schlechte Träume, aber kann mich nicht erinnern

Philosophische und kritische Überlegungen zum Thema Traum und Traumdeutung

Moderator: Mirakulix

schlechte Träume, aber kann mich nicht erinnern

Beitragvon SK1980 » 26.05.2019, 17:08

Hallo,

seit Jahren kann ich mich sehr oft an Träume nicht erinnern, aber ich wache mit einem schlechten
Gefühl auf, also muss es ein belastender Traum gewesen sein. Das nervt mich, denn ich möchte
die Träume deuten. Ich habe ja schon viele Träume hier geschildert, aber immer fehlten doch
viele Bruchstücke. Ich wünschte manchmal, ich könnte meine Träume irgendwie aufnehmen
und irgendwie abspielen. Ich meine, wichtig sind sie bestimmt. Ausserdem sind meine Träume
nicht mehr so wie früher, wo sie mal so eine besonders "tranceartige" Note hatten, sondern
irgendwie realitätsfern. Ich meine, diese Trance hatte immer einen realen Hintergrund,
oftmals wurde sicher halb der Alkohol verarbeitet. Nun verarbeitet mein Unterbewusstsein
rein gar nichts mehr. Von Beziehungen oder so habe ich eh nie geträumt.
Was solls, Traumdeutung ist wahrscheinlich auch nur eine Facette auf dem Weg zur, nun ja,
"Reifung" werden es viele nennen.
Ich würde mir Veränderung in meinem Leben wünschen, obwohl es sie gerade gegeben hat,
aber ich vermisse mein Leben, wie ich es mal hatte.
Ich wünschte, ich könnte einen Traum schildern, aber es gibt so rein gar keinen in den letzten
Monaten. :(
Es gäbe viel, z.B. immer das Gefühl zu haben, nichts gegen meine Situation tun zu können.
Weil andere Macht über mich haben etc.
Aber ich träume sowas nicht, auch nicht in verschlüsselter Form.
Momentan lebe ich auf einem Bauernhof, das ist nicht alltäglich, ne Menge Arbeit,
trinke nicht und bin dabei, mich damit, nun ja, einzurichten.

Grüsse

SK1980
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Re: schlechte Träume, aber kann mich nicht erinnern

Beitragvon Almuth » 27.05.2019, 09:56

Hallo SK1980,
was möchtest du denn träumen? Dass sich den Leben umwandeln wird, und zwar so, dass die Probleme verschwinden und du so nach und nach genau so leben kannst, wie es dir gefällt?

Wer sich Träume wünscht, der wünscht sie sich meist genau so. Als Prophezeiung einer Zukunft ohne die Schwierigkeiten der Gegenwart. Oder als Gegengewicht zu einem unzufriedenen Leben am Tag. Wenn der Tag schon so mies ist, können mich da nicht wenigstens die nächtlichen Erlebnisse glücklich machen?

oftmals wurde sicher halb der Alkohol verarbeitet
...
trinke nicht

Diese kleinen Hinweise deuten an, du bist Alkoholiker, aber trocken.

Weil andere Macht über mich haben
Und diese Bemerkung steht wohl dafür, dass man dich in Therapie geschickt hat. Eine Therapie, die du als letzte Chance nutzen musst. Vielleicht auch willst, aber es fällt dir schwer, die Bedingungen zu erfüllen.

Und nun träumst du einfach nichts mehr, zumindest hast du keine Erinnerung an deine Träume, denn natürlich träumst du jede Nacht, und das mehrfach.
Das schlechte Gefühl, mit dem du aufwachst, das kommt allerdings nicht von einem vergessenen Traum. Es bezieht sich auf das, was am Tage ansteht.
Das schlechte Gefühl ist deine Grundstimmung, die du ja auch beschreibst.

SK, so wie ich deine Zeilen lese, hast du eine zwiespältige Haltung deiner aktuellen Situation gegenüber. Du willst es, ist alles richtig so – aber sch...ße. Das versteht der Teil deines Gemütes, der deine Träume erschafft, so überhaupt nicht.

Auch dass du dich wehrlos der Macht anderer ausgeliefert siehst, gleichzeitig aber das, was sie dir „aufdrücken“ mit ja abnickst, ist unverständlich für dein Unterbewusstsein.

ich vermisse mein Leben, wie ich es mal hatte
Und wie du es nie wieder haben wirst?

