neigung, Dich mit einem Mann in eine Zweierbeziehung zu begeben (ihr seit zu zweit), und eine ambivalente Einstellung zur sog. Moral. Monogamie ist für die Moral ein Muss (s. Adam und Eva), der symbolische Mann sagt aber, dass er sich nicht an irgendwelche solcher Verhaltensvorschriften hält, was ‚Du selbst‘ wiederum – bewust – unter die negativen Eigenschaften sortierst, obwohl Du vorbewusst (glaube ich) doch damit liebäugelst. Solche Ambivalenz, verbunden mit einer Tendenz, die Potenz eher am Mann zu orten anstatt in der eigenen Weiblichkeit am Grund Deiner Seele darnach zu suchen, wäre ein Problem, das nicht ohne auferlegte Zwänge (Erziehung; pädagogische Entfremdung von der menschlichen Natur) entstehen kann...

In nächsten Abschnitt unternimmt Deine Seele einen Versuch, Dich mit den Ursachen und Auswirkungen der verinnerlichten Schwierigkeiten zu konfrontieren, bzw. folgen ‚Du und Dein Bekannter‘ solcher aus dem Unbewussten bewusst gewordenen Forderung nach. Das allgemeine Thema scheint eine traumatisch bedingte Trennung von ‚Körper‘ und ‚Geist‘, wobei das geistige ‚Oben‘ (im Ich ) zwar merkwürdig aber unbedrohlich ist (eher vertraut), das körperliche ‚Unten‘ hingegen gefährlich. Das sollte eben mit einem erfahrenen Trauma zu tun haben: eine Erziehungsmaßnahme, die gegen Deine Weiblichkeit gerichtet war (ich beziehe das Thema Deines vorherigen Traumes mit ein) und sich in Dein Über-Ich eingenistet hat.

Die riesengroßen Bäume könnten zu einem Wald gehören, eine Art Archetyp der seelischen Vollreife (müssen viele Jahre dafür ins Land gehen), zugleich einer Gemeinschaftslebensform, denn Deine Assoziationen beschreiben eine „Gruppe“, in der die Großen und Größeren den rat- und hilfloseren Kleinen Schutz bieten.

Das gemutmaßte Trauma traf Deine Seele (Ureinheit von Geist und Leib als Sitz der Bedürfnisse wie zugleich im Sinne deren Stillung gesteuertes Organ) am Hals, nämlich die symbolische Verbindung zwischen Steuerzentrale und Körper, die deswegen sehr empfindlich ist, zu den Teilen gehörend, die eher „gefährdet“ sind.

Wenn das so ist, dann stellt der breite Mann ein Symbol Deiner Körperlichkeit dar, seine Aggressivität die Triebkraft Deines Es im Bereich genitaler Handlungen ("Erkenntnisse" wären wieder "oben"), und ist die Gefahr eine Suggestion der ins ÜberIch verinnerlichten Erziehung, Moral.

Meiner Ansicht nach wird dieser Deutungsansatz dadurch begünstigt, dass der Mann (die außer-monogame Beziehungen fordernde weibliche Sexualität?) Dich anschließend auf seinen Kopf hebt (s.u., Krone): ‚Entweder‘ im Sinne der symbolischen Forderung, dass Dein Ich über die Hintergründe dieses vorerst passiv erlittenen Geschehens reflektieren soll. ‚Oder‘ deswegen, weil gesunde Frauen für gesunde Männer u.a. eine Art Trophäe sind, Zeichen eines Sieges ihrer eigenen Sexualität (mannschaftsweiser Kampf um die Eroberung des Primats der Begattung). Außerdem sind Frauen für Männer wie auch umgekehrt „soziale“ Wesen; das führt dann ein Stück fort von der Genitalität, zurück zu den Beziehungen z.B. zwischen Erwachsenen und Kindern, oder denen, die sich für die rat- und hilfloseren Artgenossen einsetzen können, eines Mehr an Erfahrungen wegen, Weiter Sein an Verarbeitung möglicher eigener Probleme.

Du hast es zwar nicht ausdrücklich gesagt, aber es ist so, dass Könige ihre Kronen "auf dem Kopf" tragen. Wie Du beschreibst: als Zeichen der Herrschaft über ein Reich, das Territorium, welches an seinen Grenzen nach Außen bewacht und gegen fremde Gruppen verteidigt wird (vielleicht von 11 drohenden Zacken in der Krone? Sonst wäre 11 als Alter die frühe Pubertät, das Frühlingswiedererwachen der genitalen Phase, welche ab dem 7. Lebensjahr die Dornröschenschlafpause einlegt, kindliche "Amnesie").

Positiv gesehen würde es ergänzend nach Innen um soziale Einsatzbereitschaft für die Schwächeren, Unerfahreneren gehen; Negativ: um Unterwerfung, Ausbeutung, böswilliges (pathogenes) Hinters Licht führen. Die Lichtung scheint aber wieder ins Gegenteil zu deuten.. dass die Elfen (Teil Deiner Seele) mit ihrer Vorführung tricksen könnten, nicht bös gemeint...

Ich weiß nicht, ob Dir mein Einfall mit den 11 (phallischen) Zacken als Symbol der gesunden männlichen Sexualität (Kampf von je 11 Männern um fruchtbare Territorien) völlig hergeholt oder bekannt vorkommt. Letzteres würde mich nicht ganz überraschen, da meiner Erfahrung nach unwahrscheinlich ist, Menschen wie Dir zu begegnen, einer hoch entwickelten Rationalität wie Deiner, verbunden mit viel Gefühl (herrliches Prosa) und die Bereitschaft, für jedes Symbol ins Vor- und Unbewusste zurückzutauchen, um von dort nach Oben zu holen, was an der einnerten Traumoberfläche vorerst unsichtbar blieb. Haben wir in dem kleineren Mann ein Stück gemeinsame Biographie?..

