Delphine und Vulkan

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Moderator: Mirakulix

Delphine und Vulkan

Beitragvon Interessent » 14.01.2019, 19:37

Hallo liebe Deutergemeinde, ich grüße euch.

Ich bin 30 Jahre alt und männlich. Ich möchte heute gerne von einem Kenner hören was es mit meiner Träumerei auf sich hat. Am Vortag war ich seit mehreren Jahren mal wieder mit älteren Bekannten/Freunden zusammen und unterhielt mich viel. Meine aktuelle Lebenssituation wird bestimmt von einem gewünschten Arbeitsplatzwechsel, der ewigen Suche nach einer passenden Lebenspartnerin und finanzieller Unzufriedenheit sowie Unausgeglichenheit in der Freizeit.

Heute Nacht träumte ich von einem See in welchem ich schwamm. In den See sprang ich direkt aus der offenen Türe einer kleinen Holzhütte. Der See war eher ein Löschwasserweiher, also mit betonierten Ufern. Durch den See ging in der Mitte ein großer Holzsteg, aber nicht komplett, nur zu ca. 3/4. Ich schwamm und tauchte dort mit Delphinen. Ich verhielt mich auch wie ein Delphin und redete sogar mit ihnen (auf delphinisch). Dabei fühlte ich mich frei und euphorisch. Unter Wasser sah ich Pflanzen, das Wasser war grün und etwas trüb. Nicht ganz trüb, aber auch nicht ganz klar. Mehr klar als trüb. Aber eben doch trüb. Kurz darauf fuhr ich in einem Bus, welcher gefüllt war mit all meinen Freunden und Bekannten, auf einen Berg. Es lag überall Schnee, wir waren ja auch in den Bergen. Die Fahrt war an manchen Stellen problematisch wegen der rutschigen Straßen. Dann kam ich wieder zu einem See, welcher aber hoch oben lag. Dieses mal ein schöner Natur-See in den Bergen mit azurblauem Wasser. Dort gingen viele schwimmen und erfreuten sich ihres Lebens, meine Stimmung war aber eher von Unsicherheit geprägt. Ich ging barfuß am Rande des Sees und versuchte das Wasser zu meiden. Mit Recht, denn wie sich herausstellte befanden wir uns in einem Vulkankrater. Es hat auch nicht lang gedauert, und überall schossen Dampf- und Rauchwolken in die Höhe und das Wasser im See verdampfte letztendlich gänzlich. Am Ende war kein Wasser mehr im See, nur noch braungrauer Schlamm und überall Dampfsäulen. Ich packte also eine Jugendliebe an der Hand und drängte darauf zu gehen. Diese hat sich nicht geweigert und kam - trotz einer spürbaren Unverständnis - mit mir mit. Dann bin ich aufgewacht. Ich drehte mich um, merkte mir ein paar Stichworte (Delphin, Vulkan) und schlief weiter. Daraufhin träumte ich mit einem alten Schulkameraden unterwegs zu sein .. Wir gingen Treppen in einem Gebäude hinab (altes ehemaliges Schulgebäude), er ging hinter mir. Plötzlich hörte ich ihn lauthals schreien. Als ich mich umdrehte sah ich ihn, wie er sich an dem Treppengeländer festhielt. Sein Knie war horizontal aufgeschnitten und es blutete stark, um nicht zu sagen, das Blut spritzte aus seinem rechten Knie. Ich fragte was los sei, er wusste es nicht. Es war wohl eine Verletzung die er schon lange hatte, welche immer wieder mal aufplatzte. Auch dann bin ich wieder aufgewacht ... Danach kam nichts mehr ...

Und nun bin ich gespannt, wie ihr diese Träume deutet. Sollten noch Fragen offen sein oder Details abgehen, bitte fragt :)

Viele Grüße,
ein Deutungsinteressent.
Interessent
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Re: Delphine und Vulkan

Beitragvon plush » 14.01.2019, 23:34

Hallo Interessent !

Träume stellen Botschaften des Unbewussten dar, die über Deine innere Situation berichten, die aber ausgelegt werden müssen. Dafür versetze Dich bitte nochmal in die Handlung Deines Traumes und suche eine Überschrift, die zu seiner Dramaturgie gefühlsmäßig passt, am besten eine poetische, so wie die Dichter für ihre Werke machen. Kannst Du Unterkapitel entdecken? Gegebenen Falls setze ihnen eigene Überschriften auf...

Im nächsten Schritt geht es um die einzelnen Symbole Deines Traumes:

Von Personen, die Du kennst, erstelle bitte Charakterportraits, die ihre Vorzüge und negativen Seiten beleuchten, so dass man sich eine Vorstellung von ihnen machen kann. Wo vielleicht unbekannte Personen auftauchen, da skizziere sie nach ihrem Alter und Aussehen, Haarfarbe, Gesichtsausdruck, Haltung usw. Überlege auch, an wen, oder an was für ein Ereignis sie Dich erinnern könnten.

