Ich im Gefängnis - Traum

Hier können sich Besucher untereinander Träume posten und helfen, diese zu deuten.

Moderator: Mirakulix

Ich im Gefängnis - Traum

Beitragvon Levit » 23.04.2019, 17:46

Hallo zusammen.
Ich hatte mal wieder einen sehr lebhaften Traum, den ich gerne mit euch teilen möchte.
Kurz zu mir: ich bin 20, weiblich und polizeilich vollkommen unauffällig.

Mein Traum fing damit an, dass ich in einen Raum gebracht wurde, der ziemlich gross war und wo nur zwei matratzen drin lagen. Man hatte auch einen Balkon, wo man rauchen konnte. Als nächstes saß ich in einem großen Schwarzen Auto, vorne ein Fahrer und.neben mir ein Sicherheitstyp, ich sowohl in Handschellen sowie in Fußschellen. Wir kamen dann in einer anderen JVA an und ich wurde in einen anderen Raum gebracht. Mir wurde dann gesagt, dass ich 11 Jahre hoer verbringen würde, ich wusste aber nicht warum. Also ich wusste nicht was ich getan hatte. Ich war dann mit einem anderen mädchen auf dem Zimmer. Ich konnte mich frei bewegen, jedoch konnte ich das Gebäude nicht verlassen. Auch wenn das Gebäude objektiv kein Gefängnis ist,war ich im Traum fest davon überzeugt.

Vom Charakter her war ich ruhig und freundlich, aber irgendwie auch ,,schweigsam ubd gefährlich''

Was haltet ihr davon? Lg
Levit
Träumerle
 
Beiträge: 5
Registriert: 03.02.2019, 03:13

Re: Ich im Gefängnis - Traum

Beitragvon plush » 23.04.2019, 18:54

Hallo Levit!

Träume stellen Botschaften des Unbewussten dar, die über Deine innere Situation berichten, die aber ausgelegt werden müssen. Dafür versetze Dich bitte nochmal in die Handlung Deines Traumes und suche eine Überschrift, die zu seiner Dramaturgie gefühlsmäßig passt, am besten eine poetische, so wie die Dichter für ihre Werke machen. Kannst Du Unterkapitel entdecken? Gegebenen Falls setze ihnen eigene Überschriften auf...

Im nächsten Schritt geht es um die einzelnen Symbole Deines Traumes

(Das Folgende ist ein Universal-Schema, gedacht, jedem sich neu meldenden Träumer ein kleines How-To zu vermitteln, das ihm helfen soll, seinen Traum vorzubereiten auf den anschließend von mir unternommenen Versuch, den Traum zu deuten. Versuche bitte, das Schema auf Deinen Traum anzuwenden, auch wenn in ihm gar keinen "Personen" vorkommen, sondern vielleicht nur ein Tier oder leblose Gegenstände.)

Von Personen, die Du kennst, erstelle bitte Charakterportraits, die ihre Vorzüge und negativen Seiten beleuchten, so dass man sich eine Vorstellung von ihnen machen kann. Wo vielleicht unbekannte Personen auftauchen, da skizziere sie nach ihrem Alter und Aussehen, Haarfarbe, Gesichtsausdruck, Haltung usw. Überlege auch, an wen, oder an was für ein Ereignis sie Dich erinnern könnten.

Für die nicht-personalen Symbole gilt, dass Du bei jedem für sich beschreiben sollst, wie es funktioniert, was es tut, woher es stammt (entsteht oder hergestellt wird) und wozu es sich selbst oder seinem Nutzer dient. Ob Deine Einfälle wissenschaftlich richtig sind oder nicht, ist unwichtig. Auf keinen Fall schau in einem Lexikon nach.

Ein Beispiel, um Dir das „Freie Assoziieren“ besser nachvollziehbar zu machen:

Ein Junge träumte, er wurde von einem Arzt untersucht; der stellt fest: ein Organ liegt schief und soll operiert werden. Darnach schickt er ihn ein Stockwerk höher, um von drei anderen Ärzten seine Nase untersuchen zu lassen; sie entdecken Polypen, die sollen vorher operiert werden.

Dieser Traum hat 5 Symbole, die der Junge beschrieb wie folgt:

Ärzte: Sie haben Gesundheitsmodelle, die erlauben, Krankheiten zu erkennen.
.......................Gesundheit: Naturzustand

Organ: Körperbestandteil, das man braucht zum leben.
..........Körper: Ein Teil der Seele, die auch einen Geist hat.
......... Geist: Der Seelenteil, der gesundes und krankes unterscheidet.

operieren: Eingriffe machen, die die Heilung fördern.

Nase: zum Luft holen und Riechen
.............Luft: ein lebensnotwendiger Stoff.
.............Riechen: Qualität der Nahrung prüfen.

Polypen: Verstopfen die Nase.

Wie Du siehst, beim Beschreiben der ursprünglichen 5 Symbole tauchen neue auf, die auch definiert und beschrieben werden sollen. Je mehr "Freie Assoziationen", um so besser.. Seinem Traum gab der Junge die Überschrift "Unangenehme Überraschung".

