Wichtige Hinweise zum Posten von Träumen

Hier können sich Besucher untereinander Träume posten und helfen, diese zu deuten.

Moderator: Mirakulix

Beitragvon Therion » 14.10.2008, 20:34

Hi Leben:

"Diese Wissenschaft, die Du selbst mit drei Fragenzeichen versehen hast, kommt mir doch sehr freudianisch vor und damit geradezu unwissenschaftlich"

Die Traumanalyse ist die einzige wissenschaft bei der der "Patient" also der Nichtwissenschaftler wissenschaftlicher arbeitet als der Uniexperte - sofern der Nichtwissenschaftler ein TRaumtagebuch schreibt.
Freud ist selbstverständlich immer noch eine Größe. Allerdings revidierte er selbst so einiges, etwa seine frühere konzentrierte Hinwendung auf
Sexualsymbole. Früher war ja so gut wie alles sexuell ;-)
Er revidierte auch dies und jenes zum Thema Traum als Wunschscheinerfüllung, gleichwohl diese Funktion des Traumes eine besonders wichtige ist.
Es war übrigens Freud, der dieses Thema besonders wissenschaftlich betrachtete.
Mein ??? sind gedacht, weil diese Disziplin nicht wirklich im klassischen Sinne ausgeführt werden kann, zumindest nur unter besonders schwierigen Umständen und dann ist da immer noch eine Sache:
Wie definiere ich Wissenschaft.
Mache ich es auf die klassische Art, dann ist selbst die Medizin keine echte
Wissenschaft, denn alleine die Anforderung einen Versuch zu wiederholen schafft sie nicht...
Freud war der Erfinder der modernen Psychoanalyse und integrierte erstmals die Traumdeutung als Tool in psychoanalytische Sitzungen.
Leider ist Anna Freud viel zu unbekannt, ihre Arbeiten über Abwehrmechanismen sind weiterentwicklungen der Theorien des Sigi Freud.
Und das Verständnis von Abwehrmechanismen ist ein absolutes Muss für jede Traumdeutung/Analyse


Eines zu Leben noch:
Da haste absolut recht, auch meiner Erfahrung nach steigen viele Träumende bei der Frage nach eigenen Assoziationen aus.
EInerseits muss man dann mit wertfreien Fragen nachhaken andererseits
ist alleine die Tatsache, dass einem selbst nichts zum eigenen traum einfällt ein interessantes Zeichen.........denn:
Was ist es, was der träumenden Person nicht einfallen darf?
(darf= weil die Erkenntnis einen inneren Konflikt hervorrufen könnte)
Anders gesagt:
Womit will sich die träumende Person partout nicht auseinandersetzen?
Was könnte geschehen, wenn sie es tut?

Nun, es könnte das geschehen, was die meisten eben vermeiden wollen:
Zu sehen
Therion
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Beitragvon Caterina » 14.10.2008, 22:43

Hallo Therion,

vielen Dank für diese gute Ausführung! Astrein auf den Punkt gebracht aus meiner Sicht!

Ich möchte noch etwas ergänzen:

Du schreibst "zu sehen" - ich ergänze - auch zu erkennen! Die Erkenntnis ist dann mit der erste Schritt für eine Veränderung, wenn wir davon ausgehen, dass wir die Träume als Wegweiser nehmen, dann müsste in der Konsequenz auch eine Umsetzung stattfinden - soweit möglich.

Was Du zu Freud schreibst - voila!
In der heutigen Traumaforschung wie auch Traumatherapie wird das "Träumen" - sozusagen das Tagträumen oder Arbeiten in und mit Bildern - dazu benutzt traumatische Erlebnisse jetzt in Form von Bildern neu zu gestalten - ein traumatisches Ende könnte dann anders gestaltet werden. Die Erfolge zeigen, dass es funktioniert :)

Weiterhin ist diese Methode bekannt, dass man Hochleistungssportlern u.a. Trainingseinheiten solange autosuggestiv in Bildern vorstellen lässt, bis sie schließlich des Nachts davon träumen...

Sehr spannend!

Weiterhin glaube ich - und habe es in meiner persönlichen Beschäftigung mit der Traumarbeit auch bemerkt/erfahren - dass die Aussage "ich kann mich garnicht erinner, geträumt zu haben - an das Thema "Abwehrmechanismen" anknüpft. Mir ist bekannt, dass ds UB einem nur soviel zumutet, wie im Augenblick der Persönlichkeitsentwicklung zugemutet werden kann - ist also, wie die Abwehrmechanismen auch - ein Schutz. Deshalb verwundert es mich persönlich immer garnicht, wenn Trauminhalte in unterschiedlichen Träumen und Symbolen wiederkehrt, solange, bis der Träumer bereit dazu ist, es auch anzunehmen - dann entfällt der Abwehrmechanismus vonselbst.

