Träume - nur Bestandsaufnahme oder auch zukunftsweisend?

Philosophische und kritische Überlegungen zum Thema Traum und Traumdeutung

Moderator: Mirakulix

Träume - nur Bestandsaufnahme oder auch zukunftsweisend?

Beitragvon noise » 06.02.2013, 01:34

Hallo zusammen,

wollte mal in die Runde fragen, was ihr denkt, ob die Bedeutung von Träume nur reine Bestandsaufnahme der aktuellen Lebensphase und Gefühle sind, oder
ob Träume auch Aufschluss darüber geben können, wie etwas verlaufen wird, d.h. in naher absehbarer Zeit ?

Ich habe, seit ich dieses Forum hier kenne, doch eher unterschiedliche Eindrücke bekommen von Deutungen bzw. Deutern. Jeder verwendet eine andere Herangehensweise. Außerdem beschäftigt mich diese Frage schon länger. Daher meine Neugier...

Ich persönlich bin der Meinung, bei meinen immernoch eher laienhaften Fähigkeiten zur Deutung, dass eventuell beides möglich sein kann.
Ich kann mir gut vorstellen, dass manche Traumszenen auch eine gewisse Intuition des Menschen wiedergeben können. D.h. eine unbewusste intuitive Vorausahnung. Manches, worüber man sich im Wachleben Sorgen macht, könnte ja unterbewusst schon so weit verarbeitet worden sein, dass man den Ausgang eines Problems vielleicht schon vorhersieht bzw. erahnt, man es aber nur noch nicht bewusst merkt.
Anderes Beispiel, dass man im Wachleben vor einer Frage steht, die Antwort darauf aber schon unbewusst kennt, es aber nur noch nicht bewusst wahrnimmt...
Wenn man das Thema noch weiterspinnt und man an Schicksal glaubt, dann könnte es ja auch sein, dass Träume manchmal auch Botschaften des eigenen Schicksals beinhalten könnten... verpackt und verschlüsselt in Form von Symbolen.

Ich hatte im Alter von 20 mal einen Traum, dass ich auf dem Schulhof der ehmaligen Schule meinen Fahrlehrer begegnet bin. Er lief an mir vorbei. Es hat aber die ganze Zeit geschneit. Da ich im Wachleben Schnee immer mit Freude und Glück in Verbindung bringe, konnte ich vorausahnen, dass meine praktische Prüfung am nächsten Tag vielleicht doch gut ausgehen wird. Genau so war es auch...
Ob das jetzt ein gutes Beispiel dafür war, weiß ich nicht... ist mir gerade nur so eingefallen...

Im Alter von 22 träumte ich auch mal, dass ein alter Kumpel aus meiner Teenagerzeit auf dem Friedhof unterm Grabstein beerdigt liegt. 3 Wochen später hatte ich erfahren, dass er sich in Folge einer Trennung das Leben nahm und bereits beerdigt wurde. Ich wusste davon nichts. Hatte zu dem Zeitpunkt auch gar keinen Kontakt mehr.

Grüße, Stephan
noise
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Re: Träume - nur Bestandsaufnahme oder auch zukunftsweisend?

Beitragvon minush » 09.02.2013, 15:18

Hi zusammen,

ich würde Träume ein wenig anders Katalogisieren... aber im großen und Ganzen denke ich geht es in Träumen um die seelische Gleichgewicht des Menschen mit sich seiner Umwelt und dem Universum ...
Dabei zeigt einem Träume verschiede Perspektiven auf und ab und an.. werden dann auch Szenarien entwickelt die dann auch eintreffen.. Wahrträume.. .. das Ub war hellsichtig...
Der Träumer kann wenn er die Träume richtig deutet... Entwicklungen voraussehen.. durchspielen um .. beim eintreffen in der Realität handlungsfahig zu sein..
Als Beispiel.. die Ehefrau die träumt ihr Mann stirbt als Soldat im Krieg.. ..das Ub will das sich mit dem Thema und die Folgen davon auseinandergesetzt wird.. um die Frau in dieser Extremsitutaion handlungsfähig zu erhalten...

Prophetische (Große )Träume hingegen.. und diese sind viel seltener zeigen Perspektiven auf die nicht aktuell oder in naher Zukunft mit dem Träumer zu tun haben...
Jahre nach dem Traum erfüllen sie sich auf unerklärlicher Weise...oder sie zeigen Entwicklungsschritte auf die dem Träumer absolut fremd sind... Meist sind diese Träume von Archetypischen Symbolen begleitet und so beeindruckend daß der Träumer sie ein leben lang nicht vergisst..
Meiner Meinung nach steht da das Unbewußte mit dem Kollektiven Unbewußten (nach Jung) in Kontakt...

