Verklebte Augen, großes Leid, wiederkehrender Traum!

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Verklebte Augen, großes Leid, wiederkehrender Traum!

Beitragvon Kittynaut » 06.03.2019, 13:33

Ich bin 19 und weiblich. Ich habe große psychische Probleme und habe seit längerer Zeit Träume die sich extrem real anfühlen, sie sind immer negativ und lassen mich mit einem verstörten Gefühl aufwachen. So als würde ich die Gefühle aus dem Traum mitnehmen. Oft bin ich mir auch nicht mehr sicher ob es vielleicht wirklich passiert ist.
Hier der Traum über den ich gerne reden würde, da er ähnlich zum wiederholten Male auftritt.
Ich saß im Mathe Unterricht und hatte wieder verklebte Augen, hing schlapp ohne Kraft auf meinem Stuhl und mein Kopf lag abgestützt auf meinen Armen nach unten gerichtet.
Plötzlich sprach der Mathelehrer zu mir und sagte, dass ich gefälligst mitarbeiten soll. Ich saß ganz vorne und bin darauf über den Tisch "gesprungen" und sagte so etwas wie:"Sorry, dass ich Diskalkulie (Matheschwäche) habe. Dann wollte ich die Ausgangstür öffnen, das war eine schwerere Sicherheitstür, so wie wir sie auch in meinem Heim in den Ausgangstüren beim Flur haben. Ich habe es einfach nicht hinbekommen, mein Arm war lapprig, in meinem Körper keine Spannung und ich fühlte mich so extrem schlapp, bis auf die Knochen. Ich hing da wie ein leerer Sack Kartoffeln. Als hätte ich seit Jahren nicht geschlafen. Wäre fast tot. Ich zog mehrmals mit aller Mühe aber sie ging nur einen kleinen Spalt auf. Das war mir peinlich, denn mir sahen alle zu. Plötzlich ging ich dann schwankend mit wackeligen Beinen in ein Hinterzimmer vom Klassenraum, dort sollte ich irgendwas machen aber ich bin zusammengebrochen, habe mich zusammengekauert, geschrien, geheult und ich fühlte mich so schwach. Niemanden interessierte das. Alle guckten mich mit Verachtung an, ohne Empathie. Sie wollten immer noch, dass ich meine Aufgaben erledige, obwohl ich nichtmal richtig stehen konnte. Jeden einzelnen Schritt in diesem Traum habe ich so tief gespürt, die extreme Anstrengung, mein ganzer Körper hat gezittert. Es war beinahe Schmerz. Alles war wieder so real. Ich war mittendrin. Und meine Augen verklebt mit "Schlaf". In diesen Raum kamen dann zwei Leute, ein kleines Kind und seine Mutter. Die wurden dort hingesetzt um Kindersendungen zu gucken. Ich lag zusammengekauert in der Ecke immer noch am weinen, ich lag seitlich, meine Knie angezogen und meine Arme drumgeschlungen. Als die beiden den Raum betraten dachte ich, ich müsse aufhören zu weinen, so als wären das z.B Gäste die die Wahrheit nicht mitbekommen dürfen. Aber es ging einfach nicht. Niemanden interessierte wie ich dort weinte. Und was mich besonders erschreckt, im Traum dachte ich an meinen letzten ähnlichen Traum mit verklebten Augen, ich dachte der wäre jetzt Realität geworden, dass der erste Traum eine Warnung war.

Was sagt ihr zu dem Traum? Kann mir jemand bei der Deutung behilflich sein?
Kittynaut
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Re: Verklebte Augen, großes Leid, wiederkehrender Traum!

Beitragvon Picadora » 06.03.2019, 14:31

Hallo Kittynaut,

danke für die allgemeinen Hinweise zu Dir u. zum Traum.

Ich habe direkt eine Frage: machst Du aktuell eine Therapie?

