Klare Räume

Philosophische und kritische Überlegungen zum Thema Traum und Traumdeutung

Moderator: Mirakulix

Klare Räume

Beitragvon kyomotion » 31.10.2013, 14:29

So. Und das hier geht jetzt an Ghost:


Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang immer aufdrängt ist die Frage, warum unser Unterbewußtsein es als so wichtig ansieht, dass es bestimmte Traumbotschaften, bestimmte Lebenssituationen in unseren Träumen mit sehr langem Atem wiederholt versucht, in die Aufmerksamkeit unseres Tagesbewußtseins hineinzubringen. Was würde passieren, wenn nun die schlimmste Befürchtung die ein Träumer haben könnte, dass er die Botschaft seines Traumes nach vielen erfolglosen Versuchen seines Unterbewußtseins doch noch richtig versteht, wenn genau dies eintritt???

Also erstens: Keine Angst. Man muss (darf) keine Angst haben. Wozu auch? Es ist nichts da was nicht ohnehin in uns ist.
Zum zweiten: Traumerkenntnisse sind kein Wissen. Es handelt sich um Erkenntnisse. Etwas das man erkannt hat. Wenn man etwas erkannt hat, dann ist es auch die Wahrheit. Die Ureigene Wahrheit. Erkennen. Da gibt es keine Zweifel und keine Angst.

Der Träumer oder die Träumerin könnte sich dann vielleicht genötigt sehen, bestimmte Entscheidungen, irrtümliche Sichtweisen oder gar falsches fremdes oder eigenes Verhalten zu korrigieren um so einen gewissen Schaden, wie immer er auch aussehen könnte, zu vermeiden, abzuwenden oder gezielt aufzulösen.

Ich hoffe du verzeihst mir das: Du denkst zu viel ;)

Ich verstehe die ernsthafte Beschäftigung mit der Weisheit der Träume als einen Unterstützungsversuch sich dieser inneren Weisheit unserer Träume zu nähern, sie aufzugreifen und dann mit der Verstandeswelt zu entscheiden, was einem als machbar, als umsetzbar erscheint.

Auch hier ist sehr viel "Kopf" und "denken" im Spiel. "Wissen" aber keine "Erkenntnis". Träume geben Möglicheiten für Erkenntnisse aber kein Wissen das man bewusst unsetzen könnte oder sollte. Meiner Meinung nach, denn schliesslich handelt man in einem Eulenspiegelhaften Metaphernraum. Oder meinst du man wird schlauer wenn man jeden Tag hundert Traum-kerzen anzündet weil man so zur Erleuchtung kommt?

Jeden Träumer, der von seiner Verstandeswelt zunächst daran gehindert wird, kritische Botschaften seines Innersten anzunehmen, als unheilbar Erkenntnis-rissestent einzuordnen, erscheint mir keine weise Blickrichtung zu sein...

Aber machst du das nicht selber? so ein kleeeeiiiines bisschen?

Es gibt Träumer und Träumerinnen, die haben auch den Mut, ihre eigenen Erkenntnisbollwerke abzurüsten. Und manchmal ist es durchaus hilfreich, wenn wir bei diesen Bemühungen für unsere Verstandeswelt, für unser scheinbar schlaues Tagesbewußtsein etwas Gegendruck bekommen, wenn Zweifel uns dazu bewegen, auch einmal einen anderen Blickpunkt einzunehmen.

Ich denke, es ist nicht so verkehrt, sich den Bemühungen des Unterbewußtseins anzuschließen und auch einmal wiederholt die etwas andere Sichtweise in das Tagesbewußtsein des Träumers als Angebot hineinzubringen, sofern er dies wünscht......... Bewußt gewolltes Flüchten vor Traumbotschaften werde ich mich natürlich nicht in den Weg stellen..........


Nun der ganze "Erkenntnisresistent sein" Krempel ist halt schon so ein Ding. Es gibt halt Leute deren Aufgabe scheint es sein genau diese Hürde zu überwinden. Und manche von Ihnen haben es damit halt unerhört schwer. Dazu habe ich auch kein Patentrezept. Woher auch?
Ich merke nur bei mir das ich (wohl ähnlich wie du) zunehmend aggressiv werde wenn eine Sache die mir ach-so-offensichtlich erscheint trotz bester Untermauerung und "Begründung" immer wieder beim Träumer abprallt, nur damit er nächste Woche mit dem "Gleicher Traum in Grün" wieder ankommt.
Es gibt halt auch Träumer wo man dann vielleicht sagen muss: Okay, es tut mir leid aber ich habe keinen Schlüssel für dich den ich sehen kann.