Reinkarnationsträume gehören für mich da zu den Großen Träumen.. wobei..ich mich schwer tue .. mit voller Ueberzeugung zu sagen.. das war ein Traum von mir aus einem vergangen leben... Es ist da bei mir nur eher so eine Ahnung... und anderst kann ich diese Träume dann auch nicht einordnen.. anders deuten..
Träume über mein zukünftiges leben.. so wie ein Lahme dies anscheinend kann... hatte ich noch nie....

würde mich interessieren was eure Erfahrungen sind mit Reinkarnationsträumen?

lg minush
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Re: Träume - nur Bestandsaufnahme oder auch zukunftsweisend?

Beitragvon noise » 12.02.2013, 00:37

Hallo zusammen,

ok dann lag ich ja gar nich so arg daneben mit meiner Vermutung.
Ich frage mich dann nur, woran man einen Traum erkennt, ob er sich mit einem möglichen zukünftigen Ereignis befasst, oder die Verarbeitung der aktuellen Gefühle wiederspiegelt ? Es könnte ja auch beides in einem sein...

Bei Reinkarnationsträume muss ich leider passen... Wüsste auch gar nicht, wie so ein Traum ablaufen soll.
Womit ich eher dienen kann, sind immer wiederkehrende Träume. Als Kleinkind hatte ich sowas in erheblichem Maße.
Vielleicht werde ich mal bei Gelegenheit darüber was posten...

Grüße Stephan
noise
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Re: Träume - nur Bestandsaufnahme oder auch zukunftsweisend?

Beitragvon Samascha » 13.03.2013, 23:19

Es ist durchaus möglich gewisse Ereignisse zumindest wage vorherzusagen. Vor paar Jahren, hatte mir ein Kollege eines seiner Träume erzählt.
Dabei konnte ich vorhersagen das seine Kollegin die Freundschaft kündigen wird und zwar ohne wirkliche Begründung! Als ich den Satz aussgesprochen hatte, schaute er mich verdutzt an und er erzählte mir, das genau diese Kollegin 2 Tage zuvor die Freundschaft tatsächlich gekündigt hatte und dazu ohne wirkliche Begründung.

Entweder war es Zufall oder tatsächlich den Nagel auf den kopf getroffen.
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Re: Träume - nur Bestandsaufnahme oder auch zukunftsweisend?

Beitragvon yogini » 14.03.2013, 23:24

Hallo ihr zusammen,

ich hatte schon mal einen Reikarnationstraum. Ich war mit meiner Tochter im Babyurlaub und las zu der Zeit viel über solche Dinge.
Im Wachen hatte ich oft das Gefühl, sie wäre die Erwachsene von uns und ist hergekommen, um zu sehn ,wie ich mich als Mutter machte.
Dann im Halbschlaf auf der Couch sah ich mich selbst mit langem schwarzen Haar in einer einfachen Hütte. Draussen schien aber auch immer die Sonne. Meine Tante lebte dort mit mir zusammen. Eines Tages verließ meine Tante die Hütte, um Besorgungen zu machen und kam nie wieder. Ich wartete ... ich putzte unsere Behausung .. ich wartete. Sie kam nie zu mir zurück.
Als meine Tochter geboren war , hatte ich das Gefühl , ein so tiefer innerer Wunsch ginge in Erfüllung.Noch heute bin ich voller Freude, daß wir wieder zusammen sind. Und ich weiß nun, warum Ungewissheit und Situationen , die lange dauern, so unangenehm für mich sind.

Eine Traumsituation, die später in Erfüllung ging , hatte ich auch einmal...
Kennt Ihr die zwölf Nächte?
Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr , nennt man auch "zwischen-den-jahren" Das Kirchenjahr hat begonnen , aber das Kalenderjahr geht noch vorbei.
Es ist eine Zeit des Übergangs.In den 12 Nächten, die am 24. Dezember beginnen ist es möglich, davon zu träumen, was die einzelnen Monate des kommenden Jahres bringen.
Ich hatte da einen wirklich klaren Traum in der Mitte dieser Zeit. Was also den Sommer des kommenden Jahres repräsentiert.
Ich stehe mit meinem Partner in der Küche und wir reden über Pakete und Paketscheine. Wir rätseln, welche Sendung noch bei der Post abgeholt werden muss.
Damals nach dem Aufwachen hab ich mich gewundert, denn mein Mann und ich bestellen kaum was. Und schon garnicht mehrere Pakete auf einmal.Ich hab plötzlichen Geldsegen erwartet.
Dann hat mich eine schwere Lebenskrise durchgerüttelt. Ich hab mich in Windeseile von meinem Mann getrennt und bin mit meinem neuen Partner zusammengezogen. Er hatte ständig was bei Ebay bestellt und eines Tages stehen wir in der Küche und rätseln, welches Paket noch abgeholt werden muss. -Extremdejavugefühl und mir fiel der Traum aus den 12 Nächten wieder ein -
Was ich nicht vorhergeträumt hab, war, daß ich mich noch im selben Jahr wieder mit meinem Mann zusammenraufe.

Man kann nie alles vorher wissen und das ist auch gut so.
yogini
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