Und das von Dir beschriebene Traumgefühl: Müdigkeit, Schlappheit, Kraftlosigkeit - entspricht das auch Deiner alltäglichen Empfindung? Oder empfindest Du Dich so nur im Traum ?

Diese Unterrichtssituation am Anfang, deutet an, dass es hier um den Bereich des Lernens geht. Letztlich heißt das: etwas erkennen, sehen, durchdenken, die Logik begreifen, verinnerlichen und Schlussfolgerungen ziehen.

Übertragen heißt das wohl: Du sollst etwas lernen, um eine Lösung zu finden, für Dich, für Dein Leben. Klingt ein wenig nach einer Therapie-Situation. Kann sich aber auch um das Leben und seine alltäglichen Anforderungen als solches handeln.

Das Problem ist nun, dass Du - lt. Traumbild - klingst, als seist Du damit überfordert bzw. als hemme oder hindere Dich Deine Kraftlosigkeit (klingt nach Depression) daran, diese Lernsituation (oder auch das Leben an sich) zu vollziehen. Aktuell scheinst Du jedenfalls nicht richtig in der Lage zu sein daran teilzunehmen (am Leben, am Entwicklungs/Lernprozess des Lebens).

Das Leben oder die Entwicklung an sich erfordert natürlicher Weise einiges an Kraft u. Anstregung - insbesondere, wenn es Dinge in uns gibt, Lasten/Belastungen, die wir mit uns rumschleppen, die wir aber versuchen zu verdrängen.
Es klingt hier so, als gäbe es da einiges in Dir, an 'Lasten', doch wie es scheint, kannst oder magst Dich damit nicht konfrontieren (u.a. sprechen der gesenkte Kopf u. die verklebten Augen dafür, dass du da nicht hinschauen kannst oder auch nicht sehen willst, was da los ist)

Der Mathelehrer klingt wie ein innerer recht pflichtbewußter Teil von Dir, der Dich - recht unsanft - 'antreiben' will nicht aufzugeben u. weiter am Ball zu bleiben. Das klingt so, als würdest Du Dich selbst unter Druck setzen, was Dein Leben allgemein u. Deine Leistungen betrifft.
Diese Versuche, Dich 'nicht hängen' zu lassen, Dich selbst anzutreiben, führen dann allerdings zu einer Art Wutausbruch. Du scheinst zu spüren, dass Du an einer 'Grenze' angekommen bist, merkst, dass es so nicht weitergeht u. dass das Antreiben nichts bringt.

Du würdest am liebsten aus dieser gesamten Situation entfliehen (diese Tür, die Du nicht öffnen kannst) - doch das gelingt Dir nicht. Was vielleicht auch ganz gut ist, denn weglaufen ändert ja nichts. Um Lösungen zu finden, muss man sich der Situation - und sei sie noch so unangenehm - stellen.
Im Traum wird dann auch der Hintergrund deutlicher: dieser Zusammenbruch von Dir, der zeigt, was hinter Deiner Wut steckt, wie frustriert Du bist, dass Dir nichts gelingt. Es wird auch deutlich, wie erschöpft Du eigentlich bist, und leider auch - wie wenig 'Mitleid' und Selbstfürsorge und Empathie Du Dir selbst entgegen bringst:

'alle guckten mich mit Verachtung an, ohne Empathie' - das sind Deine eigenen Anteile, Dein eigenes Auf-Dich-Herabsehen.

Das verdeutlicht nochmal, wieviel Du selbst von Dir forderst, wie sehr Du Dich selbst unter Druck setzt.

Ein Teil von Dir ist sehr müde, sehr erschöpft und auch krank (das spürst Du in der Traumsituation ganz deutlich) - aber der restliche Teil von Dir (wohl der, der das nach Außen nicht zeigen möchte), fordert u. fordert u. fordert, dass Du funktionierst u. einfach ignorierst, dass es Dir eigentlich nicht gut geht.