Für die nicht-personalen Symbole gilt, dass Du bei jedem für sich beschreiben sollst, wie es funktioniert, was es tut, woher es stammt (entsteht oder hergestellt wird) und wozu es sich selbst oder seinem Nutzer dient. Ob Deine Einfälle wissenschaftlich richtig sind oder nicht, ist unwichtig. Auf keinen Fall schau in einem Lexikon nach.

Ein Beispiel, um Dir das „Freie Assoziieren“ besser nachvollziehbar zu machen:

Ein Junge träumte, er wurde von einem Arzt untersucht; der stellt fest: ein Organ liegt schief und soll operiert werden. Darnach schickt er ihn ein Stockwerk höher, um von drei anderen Ärzten seine Nase untersuchen zu lassen; sie entdecken Polypen, die sollen vorher operiert werden.

Dieser Traum hat 5 Symbole, die der Junge beschrieb wie folgt:

Ärzte: Sie haben Gesundheitsmodelle, die erlauben, Krankheiten zu erkennen.
.......................Gesundheit: Naturzustand

Organ: Körperbestandteil, das man braucht zum leben.
..........Körper: Ein Teil der Seele, die auch einen Geist hat.
......... Geist: Der Seelenteil, der gesundes und krankes unterscheidet.

operieren: Eingriffe machen, die die Heilung fördern.

Nase: zum Luft holen und Riechen
.............Luft: ein lebensnotwendiger Stoff.
.............Riechen: Qualität der Nahrung prüfen.

Polypen: Verstopfen die Nase.

Wie Du siehst, beim Beschreiben der ursprünglichen 5 Symbole tauchen neue auf, die auch definiert und beschrieben werden sollen. Je mehr "Freie Assoziationen", um so besser.. Seinem Traum gab der Junge die Überschrift "Unangenehme Überraschung".

Ich freue mich auf Deine Vorbereitungen!
Herzlichst, Dein Plus
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Re: Delphine und Vulkan

Beitragvon Picadora » 15.01.2019, 16:59

Hey Interessent,

danke für die Hinweise zu Dir u. Deiner Lebenssituation u. Deinem Vortag. Vorbildlich! :wink:

Meines Erachtens behandelt Dein Traumthema vor allem den emotionalen Bereich (und Deine Wünsche u. vor allem Ängste diesbezüglich)
Wasser in Träumen, vor allem Seen, beziehen sich in aller Regel auf unsere Emotionen.

Spannend ist, dass Du Dich - im ersten Traumteil - so munter und vergnügt in dem See bewegst, mit großer Freude u. Leichtigkeit, Dich wohlfühlst u. keinerlei Ängste verspürst.
Der See ist allerdings auch kein natürlicher, sondern offensichtlich ein künstlich angelegter und dazu noch einer, der mit diversen 'Sicherheiten' versehen ist: Die betonierten Ufer sprechen für ummauerte Emotionen, wie eine Schutzwand oder Wall... normal wachsen da ja Gras, Pflanzen usw.. Aber auch der Steg, der mitten durch führt, bietet ja eine Art Sicherheit (eine Rettung aus dem Wasser ist hier schon eingebaut).
Scheint so, als drücke dieser Teil einerseits Deinen vorherigen Abend mit Freunden aus - dort konntest Du, da Du Dich offensichtlich sicher gefühlt hast (alte Freunde, die Du gut kennst) gehen lassen u. mit Freude u. voller Emotionen den Abend genießen.
Die Delphine stehen für Freude u. Leichtigkeit und stehen wohl auch symbolisch für Deine Leichtigkeit mit der Du diesen Abend genießen konntest u. mit der Du Dich austauschen konntest (wohl da sich alle gut u. lange kennen)

Dennoch - getrübt wird die ganze Freude dadurch, dass das Wasser nicht völlig klar ist (vielleicht war Alkohol im Spiel, der Dich lockerer gemacht hat, als Du normaler Weise bist?) - vielleicht deutet die Trübheit des Wassers aber auch an, dass Du tieferliegende Wünsche im emotionalen Bereich hast, wie Du ja sagst: Dein Partnerwunsch.

Die Winterlandschaft zeigt, dass da insgesamt gerade Flaute herrscht im Partnerbereich. Schnee deutet auf eingefrorene Emotionen hin. (in den Bergen muss ja nicht immer automatisch Winter sein, die gibts ja auch im Sommer, schneefrei :wink: ) Dass die Straßen rutschig sind, scheint überdies ein Hinweis darauf sein, dass es Dir schwerfällt Dich auf der emotionalen Ebene (alles was mit Emotionen, Beziehungen zu tun hat) trittsicher zu bewegen. Da hast Du keinen 'festen Boden' unter den Füssen, schlitterst vielleicht immer mal wieder 'in was rein' - es macht Dich unsicher u. Dir offensichtlich auch Angst.