Ich freue mich auf Deine Vorbereitungen!
Plus
plush
Traumaturg(in)
 
Beiträge: 995
Registriert: 25.12.2009, 00:18

Re: Ich im Gefängnis - Traum

Beitragvon Picadora » 24.04.2019, 11:58

Hey Levit,

kurz zusammengefasst könnte man sagen: Du bist festgefahren bzw. hast Dich selbst der Bewegungsfähigkeit beraubt und hängst nun fest in Deinem selbstgezimmerten (inneren) 'Gefängnis'.

Es passt ja zu Deinem letzten, hier geposteten Traum, dem Einbruch in der Schule - dort war ja der Hinweis, dass Du nicht bereit bist Deine notwendigen täglichen Lern-Schritte zu gehen, Deine Entwicklung zu vollziehen, sondern nach einer 'Abkürzung' suchst, in der Hoffnung, es gehe irgendwie auch schneller.
Vielleicht erinnerst Du Dich?

Nun klingt es hier so, als wurdest Du allen 'äußeren' Ablenkungen beraubt - und bist auf Dich selbst zurück geworfen worden. Also nach innen (der leere Raum, mit den zwei Matratzen).
Du wurdest irgendwie in diesen Rückzug gezwungen, der Dir wie ein Gefängnis erscheint, wohl mit dem Zweck, Dich auf Dich selbst zu besinnen.
Im Gefängnis landet man ja, wenn man was 'falsch' gemacht hat (gegen die kollektiven Regeln verstoßen hat) - Anteile von Dir fahren Dich dort hin, in diesem schwarzen Auto (das klingt nach Depression/Trauer). Anscheinend fühlst Du Dich nicht gut - fühlst Dich 'eingeschränkt' und Deiner Freiheit Dein Leben zu leben beraubt (die Hand- und Fußschellen deuten ja auf eine Einschränkung Deiner Beweglichkeit hin).
Ich weiß ja nicht, was da gerade los ist, bei Dir - aber anscheinend hast Du Dich zu wenig mit Dir selbst auseinander gesetzt u. wirst nun sozusagen gezwungen, Dich im Rückzug mit Dir selbst auseinander zu setzen. Das klingt unangenehm, kann aber auch eine große Chance sein, ohne äußere Ablenkung wahrzunehmen, was da gerade los ist bei Dir und eine Kursänderung vorzunehmen.
Manchmal lenken sich Menschen zu sehr im 'Außen' ab, achten nicht mehr auf ihre Bedürfnisse - wenn es zuviel wird, warum auch immer, dann ist ein Rückzug nötig, um sich wieder zu sammeln, sich wahrzunehmen und um Kraft zu tanken.
So würde ich diese 11 Jahre verstehen. Die 11 ist (im Tarot) die Kraft, die Wandlungen ermöglicht. Man muss sich der inneren Kräfte, die wir alle haben, erst bewußt werden, um daraus dann die Energie u. den Mut zu ziehen, der Wandlung ermöglichen kann. Dessen sollst Du Dir anscheinend bewußt werden.
Das Mädchen, mit dem Du im Zimmer bist, im Traum, bist Du selbst. Da Du ja nicht raus kannst, bleibt sie (d.h. Du selbst) Dein einziger Gesprächspartner. Damit ist der Hinweis klar: setzte Dich mit Dir selbst auseinander. 'Rede' mit Dir selbst. Denn Dein Schweigen - die Mißachtung Deiner Selbst - das ist es, was gefährlich ist.

Grüße Picadora
Benutzeravatar
Picadora
Traumaturg(in)
 
Beiträge: 848
Registriert: 02.08.2010, 13:12

Re: Ich im Gefängnis - Traum

Beitragvon traeumer24 » 25.04.2019, 13:23

Ich bin auch der Meinung, dass du dich gefangen fühlst. Eventuell hast du Bekanntschaften, die dir nicht gut tun. Eventuell ist es deine berufliche Tätigkeit? Oder die Stadt in der du lebst? Es gibt mit Sicherheit etwas, das dich "einsperrt" bzw. "einengt". Sich davon zu lösen, sollte für dich von Bedeutung sein :)
traeumer24
Träumerle
 
Beiträge: 2
Registriert: 25.04.2019, 13:20

Re: Ich im Gefängnis - Traum

Beitragvon Dichterseele » 27.04.2019, 20:07

Picadora hat dir eine hervorragende Interpretation geliefert.
Ich sag 's kurz:
Du bist traurig,
...dass Du Dich zusammenreißen musst (Handschellen),
...Deine Freiheit beerdigen musst (schwarzes Auto)
....und in ein Regelwerk eingebunden bist (das gefühlte Gefängnis).

Tatsache ist, dass es im Leben immer und überall Regeln gibt, denen man sich unterwerfen muss.
Die absolute Freiheit gibt es nicht:
Du musst Dich an die äußeren Umstände anpassen.
Und Du hast Rücksicht auf andre zu nehmen - was Du umgekehrt ja auch erwartest.

Wenn der Ort, an dem Du weilst, Dir zu eng ist - sei es eine Schule, eine Hausgemeinschaft, eine Familie, ein Arbeitsplatz - dann überleg, ob die als Einschränkung erlebten Regeln gerechtfertigt, oder überzogen sind. Findest Du das Ordnungsgefüge übertrieben, dann argumentiere sachlich dagegen oder suche Dir einen andren Platz.
"Ich will aber" ist kein Argument...!
Dichterseele
Traumaturg(in)
 
Beiträge: 1495
Registriert: 21.12.2008, 19:31


Zurück zu Träume und Deutungen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste

cron