Wäre eigentlich zweitrangig (ziemlich spekuliert von mir), wichtig also nur, dass Du Dich von diesem Symbol im Traum am Gesicht (Ausdrucksvermögen; Hauptsitz der Sinne, Wahrnehmung) berührt und außerdem in bestimmter Hinsicht verführt fühltest (optional, Deinen Einfällen gemäß). Verführung setzt ein Bedürfnis voraus, dem eine Hemmung entgegen steht, etwas angstmachendes, weshalb das Ich nicht ohne Weiteres wagen kann, die Initiative zu ergreifen, um die eigene Aggression (Triebkraft der Seele) bewusst zu steuern, in Anpassung an die jeweils gegebene, auf eigene Gefahr und Verantwortung beurteilte Realität.

Du assoziierst den kleineren Mann mit einer Schlange. Die wäre in meinem Deutungsversuch also Deine eigene Seele, und das Hemmnis, welches die Verführung notwendig zu machen schien (Trick der Elfen, die mit triebhafter Wissbegierde, kindliches Ohren spitzen bei verbotenen Dingen zu tun haben?), die Folge einer schlechten Erfahrung. Alle patriarchalischen Kulturen auflegen sie allen in ihren Wirkbereich geratenen Kindern; praktisch alle Eltern verschließen ihnen gut gemeint die Türen. Das erklärt die heute globale Verbreitung des Mythos der Verführung durch eine scheinbar fremde Instanz (abgespaltene Es-Schlange) zu einem moralisch sündhaften Tun, strafendem Erbfluch (Vertreibung vom Paradies, Urnatur der Menschheit auf Erden) und Verheißung einer Art Erlösung, die völlig unrealistisch ist. Realistisch wäre erst, das Krank(gemachtworden)e an das Gesund(geblieben)e zu opfern, den König, das Es und seine Energie (Libido). Das setzt „So etwas wie Akzeptanz für das was ist?“ voraus, eine Bereitschaft des Ichs, sich von 'liebgewordenen' Problemen zu verabschieden...


So weit mein Versuch, wie findest Du ihn?
Ich freue mich auf Deine Kritik, die möglichen Fragen und Ergänzungen!

Herzlichst, Dein P
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Nachtrag

Beitragvon plush » 08.01.2021, 20:48

Ich verstehe nicht ganz wie du diese Fragen konkret meinst. Ich versuche sie trotzdem mal zu beantworten. In diesem Traum hatte ich insgesamt eine eher passive Rolle. Erst beobachtete ich die Elfen, dann kam der gewalttätige Mann der mich packte, mich zwang den König anzuerkennen und auf seinen Kopf hob, dann der zweite Mann der mich im Gesicht berührte und am Ende das Ritual. Ich war an keiner Stelle wirklich aktiv. Es passierte einfach alles irgendwie. Deswegen würde ich in dem Fall eher vom 2. ausgehen also ein passives involviert sein. Meinst du damit, den Unterschied zwischen bewusstem Ich und Unbewusstem? Ich dachte im Traum geht es sowieso immer um das Unbewusste. Aber ja trotzdem weiß ich wohl, dass es auch die Art Träume gibt wo man viel aktiver reagiert und Entscheidungen trifft und solche Sachen. Das war hier eindeutig nicht so.


Ja, diese Unterscheidung fand ich wichtig, d.h. ob Du sie kennst oder zu machen verstehst.
Also, ich glaube, meine Frage kam eigentlich aus dem Impuls, aus'zuspionieren', ob der kleinere Mann, abgesehen von der Symbolik, ein Dir und mir gemeinsamer Bekannter sein könnte. Mitlerweile finde ich diese Möglichkeit wie gesagt nebenrangig. Aber interessant, dass Dir Traumanalyse mindestens nicht völlig neu scheint.
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Re: Ein Opfer für den König

Beitragvon plush » 10.01.2021, 22:52

Liebe Entenliebe!


mir (ist) aufgefallen, dass du deinen Beitrag zwischendurch geändert hast. Ich hatte mir den vorher schon mal durchgelesen komme aber erst jetzt dazu dir zu antworten. Meistens sind die ersten Einfälle doch die Besten oder meinst du nicht? Naja du wirst wohl deine Gründe haben. Übrigens schreibe ich die Antworten immer in einem Word-Dokument vor. Das finde ich, alleine schon der Übersicht wegen, praktischer. Also wundere dich nicht, wenn meine Antwort noch auf deine „alten“ Beiträge Bezug nimmt.

Ja, wäre vielleicht sinnvoller gewesen, zuerst mit mir selbst zu denken, anstatt während dessen sozusagen zuschauen zu lassen, ohne zugleich deutlich gemacht zu haben, dass der Gedanke noch im Werden sei. Ich wurde also während der mehrfach gesendeten Änderungen unsicher über die Berechtigung und/oder Nachvollziehbarkeit mancher meiner Annahmen. Insbesondere den Versuch, das Erschrecken beim Griff des breiten Mannes nach Deinem Hals auf ein Trauma in der Genitalphase der seelischen Entwicklung (5- bis 7. Lebensjahr / in elastischen Grenzen) zurückzuführen.

Der aktuelle Traum bietet dafür keinen Hinweis, der an seiner beim Aufwachen erinnerten Oberfläche direkt sichtbar wäre, so hatte ich als Argument nachträglich eingefügt, dass sich dies m.E. aus dem vorherigen Traum erschließen ließe. Zu einem ergänzenden Argument könnte werden, dass dies Thema vom Paradiesmythos tradiert bzw. jedem Kind unserer patrialen ‚Kultur‘ als angeblich Gottes- oder Naturgewollte Anfangssituation der Menschheit vermittelt oder indoktriniert wird. Siehe Adam & Evas Schamgefühle: das erste Symptom ihres mit der Verfluchung letztlich der gesamten Menschheit geahndeten Griffes nach der verbotenen Erkenntnis-Frucht... Ich schreibe „könnte“, weil die Gültigkeit meines Arguments vorausgesetzt, dass Du diese Inhalte wiedergegeben haben würdest, hätte ich Dich gebeten, Deine Freien Assoziationen über das Symbol der Schlange -> Paradies ->... zu vertiefen. „Je mehr, desto besser“.