MfG
kyo
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Re: Klare Räume

Beitragvon Ghost » 31.10.2013, 16:32



Hi Koyomotion,

beim Lesen deiner Zeilen mußte ich doch etwas schmunzeln. Du gehst ja mit einigen Begriffen ganz lustig über die Hürden. "Man muß und darf keine Angst habe, wozu auch..." ist eine dieser Aussagen. Nun, die Natur hat die Angst grundsätzlich uns als Schutzfaktor mitgegeben. Sie hindert uns z. B. daran, eine glühend heiße Herdplatte anzufassen, oder bei rot über die Straße zu laufen, weil wir Angast vor Schmerzen haben. Es gibt wohl nur wenige Träume, in denen die Angst nicht vorkommt und es gibt davon genügend Träume, die uns Ursachen der Angst ahnen lassen ( zerbrechende Partnerschaften ) und hier stellt sich die Frage, wie können wir das vielleicht drohende Trennungsunheil abwenden und damit diese Angst aus unserem Leben verbannen.

Ob Träume wirklich Erkenntnisse vermitteln und diese dann auch immer Wahrheit sein müssen, ups, hier zweifel ich. Aber ich räume gerne ein, wenn wir die Definition von Erkenntnisse und Wahrheit nur genügend strangulieren, dann läßt sich diese Aussage sogar mühelos halten. Übrigens gibt es zahlreiche große Erfindungen, die dem Träumer pures neues Wissen vermittelte, aus dem Nichts heraus fertige Lösungen anboten. Hier zeigten sich Traumerkenntnisse als späteres Wissen. Aber so kommen wir beide in unserer kleinen Diskussion nicht weiter. Etwas Konstruktives sollte uns einfallen, etwas, was uns beiden die Augen öffnen könnte. Uns zwingt, neues Traumwissen oder neue Traumerkenntnisse in unseren Gedankengebäuden zuzulassen.

Zunächst schnell noch die beiden unterschiedlichen Ausgangspositionen. Es geht hierbei um deine und meine höchst unterschiedlichen Wahrnehmungen des Wesens, der Möglichkeiten und des Zweckes/ Sinnes unserer Träume. Während du einer Überzeugung Raum gibst, unsere Träume arbeiten mit Metaphern, lassen mich meine Wahrnehmungen im Zusammenhang mit den Träumen mich zu einer Aussage kommen, dass unsere Träume sehr gerne mit ganz aktuellen Traumsymbolen arbeiten die der Träumer oder die Träumerin bekannt sind, um eine so genau wie mögliche Schilderung einer aktuellen Lebensproblematik bildlich zu zeichnen. Grundsätzlich ist dabei der Traumanlaß für einen Traum am Vortage im Leben der Träumerin oder des Träumers zu suchen.

Was hälst du von einem kleinen Feldversuch der Traumbefragung??? Wir beide stellen heute vor dem Einschlafen ein oder zwei vorher abgestimmte Fragen an unser Unterbewußtsein und schauen dann morgen früh, was unser Unterbewußtsein auf diese provozierenden Fragen in den nächtlichen Träumen dazu sagt. Als zwei Traumfragen könnte ich mir folgende Fragen vorstellen:

1. Was ist der Sinn, die Aufgabe unserer Träume

2. Was sehe ich bei meinem eigenen Gesamtverständnis zu Träumen falsch, was sollte ich korrigieren???

Und dann schauen wir auf unsere Träume, ob sie dieses Thema aufgegriffen haben und betrachten unsere Traumergebnisse austauschend zum Thema Traumdeutung dann gerne öffentlich. Sollten unsere Träume dieses Thema nicht aufgegriffen haben, gibt es natürlich keine Postings der Trauminhalte. Nur dieses Thema Traumdeutung wäre interessant. Solch ein kleiner Feldversuch tut eigentlich nicht weh und ich denke, du bist klug genug zu erkennen, welche Teile deiner Träume zum Thema Traumdeutung passen. Alle anderen Traumthemen sind für den Gedankenaustausch bei diesem Feldversuch ja völlig unwichtig.

