Überlebenskampf und Enthauptung

Hier können sich Besucher untereinander Träume posten und helfen, diese zu deuten.

Moderator: Mirakulix

Überlebenskampf und Enthauptung

Beitragvon tetra » 03.04.2019, 12:08

Guten Tag alle zusammen,
Ich bin neu hier und weiß nicht wie das alles funktioniert aber ich hoffe ich bringe trotzdem alle wichtigen Infos in den Text ein.
Im Vorhinein möchte ich sagen, dass es eher gewalttätige und "kranke" Träume sind, ich hoffe ich verstoße hier gegen keine Richtlinien, habe eh' nur einen Traum von vielen mit möglichst wenigen Details geschildert.

Zu mir: Ich bin 21 Jahre alt und männlich. Nach meinem Abi und einer Rucksacktour im Ausland habe ich ein Studium angefangen, dass ich nach 3 Monaten gleich wieder abgebrochen (war absolut uninteressant) habe und jetzt bis zum nächsten Wintersemester einen Nebenjob in einem kleinen Laden mache. Was das nächste Studium sein wird weiß ich noch nicht zu 100%, in den letzten zwei Jahren der Suche hat das alle drei Wochen gewechselt.
Schwierigkeiten gibt es abgesehen davon nicht besonders gravierende in meinem Leben - man sagt mir aber auch nach ich verdränge alle meine Gefühle und können mit den schlechten nicht umgehen (vielleicht hab ich mir dadurch selbst meine Träume eingebrockt :D) - bin eher der "dauerfrohe" Typ. :)

Zu meinen Träumen: Ich träume jetzt seit ein bis zwei Jahren eigentlich in jedem Traum davon, dass jemand mich umbringen möchte - sei es eine Person die mir nahe steht wie mein Dad oder wie gestern ein Jugendlicher im Urlaub den ich nicht kannte und der einfach alle in diesem Ort um die Ecke bringen wollte. Letzten Endes befinde ich mich den Großteil meines Traumes in einem Überlebenskampf ohne viel Action - oft finde ich mich im Schwitzkasten mit dem Angreifer wieder und es kommt darauf an wer z.B. stärker dagegendrückt um dem anderen mit einem Messer das zwischen uns steht zu töten. :cry:
In letzter Zeit komme ich immer nicht darum den Angreifer mit einem Messer oder einer Glasscheibe oder sonstwas zu enthaupten, was ich selbst im Traum als absolut abstoßend und schrecklich/eklig empfinde. Mit so kleinen Kämpfen kam ich immer klar, aber diese Enthauptungsgeschichte hängt mir oft auch nach dem Traum noch nach..
(Heute war es mein alter Chef von einem anderen Nebenjob den ich immer sehr mochte und den ich seit Ewigkeiten nicht gesehen habe.)
Ich habe keine Ahnung womit der Traum zusammenhängt, die Personen darin scheinen beliebig zu sein - wenn jemand eine Ahnung hat, kann er sich gerne an meinem Unterbewusstsein versuchen.
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Re: Überlebenskampf und Enthauptung

Beitragvon Picadora » 03.04.2019, 14:59

Hey tetra,

um Deine Träume vollständig zu deuten, sind tatsächlich alle Details notwendig, auch wenn sie noch so schaurig sind. D.h. ein gesamter Traum mit gesamten Ablauf. Träume überspitzen u. dramatisieren fast immer, insofern sind wir einiges gewohnt.

Allgemein kann ich dennoch was dazu sagen, zu dem was Du gepostet hast:

Tatsächlich scheinst Du im Traum mit Dir selbst zu 'ringen'. Oder sagen wir mal so: da gibt es verschiedene Anteile in Dir (das hat jeder Mensch) und die ringen sozusagen miteinander. Es scheinen sowohl Dir bekannte Anteile zu sein - als auch weniger bekannte. Könnte man so beschreiben, dass Du noch nicht alle 'Anteile' in Dir kennst. Vermutlich versucht ein Dir unbekannter Anteil Deines Unbewußten ins Bewußtsein vorzustoßen (der Versuch Dich zu enthaupten) - dem scheint das aber nicht zu gefallen. Und daher wehrt er sich - also Dein Bewußtsein (Dein Kopf, der rationale Anteil) wehrt sich gegen die 'Ent-haupt-ung': so klingen diese Gegenwehrattacken mit Messer- oder Glasscheiben.

Etwas in Deinem Inneren strebt nach Veränderung, doch Dein rationales Bewußtsein will den Status Quo erhalten u. wehrt sich dagegen - daher diese Kämpfe.

Wie oben erwähnt: genaueres kann man nur sagen, wenn Du mal einen gesamten Traumverlauf schilderst.

