Unvorstellbar viele Pfauen

Hier können sich Besucher untereinander Träume posten und helfen, diese zu deuten.

Moderator: Mirakulix

Unvorstellbar viele Pfauen

Beitragvon Theo Träumer » 12.07.2015, 16:26

Hallo Leute!
Ich spare mir meinen klassischen Beitrags-anfang, Ihr wisst, warum ich mich an Euch wende. ;)
Letzte Nacht hatte ich einen Traum, der mich ratlos zurückgelassen hat:
Eine Information vorweg: Meine Tante ist sehr reich und lebt mit ihrem mann in einer relativ großen Villa. Als Kind habe ich dort oft mit meinem Cousin gespielt. Inzwischen ist der Kontakt nur noch spärlich. Nur in letzter Zeit bittet sie mich immer mal wieder, etwas für sie einzukaufen, da sie langsam alt wird und ihre Familie vor lauter Arbeit keine Zeit hat.

NUN ZUM TRAUM:
Im Traum bin ich in der Villa meiner Tante. Ich scheine dort allein zu sein. Plötzlich kommt von irgendwoher ein Pfau! Im richtigen leben habe ich keine Angst vor diesen wunderschönen Vögeln, aber im Traum wurde mir etwas mulmig. Plötzlich erschienen immer mehr Pfauen, die mich langsam aber sicher umzingelten. Ich wusste nicht mehr, was ich machen sollte! Plötzlich erschienen zwei junge Frauen, mit denen ich um die Jahrtausendwende Kontakt hatte, die ich danach allerdings nie wieder gesehen habe! Gemeinsam haben wir versucht, die Pfauen zu verscheuchen, was aber nicht ging. Sie zeigten sich unbeeindruckt. Nur EINER(!) ist aus dem Fenster rausgeflogen. Aber es kamen immer mehr unter dem Tisch hervor. Ich habe weiterhin versucht, sie durch lautes Aufstampfen und springen zu verscheuchen, was allerdings nicht klappte.
An den Rest kann ich mich leider nicht erinnern. Dabei muss ich wohl aufgewacht sein.

Könnt Ihr mir bitte diesen Traum deuten?
Theo Träumer
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Re: Unvorstellbar viele Pfauen

Beitragvon plush » 12.07.2015, 17:40

Sei gegrüßt!

Bevor wir mit der Arbeit beginnen, eine Beschreibung, worauf es ankommt beim Traumdeuten: Träume stellen Botschaften des Unbewussten über Deine seelisch-emotionelle Situation dar, die ihrer symbolischen Sprache wegen ausgelegt werden müssen; dies erfordert Deine Mitarbeit beim Deuten. Im ersten Schritt heisst dies: Versetze Dich bitte erneut in das Geschehen Deines Traumes, lasse es auf Dich wirken und formuliere eine Überschrift, die zu seiner Dramaturgie gefühlsmäßig passt - am besten eine poetische, so wie es die Dichter machen mit ihren Werken... (Solltest Du bereits eine gefunden haben, suche nach einer zweiten, und unterteile versuchsweise den Traum in aufeinanderfolgende Sequenzen mit Extraüberschriften.)...


Im nächsten Schritt geht es um die Symbole Deines Traumes:

Zu Dir bekannten Personen fertige bitte Charakterportraits an, die die positiven und negativen Eigenschaften so beschreiben, dass sich auch ein Mensch, der die Personen nicht kennt, eine genauere Vorstellung machen kann. Wenn Du eine Person nicht kennst, stelle Vermutungen oder Phantasien an, wer sie sein könnte. Berichte ebenfalls von Erinnerungen an frühere Erlebnisse/ Ereignisse, Dir Dir beim Nachsinnen einfallen, sowie von dem, was an dem Tag vor dem Traum passierte. Wie sieht Deine zwischenmenschliche Situation aus? (Intime Details sende per eMail, also nicht wegzensiert lassen.)