Ich verstehe hier nicht wie du zwischen den Charaktermerkmalen dieses Bekannten und der Monogamie eine Verbindung hergestellt hast. Ich stimme dir zu, dass Personen im Traum wohl für eigene Anteile stehen können, das habe ich auch an anderer Stelle mal gehört. Deswegen fand ich das in deinem nicht-editierten Beitrag etwas verständlicher formuliert zumindest habe ich es so in Erinnerung. Im ersten Moment hat das natürlich schon ein gewisses Maß an Widerwillen in mir ausgelöst. Wer will bei sich selbst schon gerne negative Eigenschaften sehen? Andererseits heißt es ja oft, dass man die Dinge die man an anderen nicht mag meistens an sich selbst nicht leiden kann. Ist es nicht das was man dann unter Projektion versteht?

Ich habe von dieser Spezifikation des Begriffs mal gelesen, verwendet ihn aber lieber allgemeiner. Projektion bedeutet in ‚der‘ psychoanalytischen Nomenklatur (also, ich schlage Dir diese Defintion vor), dass das Ich seine eigenen Inhalte auf die belebte und unbelebte Umgebung unbemerkt überträgt, reininterpretiert. Die Inhalte können aus Beliebigem stammen. Z.B. aus der ins ÜberIch eingenisteten Moral, oder aus den angeborene Bedürfnisses des Es, oder ‚rein‘ organischen Eigenschaften. Unter anderem die Denkprozesse des Gehirns und das Gebärvermögen des Uterus.

Das spielt eine Rolle beim „uranimistische Glauben“: dass DER Himmel männlich und allsichtig – eher geistig– sei, des „Überblicks“ wegen, den er nach Unten hin zu haben scheint; DIE Erde hingegen weiblich und eher körperlich, weil sie aus ihrem Stoff (s. mythischer Lehm) scheinbar Lebewesen erzeugen kann.

Auch der „religiöse Glaube“ basiert auf dem Projektionsphänomen. Freilich mit dem wichtigen Unterschied, dass seine Inhalte erst ganz zuletzt in der Menschheitsgeschichte zu einer Weltmacht wurden: Der uranmistische Himmel der seelisch gesunden Urmenschen lässt noch Regnen und Sonne scheinen über Sünder wie Fromme gleichermaßen, ‚auf einmal‘ aber wurde er zu einem die Verstöße gegen seine moralischen Verhaltensvorschriften streng bestrafenden Vater, der im Zorn über sein edelstes, trotz Allmacht gründlich missratenes Geschöpf mindestens einmal beschließt, es vollständig auszurotten und mit ihm gleich mit die Pflanzen und alle anderen Tiere.

Gegen diesen von der 6 Tausend Jahre alten, mehrfach abgewandelten Sündflut-Geschichte zur Gegenwart transportierten Psychoterror, der ursächlich von den ihr Kind in der monogamen Familie erziehenden Eltern verübt wurde und wird (in jeder Generation von neuem zu einem Instinkt- oder Es-feindlichen Inhalt des ÜberIch werdend), begehrt nun der Mann, den Du in seiner Wohnung besuchtest, auf. Das wertest Du bewusst als eine seiner "negativen" Eigenschaften, nur ist der Traum Deiner. Der ‚Mann‘ ist ja Dein Symbol, es verkörpert Informationen, die teils zwar von Außen stammen (die Erscheinung des realen Mannes), bei deren Auswahl aber hat sich Deine Seele etwas gedacht. Genauso bei der Situation in der Wohnung, wobei glaube ich unwesentlich ist, ob dieses Bild auf einer Erfahrung basiert, oder nur einer Phantasie entspricht, einem Wunsch. Auf Jedenfall ist die Situation rein der Zählung nach eine ‚monogame‘. (Frage: Wäre der Mann einer derer, die Du sehr magst, aber es meidest, körperliche Nähe zu suchen? Weiter unten komme ich auf diese von Dir nachgelieferte Problematik zurück; da wurde mir bewusst, dass "Moral" in der Tat nicht alleinmaßgeblich sein kann.)


Adam und Eva in ihrer scheinbar selbsterklärend* zweisamen Kleingartenparzelle fügen – denke ich – einen das vage Anfangs-‚Indiz‘ verstärkenden Eindruck hinzu, es noch ein Stück unwahrscheinlicher machend, dass das Paar in der Wohnung rein zufällig so da war.

(* Mosis lässt es in seiner Version dieser Geschichte so aussehen, als ob beide die überhaupt ersten Menschen waren – das ist verständlich für seinen Plan, ‚Gottes‘ Auserwähltes und völlig entwurzelte Volk der in Ägypten versklavt gewesenen Juden in einen künstlichen Kulturtopf einzupflanzen, aber voll gelogen, reine Propaganda! Siehe da: https://de.wikipedia.org/w/index.php?ti ... edirect=no)

Psychoanalytisch gesehen spielt „Zufall“ dann endlich überhaupt gar keine Rolle mehr bei ihren Versuchen, Träume zu deuten. Jedes Symbol ist unfehlbar mit Sinn verbunden, alle haben eine ganz bestimmte, sich gegenseitig zu einer Gesamtaussage zusammenfügende Bedeutung.

Der entscheidende Punkt unserer Indiziensammlung müsste sich dann in dieser Frage finden: Wo kommt das Trauma her, wenn es denn berechtigt ist, Dein Erschrecken beim Griff nach Deinem Hals auf solch ein Ereignis zurückzuführen? Der statistischen Wahrscheinlichkeit nach aus einer monogamen Familie. Das kann ich in Bezug auf Dich aber nicht genau beurteilen, weil Du Dich über Deine Kindheitssituation bedeckt hältst, bzw. froh warst, von Deinen frühkindlichen Obdachgebern nicht im Traum heimgesucht zu werden. Dennoch die Frage: War es ein Elternpaar? Eine chaotische WG, deren erwachsene Bezugspersonen weder Wert auf besondere Hygiene noch „feste“ Zweierbeziehungen legten, dennoch zu tun hatten mit diesen Themen? Eifersuchtsszenen, Verlassens- und Verlustängsten?