Herzlichst

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Re: Klare Räume

Beitragvon kyomotion » 31.10.2013, 16:47

H!
beim Lesen deiner Zeilen mußte ich doch etwas schmunzeln. Du gehst ja mit einigen Begriffen ganz lustig über die Hürden. "Man muß und darf keine Angst habe, wozu auch..." ist eine dieser Aussagen. Nun, die Natur hat die Angst grundsätzlich uns als Schutzfaktor mitgegeben. Sie hindert uns z. B. daran, eine glühend heiße Herdplatte anzufassen, oder bei rot über die Straße zu laufen, weil wir Angast vor Schmerzen haben. Es gibt wohl nur wenige Träume, in denen die Angst nicht vorkommt und es gibt davon genügend Träume, die uns Ursachen der Angst ahnen lassen ( zerbrechende Partnerschaften ) und hier stellt sich die Frage, wie können wir das vielleicht drohende Trennungsunheil abwenden und damit diese Angst aus unserem Leben verbannen.

Naja ganz so dogmatisch ist das ja auch nicht zu verstehen. Ich denke nur einfach das es nicht klug ist etwas... sagen wir mal "spirituelles" gleich von Anfang an mit der "Angst man könnte etwas falsch machen" einfärbt. Meiner Erfahrung passiert dann nämlich genau das. Man macht was "falsch". Absicht Manifestiert sich.

Ob Träume wirklich Erkenntnisse vermitteln und diese dann auch immer Wahrheit sein müssen, ups, hier zweifel ich. Aber ich räume gerne ein, wenn wir die Definition von Erkenntnisse und Wahrheit nur genügend strangulieren, dann läßt sich diese Aussage sogar mühelos halten. Übrigens gibt es zahlreiche große Erfindungen, die dem Träumer pures neues Wissen vermittelte, aus dem Nichts heraus fertige Lösungen anboten. Hier zeigten sich Traumerkenntnisse als späteres Wissen. Aber so kommen wir beide in unserer kleinen Diskussion nicht weiter. Etwas Konstruktives sollte uns einfallen, etwas, was uns beiden die Augen öffnen könnte. Uns zwingt, neues Traumwissen oder neue Traumerkenntnisse in unseren Gedankengebäuden zuzulassen.


Möglicherweise haben wir da halt eine Grundsätzlich andere Herangehensweise. Ich sehe du betrachtest Traumdeutung so ein bisschen wie einen (Leistungs?)-sport. Für mich funktioniert es so nicht. Mich überkommt es mal und mal nicht. Und vor allem wenn ich den Kopf nicht frei habe, also völlig frei, klappt da eh nichts. Das wäre also meine Form von "falsch" machen.
Und ja: Erkenntnis und wahrheit das ist nicht das gleiche. Man könnte höchstens wohl sagen: Erkenntnis ist eine Subjektive, gelebte Wahrheit.

Zunächst schnell noch die beiden unterschiedlichen Ausgangspositionen. Es geht hierbei um deine und meine höchst unterschiedlichen Wahrnehmungen des Wesens, der Möglichkeiten und des Zweckes/ Sinnes unserer Träume. Während du einer Überzeugung Raum gibst, unsere Träume arbeiten mit Metaphern, lassen mich meine Wahrnehmungen im Zusammenhang mit den Träumen mich zu einer Aussage kommen, dass unsere Träume sehr gerne mit ganz aktuellen Traumsymbolen arbeiten die der Träumer oder die Träumerin bekannt sind, um eine so genau wie mögliche Schilderung einer aktuellen Lebensproblematik bildlich zu zeichnen. Grundsätzlich ist dabei der Traumanlaß für einen Traum am Vortage im Leben der Träumerin oder des Träumers zu suchen.