Für alle anderen Symbole gilt: Bestimme sie durch Markierung und überlege bei jedem gesondert für sich, wie es funktioniert, was es tut, woher es stammt (wie es hergesstellt, gemacht wird/ ggf auch: wächst) und wozu es seinem Hersteller oder Nutzer dient. Ob Deine Einfälle wissenschaftlich richtig sind oder nicht, ist unwichtig. Auf keinen Fall schaue in einem Lexikon nach oder frage andere Leute nach ihren Ansichten. Den Prozess der Verarbeitung Deiner Situation (Selbstheilungskraft Deiner Seele) förderst Du nur, indem Du mit Dir selbst darum ringst, die für Dich plausiblen Beschreibungen aller Symbole zu entdecken.


Ein Beispiel:

Ein Junge träumte, er wurde von einem Arzt untersucht; der stellt fest: ein Organ liegt schief und sollte operiert werden. Darnach schickt er ihn ein Stockwerk höher, um von drei anderen Ärzten die Nase untersuchen zu lassen; sie entdecken Polypen, die sollen vorher operiert werden.

Dieser Traum hat 5 Symbole, die der Junge beschrieb wie folgt:

Arzt/Ärzte: Sie haben Gesundheitsmodelle, die erlauben, Krankheiten zu erkennen.
..........................Gesundheit: Naturzustand

Organ: Körperbestandteil, das man braucht zum leben.
..........Körper: Ein Teil der Seele, die auch einen Geist hat.
......... Geist: Der Seelenteil, der gesundes und krankes unterscheidet.

operieren: Eingriffe machen, die die Heilung fördern.

Nase: zum Luft holen und Riechen
.............Luft: ein lebensnotwendiger Stoff.
.............Riechen: Qualität der Nahrung prüfen.

Polypen: Verstopfen die Nase.


Wie Du siehst, beim Beschreiben der ersten 5 Symbole tauchen neue auf, die auch definiert und beschrieben werden sollen. Je mehr "Freie Assoziationen" Du Dir ertauchst aus den Inhalten unter der bewusst erinnerten Oberfläche Deines Traumes, desto besser, tiefer ergründest Du Dein Unbewusstes und lieferst die Informationen, die ich brauche um einen Auslegungsversuch zu unternehmen.
Seinem Traum gab der Junge die Überschrift "Unangenehme Überraschung".

Ich freue mich auf Deine Vorbereitungen, viel Erfolg!
Dein Plus
plush
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Re: Unvorstellbar viele Pfauen

Beitragvon kyomotion » 13.07.2015, 09:07

Aloha!

Eine Information vorweg: Meine Tante ist sehr reich und lebt mit ihrem mann in einer relativ großen Villa.


Wohlstand. Und Wohlstand den man auch gerne zeigt.
Als Kind habe ich dort oft mit meinem Cousin gespielt. Inzwischen ist der Kontakt nur noch spärlich.


Entfremdung. So wird aus dem gezeigten Wohlstand der wohlstand eines Anderen der ihn gerne zeigt. Ganz so wie es ein Pfau tut.
Nur in letzter Zeit bittet sie mich immer mal wieder, etwas für sie einzukaufen, da sie langsam alt wird und ihre Familie vor lauter Arbeit keine Zeit hat.

In dem Haus deiner Tante steht wohl alles unter diesem Wohlstands-"Fluch". Sie sind so sehr damit beschäftigt den (nach aussen hin sichtbaren) Wohlstand zu erhalten dass der innere Wohlstand (die Beziehungen in der Familie) darunter stark leiden. Keiner Kauft für die Mutter ein? Entschuldigung?


NUN ZUM TRAUM:
Im Traum bin ich in der Villa meiner Tante. Ich scheine dort allein zu sein.


Wie wohl auch im realen Leben.

Plötzlich kommt von irgendwoher ein Pfau! Im richtigen leben habe ich keine Angst vor diesen wunderschönen Vögeln, aber im Traum wurde mir etwas mulmig.


Du hinterschaust in diesem Traum wohl die Fassade hinter der deine Tante lebt. Die Prioritäten nach denen man dort lebt (scheinbar hauptsächlich Beruf und Karriere) machen dir Angst.
Plötzlich erschienen immer mehr Pfauen, die mich langsam aber sicher umzingelten. Ich wusste nicht mehr, was ich machen sollte!