Jedenfalls, es müsste in Deiner Erziehung oder sagen wir „Sozialisation“ etwas gründlich schief gelaufen sein, und zwar im positiven Sinne (aus meiner Werteperspektive), weil Du und der Mann, ihre beide im Traum, ohne größere Hemmungen aus der ‚Monogamie‘ hinaus geht. Hinein in die Umgebung eines natürlichen Gruppenorganismus', der als Symbol nur aus dem Es stammen kann (behaupte ich zwecks Prüfung), und dessen ‚vegetative‘, oral-passive, 'harmlose' Konnotation außerdem durch aktiv bewegungsfähige, anal-animalische Bilder ergänzt wird: anthropomorphe Elfen, weitere Männer, ein ganzer Kreis von ‚Patienten‘.

Demnach scheint Dein Traum von Grund auf therapeutisch angelegt. Was eben Probleme voraussetzt, die das Ich zuerst realisieren und inhaltlich nachvollziehen können muss, bevor das Wagnis eingegangen werden kann, sich selbst zur Aktivität zu überwinden (analer Eigenwille; souveräne Aggression), anstatt die seelische Potenz auf „den Mann“ - wie im Patriarchat „normal“ - zu externalisieren, vorbewusst wünschend, zu etwas ‚Illegalem‘ verführt zu werden, bewusst dann erschreckend...



Mag natürlich sein, dass diese negativen Eigenschaften die ich aufgelistet habe auch zum Teil bei mir selbst vorhanden sind. Ausschließen kann ich das nicht…ich würde mir aber durchaus so etwas wie ein Moralempfinden oder eine Gewissenhaftigkeit zuschreiben. Es ist ja wie bei allen Dingen: es kommt auf das Maß an.

Nun, heißt oft so: Das Gift macht die „Dosis“. Was aber, wenn die in unserer Gesellschaftsform selbstverständliche These des „Wertes der Moral“ unhaltbar werden würde? Anhand Informationen, die logischer Weise nicht aus dem Kontext der Religionen stammen (jeder Generation immer wieder von neuem unhinterfragt anerzogen), sondern mit Hilfe der Naturwissenschaften gewonnen wurden? Evolutionsforschung, Primaten-Etholgie, Genetik usw.? Freud als Arzt hatte die Hoffnung, dass es der Wissenschaft dereinst gelingen werde, Kindern die Vorzüge des Kultur- und Zivilisationsphänomens vermitteln zu können, ohne ihnen dafür den sog. „Triebverzicht“ abzuverlangen. Ein Preis, der den Menschen neurotisch macht... Die Lösung dieses Freud mit großem "Unbehagen in der Kultur" erfüllenden Rätsels liegt mir vor, will es aber nicht jetzt weiter vertiefen. Nur andeuten, dass es m.E. eine andere Option gibt als die, die Du oben vertrittst. Religiöse Fanatiker würde darüber nicht diskutieren, aber ich gehe davon aus, dass Du es zur Diskussion stellst, dass Du über genügend viel seelische Gesundheit verfügst, selbstkritisch gegen Deine Glücks- und Wertvorstellungen zu sein. Du kannst Dein ‚Über-Ich‘ herausfordern (der symbolische Mann in der Whg. scheint rein gar nichts von Moral zu halten), es wehrt sich dagegen, indem es Deinem Ich einsuggeriert, den ins Schwanken gebrachten Wert wieder zu stabilsieren, durch die rationale These eines Goldenen Mittelwegs...

Die Frage nach der Monogamie gehört für mich nicht für die „wichtigen“ moralischen Fragen. Da denke ich eher an ganz andere Dinge. Wobei ich zugeben muss, dass es bei diesem Bekannten tatsächlich hauptsächlich um die Themen offene Beziehung, bzw. Freundschaft + und solche Geschichten ging. Also zufällig passt es dann doch wieder ein bisschen. Du liegst allerdings damit falsch, dass ich da ein Problem mit hätte. Offene Geschichten können durchaus ihren Reiz haben, manchmal sind sie sinnvoll manchmal aber auch nicht. Aber ja diese grundsätzliche Offenheit hatte ich auf jeden Fall nicht immer. Das hat sich mit der Zeit etwas geändert.

Wobei jetzt wo du schreibst, dass man als König sein Reich gegen fremde Gruppen verteidigt…vielleicht ist es hier auch wieder so, dass die Krone als das Herrschaftssymbol den Kopf davor „verteidigt“ von den Bedürfnissen des restlichen Körpers „überrannt“ zu werden. Lediglich eine weitere Assoziation die mir gerade kam. Passt wieder ein bisschen zu der „Trennung“ von Körper und Geist.


Du bringst mich wirklich ins Stauen! Ja, natürlich, der König muss das Ideal-Ich sein, der Herr im eigenen Hause (wo es zwei Mächte gibt, werden sie nämlich im Konflikt das Haus zugrunde richten), dessen vom Es gewollte Aufgabe oder Funktion dann darin besteht, die Faktoren der äußeren Realität zu beurteilen (Freuds „Primat des Intellekts“/ Realitäts-Prinzip), d.h. abzuschätzen, ob die muskuläre Umsetzung der innwenig wahrgenommenen Es-Bedürfnisse zu instinktiven Handlungen im Hier und Jetzt gefahrlos machbar ist, oder nicht. Wenn gerade nicht "jetzt" oder "hier", dann eben nachher oder anderswo. Oder müssen Waffen her, um das Löwenrudel vom letzten Wasserloch in der ausgedörrten Steppe zu vertreiben. Unser Planet war noch nie ein Paradies, eher eine Gegend voll Diesteln und Dornen, es immer schon notwendig machend, um das "Dasein" zu kämpfen. Dafür kann das Ich des seelisch gesunden Menschen die Realität beurteilen, ggf. entscheidend, sein Es zu besänftigen, die Triebe unter bewusster Kontrolle zu halten. Ein bisschen so wie die tüchtige Reiterin ihre Stute. Und wenn diese des selbst ‚blind‘ seienden Lust-Prinzips wegen gar zu wild aus ist auf Nahrung und Wissbegierig, erotischen, sozialen oder sexuellen Austausch in ihrer Herde, obwohl gerade ein Steppenbrand heranrauscht, dann kann der König auch ärgerlich werden: er muss das Es dann an den Zügeln zurückreißen, weil er die Realität als akut existenzbedrohend für den gesamten Organismus beurteilt hat.