Ähh... ja nun. Metaphern, symbole. Halt von allem ein bisschen jeh nach dem wie die betreffende Person halt träumt. Also wenn ich ehrlich bin fühle ich mich gerade so wie ein alter Oppa der von einem Jungen Mann auf den Rennsportplatz gezogen wird damit er dort gegen ihn Go-Kart fahren kann.
Aber weil ich so ein alter Oppa bin mag ich garkein Go-Kart fahren. Ich gehe lieber um den See spazieren und füttere die Schwäne :wink:

Was hälst du von einem kleinen Feldversuch der Traumbefragung??? Wir beide stellen heute vor dem Einschlafen ein oder zwei vorher abgestimmte Fragen an unser Unterbewußtsein und schauen dann morgen früh, was unser Unterbewußtsein auf diese provozierenden Fragen in den nächtlichen Träumen dazu sagt. Als zwei Traumfragen könnte ich mir folgende Fragen vorstellen:

1. Was ist der Sinn, die Aufgabe unserer Träume

2. Was sehe ich bei meinem eigenen Gesamtverständnis zu Träumen falsch, was sollte ich korrigieren???

Und dann schauen wir auf unsere Träume, ob sie dieses Thema aufgegriffen haben und betrachten unsere Traumergebnisse austauschend zum Thema Traumdeutung dann gerne öffentlich. Sollten unsere Träume dieses Thema nicht aufgegriffen haben, gibt es natürlich keine Postings der Trauminhalte. Nur dieses Thema Traumdeutung wäre interessant. Solch ein kleiner Feldversuch tut eigentlich nicht weh und ich denke, du bist klug genug zu erkennen, welche Teile deiner Träume zum Thema Traumdeutung passen. Alle anderen Traumthemen sind für den Gedankenaustausch bei diesem Feldversuch ja völlig unwichtig.


Also, no offense, aber ich denke davon halte ich erstmal: Nix. Ich hab einfach noch andere Dinge zu tun als mir bewusst irgendwelche Gedanken zu induzieren um zu sehen was da möglicherweise für Effekte auftreten. Und selbst wenn es zu solchen Effekten kommt, was soll das beweisen? Das ich mir Gedanken induzieren kann? Oder nicht? Oder das ich möglicherweise dann einen besseren Zugang zu irgendwelchen "Daten" bekomme? Ich kann noch mal betonen das ich Traumdeutung und (im weiteren Sinne) auch spiritualität nicht als "Leistungssport" verstehe. Das ist IMHO etwas das man nebenher machen muss. Geerdet. Ohne Ambition. Also zumindest auf mich trifft das zu, für dich kann ich das natürlich nicht feststellen.
Aber was ich feststellen kann ist, dass wenn du mit einem Traumdeuter ein paar runden um den Block machen möchstest, das ich das nicht sein kann. Ich bin nur ein alter Oppa der gerne Schwäne füttert und nicht mal nen Kart-führerschein hat :D

Schönen Tag noch!
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Re: Klare Räume

Beitragvon Ghost » 31.10.2013, 17:04



Hi Koyomotion,

da stimme ich dir sehr gerne zu, der Angst sollte man keine Türen öffnen. Hurra, hier sind wir in unseren Ansichten eindeutig deckungsgleich. Mache dir keine Gedanken, wenn dir dieser Feldversuch nicht gefällt. Lassen wir diese Idee getrost fallen. Wer weiß, vielleicht greifen deine Träume in dieser Nacht völlig ungefragt dieses Thema auf und so hast du dann schon für dich etwas Neues, vielleicht sogar spirituelles Wachstum in dein Leben gebracht. Manchmal lassen unsere Träume ansatzlos uns im Bett fast senkrecht stehen.

Herzlichst

Ghost

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Re: Klare Räume

Beitragvon kyomotion » 31.10.2013, 17:07

*kicher* wenn du noch ein bisschen weiter machst, dann fange ich an deine posts hier zu "lesen" ;)

So machs gut ich muss nun weg, ciao!
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Re: Klare Räume

Beitragvon Ghost » 31.10.2013, 17:14

:D :D :D
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Re: Klare Räume

Beitragvon kyomotion » 31.10.2013, 23:05

Soll ich? Das Angebot steht. Allerdings werde ich dir dann genauso wenig "Nachsicht" haben können wie du sie gegenüber Umbro hattest (karma). Im Gegenzug glaube ich jedoch dir einen nicht-ausgesprochenen Wunsch, zumindest teilweise, erfüllen zu können :twisted:
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