Nur soviel: bei einem Kampf zwischen Bewußtem + Unbewußten siegt (über kurz oder lang) in der Regel das Unbewußte.

hilft das erstmal?

Grüße Picadora
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Re: Überlebenskampf und Enthauptung

Beitragvon Ghost » 03.04.2019, 16:02


Hi Tetra,

ich gehe davon aus, dass dein Unterbewußtsein mit jedem Traum dir etwas bewußt machen möchte, was dir nicht bewußt ist, was deine eigenen Überlegungen nicht auf ihren Radarschirm haben. Unterbewußtsein, Wesensteile die miteinander kämpfen, all diese Möglichkeiten sind dir bekannt und deshalb natürlich auch nicht gemeint. Kein Unterbewußtsein greift Themen auf, die dir bewußt, bekannt sind.

Dein Unterbewußtsein versetzt dich sehr häufig in eine Lebenssituation, in der du ohne jegliche Begleitung bist und wenn es zu einer Auseinandersetzung mit anderen Personen kommt, dann achtest du sehr gewissenhaft darauf, dass auch diese Person völlig ohne Begleitung ist. Du hast ein sehr gutes Gespür dafür, wenn Menschen, die dir begegnen, sich mit ihrer gesamten Persönlichkeit dir gegenüber durchsetzen wollen.

Du würdest aufgrund dieses feinen Gespüres, dieser Mensch will sich bei vielen anderen Menschen immer durchsetzen, zu keiner Zeit auf die Idee kommen zu prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, diesen Menschen zu bewegen, an deine rechte Seite sich zu begeben. Und noch entfernter ist der Gedanke, du könntest einmal als Vertrauensvorschuß dich an die rechte Seite der anderen Person stellen, so dass eine gegenüberstehende Kampfstellung völlig vom Begegnungstisch ist.

Das Geheimnis guter Diplomatie ist das geschickte Nachgeben und Relativieren der Ansichten, Meinungen und Absichten anderer Menschen. Begegnungen als Chance sehen, Freundschaften, Kontakte auch dann aufzubauen, wenn der andere nur an seinen eigenen Sieg denken mag.

Dazu mußt du natürlich auch Stärke, Überlegenheit ausstrahlen und Bereitschaft signalisieren, den anderen Leben zu lassen, entkommen zu lassen, was immer ihn auch treibt. Erscheinst du in der Begegnung schwach und ängstlich, ist dieses Signal für den anderen förmlich eine Einladung, dich zu unterwerfen. Aber vielleicht spielst du auch gerne den schwachen, signalisierst Schwachheit um dann gekonnt den anderen aufgrund seiner begonnenen Freindlichkeit aus Notwehr vollkommen besiegen zu können...


Ohne Ausstrahlung eigener Stärke wirst du immer angegriffen, wenn du alleine bist.....

Herzlichst

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Re: Überlebenskampf und Enthauptung

Beitragvon Almuth » 04.04.2019, 11:13

tetra hat geschrieben:[b] man sagt mir aber auch nach ich verdränge alle meine Gefühle und können mit den schlechten nicht umgehen (vielleicht hab ich mir dadurch selbst meine Träume eingebrockt :D) - bin eher der "dauerfrohe" Typ. :)

Ja, du suchst das, was uns leben lässt – Gefühle, Gemütsbewegungen, je heftiger, um so wirkungsvoller. Wir alle müssen tatsächlich empfinden, um uns lebendig zu fühlen.
Als dauerfroher Typ bewegst du dich in Gefühlesdingen da eher auf einem durchaus höheren, aber gleichförmigen Level. Ohne Ausschläge nach oben oder unten.

Wesentlich ist nun, dass du studieren willst (willst?), aber für nichts Interesse hast. Du hast damit kein Lebensziel. Du strebst nichts weiter an in deinem Leben. Und das wahrscheinlich deshalb, weil du es gewohnt bist, alles was du brauchst und haben willst, zu bekommen, einfach so.
Mit diesem Denken, diesem Verhalten langweilt man sich, was man durch Spaß, Spaß, Spaß ausgleicht. Ist aber auch langweilig...

Wer nun im Traum getötet wird, dessen Leben ist nicht wirklich in Gefahr. Es geht nicht ums Sterben.
Aber jeder Mensch hat halt seine besondere Charakteristik. Und genau da soll was weg...
Die Personen, die dich töten, wechseln und sind deshalb beliebig. Irgendwer muss es ja vollbringen, wenn nicht du selbst.