Eines ist in artgerechten, evolutions-eigenen Sozialumgebungen absolut ausgeschlossen: Das Ich vergisst nie, was das Es von ihm will; der König fällt niemals die Entscheidung, seine eigenen Triebe als Ungeheuer oder als aus Prinzip „gefährlich“ aufzufassen und solange gegen sie zu kämpfen, bis sie ins „Unbewusste“ verdrängt wurden und er selbst nicht mehr weiß, was er will und wer er ist.

Ich glaube, dass der Hals deswegen eine so empfindliche, von lebensfeindlichen Faktoren bedrohte ‚Körper‘-Stelle zu sein scheint, weil es in diesem Symbol um das "freien Entscheidungsvermögen" des Ichs geht. Wie gesagt ist es seine Funktion, die motorische Umsetzung der Es-Bedürfnisse zu kontrollieren, das Notwendige einleitend, oder nicht. Traumatische Überforderungen des kindlichen Ichs führen jedoch zu der Entscheidung, die von Außen ständig mit Strafe bedrohten Triebe ins Unbewusste zu verdrängen, sie dort zu ‚vergessen‘, oder wenn ihnen doch gelingt, das Ich-Bewusstsein von Innen her zu erreichen, sie als fremde, bedrohliche Wesenheit zu interpretieren.

Das ist identisch mit der Trennung von Körper und Geist – ein metaphysisches Thema aller Religionen, für dass sie keine Lösung haben wollen können, weil das Ich solcher Menschen sie noch mehr fürchtet, als der Teufel das Weihwasser. Erst Freud ist es gelungen, die Leib-Seele-Frage ein für alle mal zu beantworten, indem er Körper und Geist als funktional verschiedene Aspekte derselben Seele (Gesamtorganismus) erkannt hat, die sie ‚ex nihilo‘ erschaffende wie antreibende Energie als „Libido“ benennend. In gewissem Sinne der Gott der Psychoanalyse, Schöpfer der Natur und ihrer Gesetzte, während die „10 Gebote“ nur ein Produkt des menschlichen Geistes sind: gut gemeint, aber fatal, da dies Konstrukt zur ‚Trennung‘ von Leib und Geist geführt hat, zur Entfremdung der Menschheit von ihrer eigenen Natur. „Irren ist menschlich“.

Vielleicht muss ich mich in meiner persönlichen Entwicklung noch mehr mit der Frage beschäftigen warum mir körperliche Nähe ausgerechnet bei Menschen für die ich tiefere Gefühle hege (was ja nicht häufig vorkommt) so schwer fällt. Obwohl ich es eigentlich möchte. Ich denke das war der Sinn meines Traumes.

Ich schließe mich an, überlege nach Deinen Überlegungen jetzt auch, dass es einen gesonderten Aspekt des in der ‚Trennung‘ von Ich und Es wirkenden Traumas darstellen könnte, dass Dir die körperliche Nähe zu weniger nahestehenden Menschen vergleichsweise leicht fällt. Im Es wirken 6 verschiedene Triebe, unter anderem:

>> das keinerlei allgemeines Moral-Problem darstellende Bedürfnis nach Energie (Nahrungsaufnahme; physische Wärme) (Man muss essen, um ein tüchtiger Kirchendiener und Staatsbürger zu sein)

>> die aus religöser Sicht schon ziemlich heikle Wissbegierde (Forscherdrang, ob als extrospektive Physik vom Makro- zum Mikrokosmos, ob als introspektive Psychologie hinhab in den Dark Continent der eigenen Seele)

>> und der in unserer patrialen Gesellschaft wesenhaft völlig unbekannte, gänzlich ins Unbewusste verdrängte Sozialitäts-Instinkt (Bedürfnis nach Bildung souveräner Gruppen).


Das Sozialitätsbedürfnis versucht sich naturgemäß gegenüber jenen Menschen bemerkbar zu machen, die symphatisch sind, die man vielleicht schon näher kennt und denen man vertraut, so fordert das Es hier auch, die bisherigen schönen Erfahrungen um die der gemeinsamen körperlichen Nähe zu ergänzen. Es ist bei den sozialen Lebewesen ein Haupt-Zweck der Lust, die gegenseitige Verbundenheit in der Gruppe zu stärken. Abgesehen von der wechselseitigen Körperflege, vor allem der Körperöffnungen, weil sie am meisten von Bakterieninvasionen bedroht sind, weshalb die Natur sie in weiser Voraussicht mit extra vielen Lustzellen ausgestattet hat, damit das Ich sich ihnen genauso selbstverständlich jeden Tag neu widme, wie der auf ihre Weise lustvollen Aufnahme von Nahrung. (Autarke Organismen tun es allein, z.B. die Stubenfliegen, indem sie sich genüsslich "putzen").

Nun, die ersten Erfahrungen körperlicher Nähe, die der Mensch in seinem Leben macht, stammen aus der Kindheit, mit den unmittelbaren Bezugspersonen. Sind sie unangenehm oder sogar traumatisch, weil die Erwachsenen oder älteren Geschwister (bereits) seelische Probleme haben: Hemmungen; Ängste; den Hang, auf das unverdorben Trieb-verbundene Kleinkind phobisch zu reagieren und beginnend, es zur Sittlichkeit zu erziehen -, dann wirken solche schlechten Erfahrungen vom so geprägten ÜberIch herab auf das Ich für den Rest des Lebens. Umso mehr beeinflussen diese Inhalte das Empfinden, Denken und Verhalten, je weniger das Ich von ihren Ursachen weiß und die Zusammenhänge versteht.