Bevor ich jetzt gänzlich ins Schwärmen gerate höre ich mal auf ;)

Frage noch an Dich:
hast Du jemals Anna Freund "Die Abwehrmechanismen" gelesen? Ich musste mich mal im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit damit auseinandersetzen und habe dabei unendlich viele Einsichten erhalten - und ich stimme Dir zu: Schade, dass der Vater mehr Raum hatte, als die Tochter, die so manchen anderen Aspekt in die Psychoanalyse hineingebracht hat.

So long,
dream on,
(gelöschter User)
Caterina
 

Beitragvon lanny » 14.10.2008, 23:20

Ei da bin ich aber froh, dass andere das auch so sehen mit Freud. :D
Ich fand Anna Freud ein bißchen trocken zu lesen, aber inhaltlich gilt das meiste über die Abwehrmechanismen wohl noch so, wenngleich es inzwischen Weiterentwicklungen gibt. Dass die bevorzugten Abwehrmechanismen sich auch in den Träumen manifestieren, wußte ich nicht, aber es klingt für mich total schlüssig! Ich werde diese Erkenntnis mal auf meine eigenen Träume anwenden.
lanny
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Beitragvon Therion » 14.10.2008, 23:38

Ja ein bissi trocken ist sie schon zu lesen


Ja (gelöschter User) stimmt. Ich habe lange kampfkunst trainiert, und bei einigen stilen wird das heute noch gemacht. man geht konzentriert im kopf die techniken durch, ganze kämpfe. man visualisiert sie in gedanken....erinnert mich irgendwie daran

Ha, ja musste ich auch an der uni lesen. auch für eine wissenschaftliche arbeit (Traum und Konflikt)


LG
Therion
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Beitragvon Caterina » 15.10.2008, 11:37

[b]@ Therion,

genau so gehts :). Die Visiualisierung ist der Ausgangspunkt, von welchem an es sich dann irgendwann ins UB absinken lässt und hierbei dann "geträumt werden kann" - ist ja kein Muss ;)

Klingt ja interessant "Traum und Konflikt". Der Inhalt in Träumen oder wie?

Lg
(gelöschter User)
[/b]
Caterina
 

Beitragvon Therion » 15.10.2008, 13:52

So ähnlich, ja
Was sind innere Konflikte, wie entstehen Träume aus unbewussten Konflikten (und allgemein) und wie können sie analysiert werden, welche Rahmenbedingungen, Richtig oder falsch bei traumdeutungen... sowas halt.

Und Du? du hast ja auch eine Arbeit geschrieben?
Therion
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Beitragvon Caterina » 15.10.2008, 21:20

Danke Dir Therion, jetzt habe ich eine bessere Vorstellung von "Konflikt und Traum".

Meine Arbeit damals - schon laaange her - handelte von den Abwehrmechnismen von Anna Freud...genauer gesagt ihr Buch "Das Ich und die Abwehrmechanismen". Rückblickend würde ich meinen, war es ein "Start zu der tieferen Beschäftigung mit Träumen und Traumbildern".

Visualisierungen, wie Du sie anschaulich beschreibst, sind ja in gewisser Weise ein Anfang eine Form von "Tagträumen" - nicht direkt Tagträumen, aber ein Beginn...es sind "Bilder" und die "Kraft der Vorstellung und Bilder" - sehr viel anders arbeitet der Traum und das UB auch nicht wirklich.


So long
Lg (gelöschter User)
Caterina
 

Beitragvon Gast II » 16.10.2008, 17:02

Träume zu deuten ist eine Kunst. Sie zu beherrschen, nicht jedem gegeben, denn es bedarf vor allem manigfache Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichsten Menschen.
Und einen gehörigen emotionalen Abstand zum Klienten.
Auch sollte der Traumdeuter allen illusionären Selbstbetrug überwunden haben, sonst wird er selber zum Problem.

In den meisten Fällen ist der grade Weg nicht der beste. Denn ein Klient neigt per se dazu, seinen Wunschvorstellungen hinterher zu laufen, was heißt, er akzeptiert lieber eine falsche Deutung, weil er darin die Erfüllung sieht, als einen guten Rat, der ihn davon entfernt. Daraus läßt sich die Regel erstellen: wer viel träumt, hat viele Probleme.

Wer ist der bessere Psychologe, der studierte Therapeut oder die Bedienung im Cafe? Die Bedienung im Cafe: sie weiß, wie man den Gast dazu bringt, Trinkgeld locker zu machen. Laßt das mal einen Psychologen versuchen.
Gast II
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Beitragvon lanny » 16.10.2008, 17:37

Gast II hat geschrieben:
Auch sollte der Traumdeuter allen illusionären Selbstbetrug überwunden haben, sonst wird er selber zum Problem.



