Träume ein "Gott" zu werden?

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Moderator: Mirakulix

Träume ein "Gott" zu werden?

Beitragvon Resort_1995 » 15.09.2018, 16:16

Hallo,

ich hatte gerade eben einen total verwirrenden Traum, nachdem ich mich sehr merkwürdig fühlte, deswegen wollte ich mir euren Rat einholen.
Ich kann mich an den Anfang des Traumes nichtmehr richtig erinnern, doch versuch ich alles zu beschreiben, an dass ich mich noch erinnern kann. Dafür hab ich mir direkt Notizen gemacht, um nichts zu vergessen.

Kurz zu mir und meiner Lebenssituation:

Ich bin 23 und werde nächsten Monat Pädagogik studieren. Momentan wart ich einfach nur darauf, dass das Studium endlich los geht. Zocke öfter mal mit Freunden und verbringe meine Zeit iwie so.
Ich bin immernoch singlen und war noch nie in eine Beziehung und das ist in meinem Leben etwas, was mich sehr stört. Ich sehne mich stark nach einem Partner, doch bis jetzt hat's leider nicht geklappt. Was wohl daran liegt, dass ich nicht oft rausgehe und mich lieber in meinen 4 Wänden verbarrikadier.
Man sollte noch dazu sagen, dass ich nicht sehr religiös bin, ich habe zwar einen Gott - meinen eigenen Gott - aber der biblische Gott und seine Regeln akzeptiere ich nicht. Ich ehre und habe viel Respekt vor dem biblischen Gott, aber die Dogmen und die Moralvorstellung der Bibel lebe ich nicht aus und habe diese auch nicht akzeptiert.

Falls noch mehr informationen gebraucht werde, schreib ich die gern nieder.

Zum Traum:

Ich weiß nicht mehr genau wie er angefangen hatte, das letzte an das ich mich erinnerte, dass ich von einem Mann verfolgt wurde, welcher sehr, sehr stark und dominierend war. Ich weiß nicht genau was er kann, doch wusst ich wohl instinktiv, dass ich Angst vor ihm haben muss. Es war fast wie in einem Parkour, ich musste in einem geschlossenen Raum über jegliche Hindernisse rennen, klettern und ihm irgendwie entkommen, irgendwann waren wir dann zu dritt. Ein zweiter Mann kam dazu, der wohl auf meiner Seite stand und auch von diesem "übermenschlichen" Mann verfolgt wurde.

Woran ich mich noch genau erinnerte: Der übernatürliche Mann kam uns immer näher, der andere Mann und ich standen dann vor so einer Art hängenden Stangen, 5x 2 sehr eng beeieinanderliegenden Stangen, die auf eine andere Seite verbunden sind. Daran hangelten wir uns auf die andere Seite um dem Mann zu entkommen, doch kurz bevor wir auf der anderen Seite waren, war der "übernatürliche Mann" mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit schon da und hat uns abfangen wollen ... Also hangelten wir uns wieder zurück. Der übernatürliche Mann fing nun an, sich auch rüberzuhangeln, an der Stange des anderen Mannes, also hab ich versucht die Chance zu ergreifen und mich an einer anderen Stange durchzuhangeln und so zu entkommen - ich hatte das Gefühl, es gäbe eine Regel .... "Wenn ich den Tunnel passiere, bin ich frei und der Mann weg"
Aber es half nicht, der Mann hangelte wieder zurück und wartete auf mich, also ging ich wieder zurück ...
Der ü-mann (so nenn ich ihn jetzt mal, ist leichter) fing wieder an zu versuchen, zu uns zu hangeln, auf halber Strecke (wir stehen noch auf der anderen Seite) merkte ich, dass da ein Fahrrad stand. Ich stieg auf's Fahrrad und der andere anscheinend hintendrauf, ich fuhr dann mit einem Affenzahl über die Stangen und direkt aus dem Tunnel...

Es hatte also geklappt
Ich war mit dem anderen in einem vollen U-Bahn tunnel, der nach draußen in eine helle Innenstadt führte, ich fuhr so schnell es geht die Treppen hoch, am Geländer neben den Menschen und entschuldigte mich bei der ganzen Fahrt, ich fing an zu weinen, ein sehr starkes Trauergefühl kam über mich.

In der Stadt angekommen sah ich zwei Polizisten, einer Männlich und eine weiblich. Unter Tränen bat ich diese mir zu helfen, da ich verfolgt werde (der andere Mann auf meinem Rücksitz ist verschwunden), die Polizisten baten mich, den Mann zu beschreiben der mich verfolgt... Ich beschrieb ihn so: "Wir waren mal Freunde, doch jetzt sind wir keine mehr"
Die Frau schaute mich merkwürdig an (der männliche Polizist ist verschwunden). Sie schaute mich traurig an und sagte: "Ich habe sehr schlechte Nachrichten führ dich" ... doch sagte sie nicht welche ... (danke an der Stelle für den Cliffhänger)
Der ü-Mann war wieder da.