Fremden attraktiven Menschen gegenüber bleibt diese Problematik wahrscheinlich weniger bewusst oder fällt es dem Ich relativ leicht, sie zu überwinden, unter der Annahme, dass der andere zwar gut für eine sich vielleicht auch wiederholende Erfahrung im Bett sei, für die geistigen und die sozialen Bedürfnisse aber eher kaum oder gar nicht in Betracht kommt.

Anders bei denen, die man wirklich mag, die man schätzt wegen ihrer intellektuellen, künstlerischen und-oder sozialen Vorzüge. Geht man mit ihnen ins Bett und ist es schön, dann kommt es wahrscheinlich erst recht zu einer Verliebtheit. Ein Phänomen, das aus der Emotionalität der Säuglingsphase stammt und das Freud "Narzissmus" nannte: Das einer Traumatisierung wegen an die Oralphase fixiert wordene Ich will den anderen – als ob er oder sie die Mutter ihres Babys sei, für die Stillung all seiner Bedürfnisse hilflos auf sie angewiesen – mit niemanden teilen. Das Es wiederum aber will sich entwickeln, nicht in einer ‚monogamen‘ Beziehung mit der vom Ich projizierten Ersatzmutter verharren. Dieses Syndrom stellt also etwas anderes dar, als das aus frühpatriarchalischen Zeiten stammende moralische Verbot des Ehebruchs, so ergänzen sich beide, obwohl unter den ökonomischen Verhältnisse der hyperzivilisierten Nationen das moralische „Treue“-Gebot keine echte Funktion mehr zu haben scheint: Es gibt die neue Mode der Frauen-Emanzipiation (eines der vielen Kleider immer desselben 'Kaiser'), d.h. auch sie dürfen arbeiten gehen bzw. ihr eigenes Geld z.B. als Atombomber-Pilotin verdienen, und dem Vater Staat ist es fast egal, wer der Zeuger seiner Kinder (neuen Bürgen) sei. Im Frühpatriarchat hütete der Mann "seine" Frau noch strenger als seine Kamele vor Femdbefruchtung, weil er sicher sein wollte, dass ein "eigenes" Kind augebrütet wird (kein Kuckuck) - ein neues Mitglied seines patriarchalischen Mini'könig'reichs, Arbeitskraft und Altersversicherung zugleich. Zeugnis seiner Macht, seines Prestiges...

Komplexe Themen, und nach meiner Erfahrung aussichtlos, diese Inhalte ohne gleichzeitigen Bezug auf die Befunde der ethologischen Primatenforschung, Anthropologie, Mytgenkunde und Traumanalyse schlüssig zu sortieren. Träume klären jeden Menschen über seine ganz persönlichen Kindheitserfahrungen auf, in Symbolen, für deren Verständnis nicht unterlassen werden darf, dass der Träumer sie selbst beschreibe und definiere. Auch dann, wenn manche von ihnen direkt zu Mythen führen, die den Beginn der Tragödie der Menschheit überliefern.

Vorher evolutionierte und lebte sie die längste Zeit ihres Daseins in überschaubaren sozialen Gemeinschaften, die viel Ähnlichkeit hatten mit den Horden der heutigen Schimpansen. Natürlich mit einem seit 10 Millionen Jahren zunehmend größer gewordenen Bewusstsein (Neocortex, Frontallappen), dessen Funktionen nicht nur die beim Homo sapiens ans Unfassbare grenzenden Technologien erklären – von der Steinzeit zur Odyssee im Weltraum –, dazu die von den Religionen missbrauchte Formulierung „Krone der Schöpfung“, sondern leider! auch selbst schuld sind an der pathologischen „Trennung von Körper und Geist“. Das ist das Ergebnis einer Falle, die sich der mächtigste Prädator dieses Planten versehentlich selbst gestellt hat...

Meine Stellungnahme ist sehr lang geworden, es hat mir nämlich viel Freude bereitet, mich mit Deiner gut durchdachten Kritik, den Fragen und Gedanken zu befassen, anhand derer Du den von sich teils gegenseitig ausschließenden Hintergründen herstammenden Inhalten der Symbole (Deines Organismus) nachgespürt bist! Achte auf Deine Träume. In Dir ist alles, was Du brauchst.

Ich grüße Dich herzlichst!

Dein P
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Re: Ein Opfer für den König

Beitragvon plush » 12.01.2021, 02:01

Parzival~Geschichte

Gibt eine Variante, die das Problem dort löst, wo es verursacht wurde
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Re: Ein Opfer für den König

Beitragvon plush » 12.01.2021, 03:28

hast du herausgefunden was beide voneinander TEILend trennt ?

Es gibt ein Trauma, dass den König so sehr verletzt hat, dass er weder zu sterben noch zu leben versteht. Leib und Geist sind seitdem getrennt, denn der Geist wagt einer traumatischen Furcht wegen nicht, das Gemeinsame zu erkennen.

Man könnte sagen: Die ganze Menschheit ist der König - sie war einst die Krone der Schöpfung (sozial wie geistig höchstenwickeltes Raubtier auf Eden), hat sich aber mit ihrer geistigen Potenz - aus Versehen, Irrtümlich - jenes Trauma selbst zugefügt. Die Lösung ist deswegen, die Spitze dieser Potenz (symbolisch Parzivals Lanze) an derselben Wunde als Heilmittel zur Anwendung zu bringen.

Der Mensch, der bereits auf dem Weg der Genesung ist, möchte und kann den rat- und hilfloseren Artgenossen, die dafür über genügend viel Restgesundheit verfügen müssen, beistehen. Die Geholfenen werden während dessen ihrerseits fähig, sich (die auch der leidende König sind) zu heilen und einzusetzen für die nackommenden. Am Tage des Jüngsten Gerichts (über jenen Ur-Irrtum, der Diese Welt erschaffen hat, das Unrecht sinnlosen naturfremden Leidens) wird das letzte Stück Krankheit, das noch übrig ist, dem König geopfert. In der Krankheit ist nämlich Energie gefangen, die ihm gehört.