Wahrscheinlich hast Du dieses Verhalten übernommen, um irgendwie zu überleben - ich weiß nicht, wie Deine Kindheit war, vermutlich gab es da ziemliche Probleme (diese Mutter-Kind-Situation am Ende deutet das an), möglicher Weise wurden Deine Bedürfnisse nie richtig beachtet u. Du musstest vielleicht 'stark' sein, um zu überleben) - doch irgendwann geht das nicht mehr.

Es klingt so, als gäbe es da ziemlich viel 'aufzuarbeiten' in Dir (falls Du noch keine Therapie machst, wäre es wohl Zeit dafür).

Als erstes geht es wohl darum, mal für Dich selbst anzuerkennen, dass Du zuviel von Dir forderst u. dass Du Hilfe benötigst - eben weil da in Dir ein kindlicher Anteil ist, der weint u. weint und dessen Bedürfnisse und Nöte nicht anerkannt u. nicht gesehen werden. Es wird Zeit, ein wenig fürsorglicher mit Dir selbst umzugehen - wir können nicht nur stark sein - erkenne Deine 'Schwächen' an, und schau hin, was der Grund dafür ist. Das will der Traum Dir offensichtlich sagen.


soweit erstmal,
viele Grüße
Pica
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Re: Verklebte Augen, großes Leid, wiederkehrender Traum!

Beitragvon Dichterseele » 07.03.2019, 22:20

Ich mach's mal kurz.
Offenbar leidest Du unter einer Zwangsvorstellung, um die aufzubröseln stell ich dir einige Fragen:

Die Schule im Traum ist die Therapiestunde, bei der Du nicht aufpasst.
Warum sind Deine Augen verklebt?

Hat Dir jemand sprichwörtlich Sand in die Augen gestreut?
Solltest Du etwas nicht wahrhaben?
Willst Du etwas nicht wahrhaben?
Oder fürchtest Du Dich vor dem richtigen Leben?

Besprich das mit Deinem Therapeuten...

Offenbar schämst Du Dich Deiner Kraftlosigkeit, fühlst Dich aber überfordert, daran was zu ändern und verkriechst Dich in ein 'Kinderzimmer'.
Dort kauerst Du Dich zusammen, wie ein Embryo im Mutterleib - und schämst Dich gleich wieder, weil andre Dich so sehen können.
Eigentlich gehörst Du nämlich nicht mehr ins Kinderzimmer und das ist peinlich.

Du beklagst, dass keiner Mitgefühl für Dich zeigt - Dein Wunschdenken ist es also, bemuttert zu werden.
Am liebsten würdest Du zurück in den geschützten Mutterleib zurück kriechen.
Das spiegelt Dir Dein Traum.

Dein Problem ist, dass Du aus dem Kleinkind-Alter raus bist, aber immer noch drauf wartest, wie ein Baby betütelt zu werden.
Du willst nichts lernen, willst die Realitäten des Lebens nicht sehen und entschuldigst das mit Deiner Schwäche.
Nur ist man nur dann derart schwach, wenn man sich pausenlos gehen lässt...

Sobald Du Dich anstrengst, wachsen Dir Kräfte zu.
Das gilt nicht nur für den Körper - auch Geist und Seele lassen sich trimmen.
Mit den richtigen Übungen kommst Du schrittweise zu Kräften.
Alles was Du tun musst, ist den Realitäten ins Auge zu sehen und Dich redlich zu bemühen.
Also überwinde den inneren Schweinehund, wasch Dir die Augen aus und fang an!

Dir wird in diesem Heim eine Möglichkeit dazu geboten - also nimm sie wahr.
Auch wenn die Übungen manchmal schmerzlich sind - ein untrainierter Körper reagiert mit Muskelkater, Geist und Seele im übertragenen Sinne ebenso - wirst Du nach einiger Zeit die schwere Türe mit Leichtigkeit aufkriegen und mit Schwung hinaus ins Leben marschieren.
Du musst es nur wollen!
Dichterseele
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