Ich lief also wieder alleine weg und bin an ein großes Haus gekommen, ich kletterte dieses hoch um dem Mann zu entkommen. Mit jedem Tritt und Griff das ich an der Wand hoch ging, zerfiehl diese Haus langsam aber sicher, es bekamm risse und sprünge und ich rutschte ab und fiehl das Haus herunter .... unten angekommen war wieder der Mann da... er kam mir nun sehr nah und ich fühlte starke Angst.

Aufeinmal gellen meine Augen auf, der Mann flieht vor mir, ich erhebe mich in den Himmel, so ca. 4 Meter über den Boden schwebend, schnippe mit dem Finger und bin in der Nähe des Mannes der mich verflogte.
Dieser fragte mich nun:
"Wirst du mich nun töten?" und grinste dabei arrogant.
Ich antwortete:
"Ich werde dich nicht töten" und ich schaute ihn bösartig und sehr Arrogant an. Ich hatte einen sehr dunklen Blick.
"Dich kann ich nicht töten" erwiederte der Mann, der mich die ganze Zeit verfolgte ... "Du bist Gott"
Als er dies aussprach, meldete sich instinktiv das Gefühl der Bestrafung, wenn ich diese Aussage nicht revidieren würde, also Antwortete ich ihm:
"Ich bin nicht Gott, ich bin nicht unsterblich, doch du kannst mich nicht töten" immernoch mit dem sehr feindseligen und bösen Blick, der auch sehr Arrogant wirkte
Wir drehen uns beide in eine Richtung und laufen zusammen in eine Art Licht
Ich wache auf

Ich fühle in dem Moment wo ich wach werde ein überwälltigendes Gefühl der Einsamkeit und Trauer in meinem Brustkorb, eine so starke Emotion hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gespürt ... deswegen melde ich mich heute hier.
Was genau kann man in meinen Traum reininterpretieren? Ich habe noch nie soetwas ähnliches geträumt und vorallem die Emotionen haben mich echt überwältigt - habt ihr Interpretationsideen?
Resort_1995
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Re: Träume ein "Gott" zu werden?

Beitragvon plush » 16.09.2018, 02:18

Ich fühle in dem Moment wo ich wach werde ein überwälltigendes Gefühl der Einsamkeit und Trauer in meinem Brustkorb, eine so starke Emotion hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gespürt ...

Sieht aus wie das Gefühl des Verlusts der gesunden seelischen Potenz, des eigentlich Göttlichen am Menschen. Mit einem Teil Deines Ich-Bewusstseins wünscht Du Dir also die innere Verbundenheit mit ihm (von Freud das "Es" genannt); offenbar aber hat Dein Über-Ich, in das sich die alles wirklich Gesunde mit Strafe bedrohende Erziehung einprägt, etwas dagegen.

Die Problematik der dem Ich vom gut erzogenen Über-Ich einsuggerierten Strafangst lässt sich leider! nicht auf die Schnelle verstehen, geschweige denn therapeutisch beheben. Mit Deinen Träumen aber hast Du das beste an informativem Material zur Hand, die Sache methodisch auf eigene Faust anzugehen. Ohne Suche nach Hilfe und Rat bei der Polizei. Die auch wieder nur Symbole der verinnerlichten, vom Mann-Frau-/ Familienleben geprägten Erziehung darstellen und folglich versuchen, Dich zu verunsichern. Die Beziehung zwischen Ich und Es /das Göttliche am Menschen ist männlich) zu vermiesen.

Das Dank an den Cliffhänger verstehe ich noch nicht; mit einer von Dir nachgereichten Erläuterung würde es bestimmt klarer...
Zuletzt geändert von plush am 16.09.2018, 14:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Träume ein "Gott" zu werden?

Beitragvon Almuth » 16.09.2018, 09:17

Resort_1995 hat geschrieben:Falls noch mehr informationen gebraucht werde, schreib ich die gern nieder.

Das Geschlecht wäre noch interessant gewesen. Nach der Traumhandlung hätte ich auf weiblich getippt, aber man kann ja auch deine früheren Träume nachlesen und dort steht männlich.

Du träumst, ein „Gott“ zu werden und setzt das in Anführung. Du bist ein Gott. So wie wir alle. Nur wissen wir das meist nicht.

Hier auf Erden erscheinen wir aber als Anfänger in Sachen Göttlichkeit. Wir wollen uns unserer Eigenschaften und Fähigkeiten und Identität erst bewusst werden. Wir wollen erst lernen, mit den uns zur Verfügung stehenden Energien umzugehen.