Zu glauben, man selbst sei es, der dem König geopfert werden soll, scheint demnach ein Teil des Problems. Dieser Glaube könnte daher stammen, dass sich das betroffene Ich mehr oder weniger mit der Krankeit identifiziert. Das sollte mit den in Dieser Welt einzig bekannten Glücks- und Wertvorstellungen zu tun haben, die es hegt, sich noch weigernd, noch nicht fähig seiend zu der Erkenntnis, dass sie eine Krankheit sind.
https://www.academia.edu/42269167/MINDERHEITEN
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Re: Ein Opfer für den König

Beitragvon plush » 13.01.2021, 16:35

Liebe Entenliebe!

Ein Hinterfragen des Wertes der Moral und eine dadurch eintretende Änderung in der Erziehung könnte viele Menschen davor bewahren diese von dir angesprochene Trennung erleiden zu müssen. Dass ich mich damit dennoch etwas schwer tue liegt womöglich auch wieder an meiner eigenen Sozialisation. Wobei es meines Erachtens eher das Gegenteil von dem ist wie ich erzogen wurde. Etwas womit ich manchmal sehr hadere ist das sich Abgrenzen von den Erziehungspersonen. Also das "nicht so sein wollen, wie die Eltern" etwas dass bestimmt die meisten Menschen irgendwo betrifft. Nun haben Meine aber nicht nach dem klassischen Wertesystem gehandelt, wie ich oben vielleicht schon etwas angedeutet habe. Mag sein, dass ich in meinem letzten Beitrag deswegen den Drang hatte nochmal klarzustellen, dass ICH aber trotz allem eine gewisse Moral habe. Denn wenn ich die nicht hätte wäre ich vielleicht genau wie Mutter oder Stiefvater. Und das widerspricht meinem inneren Bild von mir nun einmal völlig. Ich weiß nicht ob deutlich wird, wie ich das meine. Deswegen sprach ich von der goldenen Mitte, auch wenn sie wohl unrealistisch und nicht zweckdienlich ist. Möglicherweise sprechen wir hier aber auch von unterschiedlichen Begriffsbestimmungen. Es geht mir einfach darum, dass ich nicht jemand sein möchte, der sich Dinge oder Menschen einfach nimmt, weil er sie jetzt haben möchte und sie sein Eigentum sind. Das ist für mich auch Moral. Aber du meinst glaube ich eher die Moral die sich gegen jegliche inneren Regungen und Gefühle richtet. Trotzdem ist da wieder die Frage wo man die Grenze zieht. Aber ein wenig hatten wir das Thema schon bei meinem letzten Traum. Schwierig da eine umfassende Antwort drauf zu finden. Auf jeden Fall verstehe ich deine Ausführungen dahingehend, dass du eine „natürlichere“ Form der Sozialisation anstrebst, wie sie eben auch im Tierreich oder in der frühen Menschheitsgeschichte anzutreffen ist. Das lässt Menschen psychisch gesünder bleiben und möglicherweise braucht es dieses stark triebunterdrückende dann nicht mehr. Vielleicht kommen diese „Extreme“ in denen Menschen vollkommen dissozial agieren ja gerade unter anderem durch solch eine extreme Moralerziehung her. Es könnte aber auch sein, dass Menschen sich so entwickeln, weil sie so etwas wie Moral nie kennen gelernt haben. Ich kann das nicht gut beurteilen, dafür kenne ich mich mit diesen Mechanismen einfach zu wenig aus.


Es ist nicht so leicht, solche ideologischen Gespräche sinnvoll zu beginnen, aussichtslos sogar, wie angedeutet, wenn keine fundierte Methode existiert, die es ermöglicht, sich mindestens im selben Maße mit den Regungen und Konflikten des unbewussten Dark Continent der Seele zu befassen. Die Macht der Prägungen der Kindheitsfamilie, die das ÜberIch „über“ das Ich verübt, erreicht ihre volle Stärke lange vor dem Erwachen des Intellekts, so dass dieser später – sollte er ausnahmsweise zu einer Art abgespaltenen Vollreife gelangen – in der Not eine sog. „Vernunft“-Tugend entwickelt, um sich gegen die anerzogenen Verhaltensvorschriften des mosaischen Dekalogs zu behaupten, d.h., so weit eben dem Ich dies „vernünftig“/ begründbar erscheint. Die Inhalte des Dekalogs, von denen jede patriarchalische Gesellschaftsform historisch bedingt eine mehr oder minder abgewandelte Version besitzt, sind das, was ich unter „Moral“ verstehe.

Edit: Du nennst es dann zwar Moral, womit Du Dich, um nicht so wie sie zu werden, gegen die verinnerlichten Eltern wehrst - zugleich gegen die ebenfalls ins Über-Ich eingenistete Dekalogs-Moral -, jedoch denke ich, dass auch der Begriff Vernunfts-Tugend angemessen ist. Ob besser passend oder nicht, ist vielleicht zweitrangig. Jedenfalls hätten wir für zwei verschiedene Sachverhalte je eigene Begriffe.

Mit dem ersten oben zitierten Satz stößt Du also direkt auf das Problem: das in die Familie hineingeborenen Kind ist nicht im Besitz der intellektuellen Fähigkeiten, die es ihm theoretisch ermöglichen könnten, sich mit Erfolg gegen die artwidrigen Lebensumstände, welche beim Ich erst zur Ablehnung und dann zur Verdrängung seines Es – somit zur Trennung des ‚Geistes vom Körper‘ führen, zu wehren. Auch sind die Eltern unverhältnismäßig viel stärker, zudem in aller Regel irreversibel ‚gut gemeint‘ überzeugt von der Richtigkeit ihrer geprägten Scheinglücks- und -wertvorstellungen, so würde das Kind, das unrealistischer Weise (eines der Naturwissenschaft derzeit und vermutlich nie erklärbaren „Wunders“ wegen) jedes solcher Scheinargumente zu entkräften verstünde, zwar um den Ausweg wissen, nichtsdestotrotz ein physischer Gefangener seines Elternhauses bleiben. Es würde sich in Geduld übend warten, bis weder seine Eltern noch ein unbelehrbar besserwisserischer Staat imstande wären, ihn seiner Freiheit zu berauben.