Dann kommt die nächste See-Szenerie, die m.E. auf Deine Angst eingeht. Denn hier nun, an diesem wunderschönen natürlichen See, mit seinem herrlichen klaren Wasser, in dem sich so viele Menschen tummeln u. daran erfreuen (all die, die sich auf Partnerschaften einlassen können) - kommen Deine Ängste u. Unsicherheiten zum Vorschein.
Du meidest dieses natürliche Wasser, d.h. Du hast Angst, Dich in den emotionalen Bereich zu begeben, also vermutlich auch, Dich völlig auf eine Partnerin u. Beziehung einzulassen. Denn ja, lässt man sich darauf ein, gibt es keine Sicherheiten (keine Stege, an denen man sich im Notfall festhalten kann oder aussteigen - keine festangelegten, betonierten Ufer, d.h man sollte sich öffnen können im emotionalen) - es ist ein Wagnis, so ein Schritt. Keine Frage. Und dieses Wagnis magst Du nicht eingehen.

Die Angst hat einen Grund, wie der Traum verdeutlicht: Der Vulkan u. das Feuer, das sind die menschlichen Leidenschaften, Deine Leidenschaften. Die können einen mitreissen - und vielleicht ist das so bei Dir, dass Du gelegentlich die Angst überwinden konntest, da Du mitgerissen wurdest, von Deinen Leidenschaften - doch die ließen anscheinend recht schnell nach, und am Ende waren alle vermeintlich schönen Emotionen schnell verpufft, das Feuer der Leidenschaft erloschen u. zurück blieb nur ein schaler Geschmack, ein Gefühl von 'wars das jetzt - war das schon alles'?
Du willst mehr, das ist klar, und anscheinend hattest auch schonmal mehr - die Jugendliebe, da am Ende, könnte darauf hindeuten. Da scheint was gewesen zu sein, was zumindest annähernd dem gleichkam, was Du Dir an Liebe u. Partnerschaft wünschst.

Es klingt aber auch ein wenig so, als würdest Du selbst nicht verstehen, wie das immer abläuft bei Dir, im emotionalen Bereich. Oder vielleicht bist Du enttäuscht, dass Du nicht das bekommst, in einer Partnerschaft, was Du möchtest. Gleichzeitig scheinen Dir auch Deine Leidenschaften Angst zu machen, da sie Dich so mit/wegreissen.
Eindeutig: Du wünscht Dir hier - im Bereich Leidenschaft u. Emotionen mehr Sicherheit u. Kontrolle, sonst begibst Du Dich nicht rein (der erste See, der künstlich angelegte war ja ein Löschwassersee - da hast Du sogar schon das Wasser zum Löschen, falls Dich das Feuer der Leidenschaft übermannt!!)

Der letzte Teil, im Schulgebäude, das ist ein Hinweis, was Du lernen sollst: Eindeutig klar ist, dass da alte Wunden vorhanden sind bei Dir - deshalb wohl auch die Ängste, Dich einzulassen. Das Treppenhaus deutet an, dass Du immer dann stoppst (also vielleicht die Beziehung beendest) - wenn es soweit wäre, Dich mal wirklich einzulassen, dann wenn es drauf ankommt, wenn Du wirklich was lernen könntest - vielleicht auch genau dann, wenn Du das Gefühl hast, dass die anfänglich so beflügelnden Leidenschaften nachlassen. Dann scheint sich bei Dir der Kopf einzuschalten (da rechtes Knie) u. wie eine Art Trigger, eine Erinnerung an alte Verletzungen freizulegen (vermutlich nicht bewußt), die Dich davon abhält, Dich weiter einzulassen.


Ich belasse es jetzt erstmal dabei, denke es reicht erstmal.
Fragen u. Feedback sind erwünscht :wink:

viele Grüße
Pica
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Re: Delphine und Vulkan

Beitragvon koko » 15.01.2019, 22:32

Und nun bin ich gespannt, wie ihr diese Träume deutet. Sollten noch Fragen offen sein oder Details abgehen, bitte fragt :)

Mir fiel auf daß in Deinem Traum ein Vulkan und Löschwasser auftauchen, aber bevor ich voreilig meine eigenen Ideen reindeutel (rate, spekuliere) lieber ein paar Fragen: Wie würdest Du einem kleinen Kind in eigenen Worten begreiflich machen was das jeweils Besondere an diesen Dingen ist, wie es sich verhält und wozu? Oder was einen Delphin kennzeichnet und deine alten Freunde Bekannten? Was meint das Wort Jugendliebe? Was ist das und wie funktioniert es?
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