Tetra, du weißt nicht, wer du bist und was du anfangen willst mit deinem Leben. Das ist der Punkt. Aber darüber machst du dir keinen Kopf weiter. Du bist ja noch jung, wird schon werden, oder so.
Das erklärt die Enthauptungssache. Mach dir einen Kopf, einen neuen, einen anderen, heißt das.

In deinen Träumen machst du symbolisch das, was du konkret am Tage tun solltest. Lass den alten ... sterben und werde dann ein neuer, anderer Mensch.
Herzliche Grüße Almuth
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Re: Überlebenskampf und Enthauptung

Beitragvon Ghost » 04.04.2019, 12:30


Hi Tetra,

noch ein kleiner Nachtag. Könnte es sein, dass du mit deinen eigenen Gefühlen sehr gut umgehen kannst und gut darüber wachst, dass dein eigener Gefühlshimmel stets wolkenfrei bleibt??? Und begegnen dir Menschen, die von dir einfühlsames Mitfühlen, Mittragen ihrer seelischen Gefühlslast erwarten, dass du dann vor dioser Verantwortung flüchten möchtest. Und jeder Versuch von ihnen, dich sozial zu öffnen, empfindest du als in den Schwitzkasten genommen und wehrst solche Angriffe ab...???

Herzlichst

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Re: Überlebenskampf und Enthauptung

Beitragvon plush » 04.04.2019, 23:42

Hallo tetra !

Träume stellen Botschaften des Unbewussten dar, die über Deine innere Situation berichten, die aber ausgelegt werden müssen. Dafür versetze Dich bitte nochmal in die Handlung Deines Traumes und suche eine Überschrift, die zu seiner Dramaturgie gefühlsmäßig passt, am besten eine poetische, so wie die Dichter für ihre Werke machen. Kannst Du Unterkapitel entdecken? Gegebenen Falls setze ihnen eigene Überschriften auf...

Im nächsten Schritt geht es um die einzelnen Symbole Deines Traumes

(Das Folgende ist ein Universal-Schema, gedacht, jedem sich neu meldenden Träumer ein kleines How-To zu vermitteln, das ihm helfen soll, seinen Traum vorzubereiten auf den anschließend von mir unternommenen Versuch, den Traum zu deuten. Versuche bitte, das Schema auf Deinen Traum anzuwenden, auch wenn in ihm gar keinen "Personen" vorkommen, sondern vielleicht nur ein Tier oder leblose Gegenstände.)

Von Personen, die Du kennst, erstelle bitte Charakterportraits, die ihre Vorzüge und negativen Seiten beleuchten, so dass man sich eine Vorstellung von ihnen machen kann. Wo vielleicht unbekannte Personen auftauchen, da skizziere sie nach ihrem Alter und Aussehen, Haarfarbe, Gesichtsausdruck, Haltung usw. Überlege auch, an wen, oder an was für ein Ereignis sie Dich erinnern könnten.

Für die nicht-personalen Symbole gilt, dass Du bei jedem für sich beschreiben sollst, wie es funktioniert, was es tut, woher es stammt (entsteht oder hergestellt wird) und wozu es sich selbst oder seinem Nutzer dient. Ob Deine Einfälle wissenschaftlich richtig sind oder nicht, ist unwichtig. Auf keinen Fall schau in einem Lexikon nach.

Ein Beispiel, um Dir das „Freie Assoziieren“ besser nachvollziehbar zu machen:

Ein Junge träumte, er wurde von einem Arzt untersucht; der stellt fest: ein Organ liegt schief und soll operiert werden. Darnach schickt er ihn ein Stockwerk höher, um von drei anderen Ärzten seine Nase untersuchen zu lassen; sie entdecken Polypen, die sollen vorher operiert werden.

Dieser Traum hat 5 Symbole, die der Junge beschrieb wie folgt:

Ärzte: Sie haben Gesundheitsmodelle, die erlauben, Krankheiten zu erkennen.
.......................Gesundheit: Naturzustand

Organ: Körperbestandteil, das man braucht zum leben.
..........Körper: Ein Teil der Seele, die auch einen Geist hat.
......... Geist: Der Seelenteil, der gesundes und krankes unterscheidet.

operieren: Eingriffe machen, die die Heilung fördern.

Nase: zum Luft holen und Riechen
.............Luft: ein lebensnotwendiger Stoff.
.............Riechen: Qualität der Nahrung prüfen.

Polypen: Verstopfen die Nase.

Wie Du siehst, beim Beschreiben der ursprünglichen 5 Symbole tauchen neue auf, die auch definiert und beschrieben werden sollen. Je mehr "Freie Assoziationen", um so besser.. Seinem Traum gab der Junge die Überschrift "Unangenehme Überraschung".

Ich freue mich auf Deine Vorbereitungen!
Herzlichst, Plus
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