Entwirf eine Zukunft, mach dir einen Lebensplan. Formuliere das mit Worten: Ich will..., ich will..., ich will...
Du musst sie nicht aussprechen. Aber werde dir über dich und dein Leben im Klaren.
Und dazu, zu dieser Fragestellung, kommt dann auch der eine oder andere Traum.
Herzliche Grüße Almuth
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Re: schlechte Träume, aber kann mich nicht erinnern

Beitragvon Picadora » 28.05.2019, 10:51

Hey SK1980,

es gibt immer Zeiten im Leben, in denen wir unsere Träume nicht erinnern. Insbesondere, wenn wir viel arbeiten tagsüber u. müde u. körperlich erschöpft ins Bett fallen u. wieder früh aufstehen müssen.
Träume brauchen Raum, um es mal so zu formulieren. Deshalb haben Menschen oft erst dann wieder eine Erinnerung an ihre Träume, wenn sie z.B. im Urlaub sind, d.h. körperlich (oder geistig) zur Ruhe kommen.

Es gibt dennoch ein paar Tricks, die man anwenden kann, um sich 'zu erinnern' was man geträumt hat:
z.B. kann man sich vornehmen sich zu erinnern oder darum bitten, bevor man einschläft - sich morgens etwas mehr Zeit zu lassen oder zu nehmen, bevor man mit der Tagesarbeit beginnt kann auch helfen (eine halbe Stunde in Ruhe wach werden - ohne direkt an all das zu denken, was man tagsüber zu tun hat, reicht da meist schon).

Dann hat das Träume erinnern auch viel mit Eigenreflektion zu tun - wer den Tag nur mit Arbeit u. mit wenig nachdenken/nachfühlen über sich und seine Situation zubringt, und abends womöglich nur erschöpft vor dem TV einschläft, der lässt sich keinen Raum für eine innere Verarbeitung/Weiterentwicklung. Wir leben dann in eine Art 'abgestumpftem' Zustand, in dem wir wenig 'fühlen' und nicht reflektieren - entsprechend wenig nehmen wir auch in unseren Träumen wahr.

Auch Tagträume fördern Nachtträume - wenn wir jung sind träumen wir ja häufig mehr tagsüber, wir verbringen oft Stunden damit über Szenarien u. Wünsche nachzudenken, wie sich unser Leben entwickeln soll, was wir gerne hätten etc. etc. Das lässt ja häufig nach, wenn wir älter werden u. glauben wir hätten entweder alles erreicht - oder denken, dass keine weitere Entwicklung mehr möglich ist. Auch das ist eine Art 'abstumpfen'. Das können wir aber auch im zunehmenden Alter verändern, wenn wir das wollen.

Dir fehlt - so wie es klingt - ein wenig die Inspiration, Du klingst ein wenig 'hoffnungslos' - vielleicht kannst Du Dir ja mal vornehmen, Dich zu erinnern, was du früher gerne getan hast oder was für Wünsche Du früher hattest, und vielleicht mal wieder etwas tun, was Du schon lange nicht mehr getan hast, was Spaß gemacht hat - oder auch etwas völlig Neues beginnen (außerhalb von Arbeit), wozu Du Lust hast. Irgendwas, das Dir Freude bereitet u. gut tut. Einmal in der Woche einen Tag oder Nachmittag etwas tun, das nichts mit Deinem normalen Lebensalltag zu tun hat, Zeit, die Du nur mit Dir verbringst u. Dir was gutes für Geist, Körper, Seele tust, kann immens helfen, sich wieder besser wahr zu nehmen u. dann beginnt man meist auch wieder damit, sich an Träume zu erinnern.

Außerdem erinnert wohl die Mehrheit der Träumer häufig nur Bruchstücke oder Teile eines Traumes. Ich glaube letztlich ist das wichtig, was wir erinnern, egal wieviel oder wie ausführlich es ist.

viele Grüße
Picadora
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Re: schlechte Träume, aber kann mich nicht erinnern

Beitragvon SK1980 » 02.06.2019, 16:06

Hallo,

Danke für Eure Antworten.

Das was ich mir alles so gedacht habe, als ich den Beitrag geschrieben habe, zeigt sich wahrscheinlich
darin, dass ich nicht wirklich weiss, was ich nun antworten soll. Wahrscheinlich wäge ich nur ab, was
ich antworten darf und was nicht.
Auf jeden Fall sind Deine Worte wahr, Almuth.

Grüsse

SK1980
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Re: schlechte Träume, aber kann mich nicht erinnern

Beitragvon Almuth » 03.06.2019, 09:22

Hallo SK1980,
danke für die Antwort. Mehr als eine Antwort braucht es auch nicht, du schuldest uns sonst nichts.
Deshalb gibt es auch kein „antworten dürfen“. Du entscheidest, was du erzählen willst und was nicht.

Ich kann mich nur wiederholen:
Entwirf eine Zukunft, mach dir einen Lebensplan. Siehe das Muster oben. Mach so was, und zwar für dich.
Wo willst du stehen in sagen wir 10 Jahren?
Herzliche Grüße Almuth
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