Ich bin mir ziemlich sicher das diese Pfauen für die anderen Familienmitglieder deiner Tante stehen, bzw das Bild das sie nach aussen hin projezieren.
Plötzlich erschienen zwei junge Frauen, mit denen ich um die Jahrtausendwende Kontakt hatte, die ich danach allerdings nie wieder gesehen habe!


Stellt sich halt die Frage in welcher Situation du diese beiden Frauen kennengelernt hast. Das dürfte auch eine Erklärung dafür bieten wofür sie hier tatsächlich stehen. Ich würde mal unterstellen das es zwei sehr "lebendige" Personen waren.

Gemeinsam haben wir versucht, die Pfauen zu verscheuchen, was aber nicht ging. Sie zeigten sich unbeeindruckt. Nur EINER(!) ist aus dem Fenster rausgeflogen. Aber es kamen immer mehr unter dem Tisch hervor. Ich habe weiterhin versucht, sie durch lautes Aufstampfen und springen zu verscheuchen, was allerdings nicht klappte.


Da ist halt ne Menge Eitelkeit und Selbstsucht in dieser Familie unter den Tisch gekehrt worden und nach wie vor dort. und (natürlich) gelingt es dir auch nicht diese zu verscheuchen. Dafür gibts wohl auch einen Grund:
Es ist nicht deine Aufgabe die Verhältnisse in dieser Familie zu klären. Das müssen sie schon selbst tun.

MfG
kyo
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Re: Unvorstellbar viele Pfauen

Beitragvon Trigital » 16.07.2015, 00:09

Hallo Theo,
ich hab selber noch die Erinnerung einem echten Pfau begegnet zu sein. Ich hatte anfangs auch keine Angst. Also bin ich näher ran und irgendwann war ich zu nahe und er hat sich mir gestellt. Und der knackpunkt dabei ist der, dass sie keinen Menschenverstand haben. Würden sie angreifen, dann wäre da keine Hemmung mehr. So wie bei dir im Traum. Aber du als Mensch tust erstmal analysieren und reflektieren und entscheidest dann.
Aber die Aggression des Pfaus ist eine ganz natürliche für einen Menschen übermächtige Macht.
Was ich erkennen kann sind zwei Dinge.
Das Eine ist, dass die Pfäue überhaupt nicht ins Bild passen. (Außer aus Kyos Sicht) Was sie im Traum ausdrücken ist im RL nicht vorhanden. Also eine urnatürliche Seite brachst du bei deiner Tante nicht zu suchen. Auch nicht in der Örtlichkeit.
Womit du dich aber außeinander setzt ist die Ursprüngliche.
Und es zeigt vielleicht auf, dass das der Kampf ist, was für dich wie zu verstehen ist. Und vielleicht was denn nun wirklich wichtig ist?
...
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Unwissenheit der Zustand vom restlichen Teil des Lebens.
Das Schöne daran gut geschlafen zu haben ist, daß der Tag gut war, bevor er angefangen hat.
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Re: Unvorstellbar viele Pfauen

Beitragvon Trigital » 16.07.2015, 00:21

...Und das ist das Zweite auf was ich hinaus wollte. Die Frage, die du dir stellen könntest/tust? ist 'was ist jetzt wichtig' und 'wie fühlt sich das an'. Beim Einkaufen für deine Tante zum Beispiel. Was denkst du da? Was bedeutet es für dich es für sie zu machen? Aber das ist genau die unwichtige Frage. Viel wichtiger ist der Moment, wenn du vor der Ware stehst. Dieser Moment soll entscheident für dich sein. Denn das ist der Moment wo der Pfau nach dem Samen pickt. Und danach, wie du diesen Moment erlebst soll dein Bewertungskriterium sein würde ich sagen.
Und deine Tante ist im Gegensatz dazu zu Hause. Ihr ist so etwas völlig Schnuppe. Und so unterschiedlich seid ihr dann auch in der Betrachtungsweise des Lebens. ... das war ein wenig zu extrem.
lg
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Re: Unvorstellbar viele Pfauen

Beitragvon Theo Träumer » 21.05.2019, 23:18

Inzwischen hat besagte Tante mich komplett verstoßen. Gerade heute habe ich erfahren, dass sie an Herzproblemen leidet und darum eine Woche nach Sylt reist.
In meiem Leben geht es inzwischen übrigens aufwärts!
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