Im Prinzip könntest Du davon ausgehen, dass ich dieses seltsame Kind einmal war. Abgesehen natürlich von dem „Wunder“ – ein Rätsel, dessen Lösung Dir m.E. im weiteren Verlauf unser interessanten Bekanntschaft nachvollziehbar werden kann.

Ich glaube, Du hast dafür die idealen Voraussetzungen, innerlich wie intellektuell. Übrigens etwas, für das ich keine Erklärung habe, bzw. zwei, die aber in den uns umgebenden gesellschaftlichen Verhältnissen gleichermaßen unwahrscheinlich sind. Ich habe sie schon angedeutet: Entweder haben wir ein Stück gemeinsame Biographie; das hast Du verneint. Bliebe also nur das „Oder“, dass Du einer der seltenen Menschen bist, denen aufgrund eines unberechenbaren Gemisches aus verschiedenen Faktoren – nämlich: ungewöhnliche seelische Vitalität; pädagogische Ungeschicklichkeit der Eltern; förderliche Beziehungen in einer Gemeinschaft mit anderen vernachlässigten Kindern... – das seelische Überleben gelang. Es könnte also sein, dass sich bei Dir im Alter zwischen 3 und 4 Jahren die anale Phase, d.h. der „Eigenwille“, Souveranitätsdrang, so weit konsolidierte, dass Du weit überdurchschnittlich immun gegen alle spätere Anfechtungen wurdest. So erkläre ich mir also das Bild des kleinen Königs, von dem Dir unter Miteinbeziehung unserer vorherigen Auseinandersetzung träumte. Ebenfalls die Fähigkeit Deines mit diesem Kind (das anale Es) innerlich gefühlsmäßig in Kontakt gebliebenen Ichs, die Forderungen und Konsequenzen des „narzisstisch-/regressiv wirkend)en“ Syndrom zu erfassen, seine Unvereinbarkeit mit dem, was der anale Instinkt des Es von Dir verlangt...

Du sagst, dass Albträume, wenn Du sie hast, eher „Drinnen“ in Wohnungssituationen akut werden, „Draußen“ hingegen ist es meist immer ganz schön und aushaltbar. Abzüglich der Impulse, die zur Auflösung eines sonst ausbrechenden Problems führen oder wieder umgekehrt, spiegelt sich in dieser Drinnen-Draußen-Relation ein „Muster“, das mit der seelischen Entwicklungsrichtung des Homo sapiens zu tun hat: die orale Phase (bis ca. 3. L.j.) stellt eine Zweierbeziehung dar, so steht das Symbol Wohnung für die Mutter-Säuglings-Monade, und die anale Phase eine, ab der das kleine, jetzt auch mit seinem ersten Gebiss ausgestatte Kind zu realisieren beginnt, kein Anhängsel seiner bisherigen Nahrungs- und Geborgenheitsquelle zu sein, so begibt es sich nach „Draußen“ auf die Suche nach einer konstanten, altersmäßig senkrecht strukturierten „primatischen Kindergruppe“, um sich darin einzuleben, auszutauschen und seine weitere seelische Entwicklung zu absolvieren. Die Mutter ist ab der analen Phase nicht mehr der Mensch, die sie während der oralen Phase war und sein musste, weil der Säugling weder geistig-emotionell noch körperlich über die Mittel verfügt, selbst für die Bedürfnisse seines Es zu sorgen....

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Was hältst Du also von der Hypothese, dass die Familie sich deswegen seelisch krankmachend auswirkt, weil sie eine künstliche Einrichtung darstellt, nicht die soziale Beziehungsumgebung bietend, die das Menschenkind für seine seelische Entwicklung braucht, gefordert aus seinem Genom, seinem „Es“?

Das ist ein interessanter Erklärungsansatz zu meiner Problematik und ich halte das für sehr plausibel. Letztlich ein sehr schwer zu lösender Konflikt. Einerseits der starke Wunsch nach extremer Nähe, möglicherweise bis zur Verschmelzung und damit temporären Auflösung des Ichs dabei aber im gleichen Atemzug die Angst für immer verschlungen zu werden. Also sein Ich zu verlieren und vollkommen abhängig zu sein. Wenn man dann Pech hat und da nicht rauskommt ist man entweder sein ganzes Leben lang einsam, weil man es nur erträgt oberflächliche Beziehungen zu führen die einen gar nicht im Inneren berühren oder man wird sehr einseitig und benutzt Menschen als Objekte um die eigenen Bedürfnisse mit Gewalt zu erfüllen durch diese Machtausübung dann aber vermeintlich unabhängig zu sein oder den anderen von sich abhängig zu machen. Beides so oder so nicht erstrebenswert.


Ersteres also die totale Sackgasse („Eremitage“) und das andere etwas für die politisch-/ religiösen Führer unserer patriarchalischen Gesellschaft: Mafiabosse, Priester, Gurus –, wobei das nicht heißt, dass sie nicht sozialphobisch sind. Die vor- bis ‚bewusste‘ Abwehrhaltung des Ichs gegen den deswegen vollständig verdrängt bleibenden Sozialitätsinstinkt äußert sich bei ihnen lediglich anders: undurchschaubarer, weniger offensichtlich.

Du besitzt einschlägige Erfahrungen mit einer Gruppierung, in der es einen sog. Guru gab? Einen sich vielleicht sogar selbst so genannt habenden „Therapeuten“, der fest daran glaubte, seinen Patienten bei der Diagnose und praktischen Überwindung ihrer Kindheitstragödie effektiv behilflich sein zu können, in Wahrheit aber sie auf sehr subtile Weise missbrauchte, ausbeutete für seine Gelüste nach infantiler Zuwendung und Ausübung von Macht? Ggf. wäre ich sehr interessiert, von Dir einen Bericht darüber zu lesen.

Ich freue mich auf das nächste Mal!

Dein P
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