So einen Menschen gibt´s doch gar nicht.
Jegliche Verabsolutierung sollte schon mißtrauisch machen.
lanny
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Beitragvon Ghost » 16.10.2008, 19:05

Hi Gast II,

"Träume zu deuten ist eine Kunst". Das liest so so, als wenn diese Kunst nicht über die bisherigen psychologischen Brillen zu erwerben ist. "Erfahrungen" wird von dir als Schlüsselwort benutzt. Mich würden nun deine Erfahrungen zu folgenden Fragen interessieren:

1. Träume werden grundsätzlichen einen Anlaß haben, der am Vortag zu finden ist. Wie hoch mag der Prozentsatz von Träumen sein, deren auslösende Impulse

a) durch eine eigene Konfliktsituation
b) durch gedankliche Beschäftigung mit einer sozialen Problematik einer anderen Person
c) durch telepathische Beeinflussung, Gedankenauffangung
d) Hinweise zur Abwehrung eigener Krankheitsgefahren
f)) Einflüsse höherer, spiritueller Quellen (Wahrträume usw.)

zugrunde liegen???

2. Da die Träumer ja oft ihrer eigenen Wirklichkeit sowieso ausweichen wollen, kann mit den Mitteln der hinführenden Fragestellung überhaupt ein Blumentopf je gewonnen werden oder lauert der Träumer nur darauf, Nischen als Traumerkenntnis unglaublich dankbar und wortgewaltig anzunehmen???

3. Kennst du jemanden, der diese Kunst der guten Traumdeutung beherrscht und wo finde ich diese Person...
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Beitragvon Therion » 16.10.2008, 21:39

Sorry Ghost aber Gast III hat net so unrecht

Und Ghost, es ist leider genau das Gegenteil der Fall:

1. Träume werden grundsätzlichen einen Anlaß haben, der am Vortag zu finden ist......... Träumen tust sowieso, da brauchst keinen eigenen anlaß vom tag zuvor. was du meinst sind die Traumquellen. und da sind geschehnisse vom vortag natürlich eine möglichkeit.

1b)-1d) Falsch, weil weist im grunde auf intrapersonelle probleme hin


1f) Wahrträume haben um Gottes Willen nichts mit dem Einfluss höherer spiritueller Quellen.


2.) Genau das Gegenteil ist der Fall !!!!
Das Problem ist nicht, dass "die Träumer ja oft ihrer eigenen Wirklichkeit sowieso ausweichen wollen", sondern im Gegenteil, dass die Träumer ihre eigene Wirklichkeit zurechtbauen und verteidigen. Ich sage nur: Abwehrmechanismen !!!!
Und je mehr ich unbewusst weiß dass meine eigene Wirklichkeit nicht die
"reale" Wirklichkeit ist, desto mehr verteidige ich sie
Zuletzt geändert von Therion am 16.10.2008, 22:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Ghost » 16.10.2008, 22:10

Hi Therion,

auch wenn du so gerne Noten verteilst, deine Aussagen entsprechen aber leider nicht den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Aussagen, und sind zudem auch aus meiner Sicht nicht wirklich haltbar. Schade, dass du stehen bleiben möchtest...

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Beitragvon Therion » 16.10.2008, 22:14

Tut mir leid, Ghost.
Das ist der wissenschaftliche Stand der Dinge und nicht nur das.....
Die gesamte moderne Traumwissenschaft, Abwehrmechanismen und innere Konflikte basieren darauf.....
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Beitragvon Ghost » 16.10.2008, 22:35

...ach Therion, dir kann doch überhaupt nicht entgangen sein, wieviel unterschiedliche Strömungen es hier gibt, die moderne Taumforschung, Traumwissenschaft bietet unglaublich viele Ansatzpunkte, vieles wird höchst unterschiedlich gesehen und unterliegt der ständigen Veränderung. Warum also so ein verzweifelter Versuch der Allgemeingültigkeit deiner Aussagen??? Dieses Forum bietet doch ganz praktische Möglichkeiten sich den Botschaften von Träumen zu nähern und wenn du möchtest, dann halte ich mich von deinen Postings fern...
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Beitragvon Therion » 16.10.2008, 22:58

eben weil es mir überhaupt nicht entgangen ist, habe ich obige zeilen geschrieben
in der seriösen fachwelt gibt es einige verschiedene strömungen die sich aber nicht auf das hier zur sprache gebrachte beziehen, denn das ist
grundlage.
Laß gut sein Ghost ;-)
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