Sämtliche Personen einschließlich des Ü-Mannes bist du selbst bzw. sind Teile deiner Seele oder Geistes. Dass du wegläufst über lange Wege in deinem Traum, heißt, du ahnst oder kennst etwas in dir, in deinem Gemüt, wovor du dich fürchtest. Du hast da was unter der Decke deiner bewussten Wahrnehmung, was du besser schön verborgen halten willst. Im realen Leben gelingt dir das auch recht gut, denke ich.
Im Traum aber kann es erscheinen. Du hast dir mit diesem Traumbild die Info gegeben, dass es halt was gibt, was du verborgen hältst vor dir selbst, was aber nun langsam an die Oberfläche drängt, angeschaut und wahrgenommen werden will.

Die zwei Seiten, getrennt durch Stangen, symbolisieren die beiden Seiten unseres Geistes, also innen, innerseelisch und außen, die reale Welt. Du kannst dich weder hier noch da verstecken, überall triffst du nur dich selbst, soll dieses Bild ausdrücken.

Du musst einen Tunnel passieren, um frei zu sein. Ja, der Weg in und aus dem so genannten Unterbewusstsein wird als Tunnel beschrieben. Auch der Weg in das Jenseits oder in die so genannte Unterwelt führt durch einen Tunnel.

Den Tunnel passieren heißt hier, sich etwas bewusst machen, es ins Licht der Erkenntnis bringen.

Aber auch wenn du raus bist aus dem Tunnel, der im weiteren ein U-Bahntunnel ist, der Ü-Mann ist natürlich immer weiter bei dir. Er ist ja wie gesagt ein Teil von dir.
Die Polizei symbolisiert deine eigene moralische Instanz, die dafür sorgt, dass alles seine klaren Regeln hat. Die Polizistin soll dir Sicherheit bringen. Bringt sie auch, denn sie deutet an, dass der Ü-Mann dein Problem ist und solange bleibt, bis du es selbst gelöst hast.

Die Lösung ist das Erwachen deiner eigenen Göttlichkeit. Darauf kommst du sozusagen in allerletzter Minute, nach langen vergeblichen Bemühungen, dich vor dem Angstgegner in dir verstecken zu können. Du hast dir selbst in langen detailreichen Bildern gezeigt, dass das nicht möglich ist.
Nein, du musst dich ihm stellen. Und damit erkennst du automatisch dich selbst. Du bist „Gott“, hast göttliche Fähigkeiten.
Ja, natürlich ... ist so.

Jetzt erklärt ihr euch gegenseitig, was ihr könnt bzw. nicht könnt, was ihr wollt oder eben nicht wollt. Ihr wollt euch nicht schaden, ihr könnt es auch gar nicht.
Also, das was du als einen Teil deines dir angeborenen Gemütes verstehen musst – nämlich ein gefährlicher Ü-Mann sein – das kannst du ruhig rauslassen und anschauen. Es ist eine großartige Eigenschaften von dir, so großartig, das dein rationaler und gut angepasster Verstand es nicht fassen kann.

Früher wart ihr mal Freunde. Heißt, früher – wann immer das ist – kanntest du deine wahre Identität. Du wusstest Bescheid über deinen innerseelischen Ursprung.
Heute aber, als einfacher normaler Mensch, weißt du nichts mehr davon und fürchtest dich.
Resort_1995 hat geschrieben:Wir drehen uns beide in eine Richtung und laufen zusammen in eine Art Licht

Zusammen mit ihm gehst du ins Licht der Erkenntnis.
DAS, Resort, behalte als Info für dich.
Herzliche Grüße Almuth
Almuth
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Re: Träume ein "Gott" zu werden?

Beitragvon Resort_1995 » 17.09.2018, 12:32

Hallo ihr beiden und vielen lieben dank für eure Interpretationen!
Ich sehe das Bild dank euch nun etwas klarer, doch habe ich heute, 2 tage nach diesem "religiöseren" Traum, wieder ein Traum in religiöser Richtung gehabt, ich würde ihn gerne auch in diesen Thread schreiben um nicht mehr Threads zu eröffnen als unbedingt nötig, vill. stehen die beiden ja in zusammenhang. Was ich nur nicht verstehe, ich habe mich schon vor fast 10 Jahren der Religion abgesagt und habe in letzter Zeit auch sehr wenig damit zu tun.

Nungut, erstmal geh ich auf eure Nachrichten ein. Die sehr schön zu lesen sind und mir viel Verständnis geben.

Zu plush:
Was genau meinst du mit einer "gesunden seelischen Potenz"? Wie soll ich mir diese Vorstellen?
Das mit der Ich, ES und ÜBER-Ich stimmt bei mir im realen Leben wirklich. Ich bin zwar nicht sehr streng erzogen worden, habe aber bis zu meinem 18 Lebensjahr mein ES (vorallem in Sachen der Liebe und sexualität) komplett vernachlässigt und unterdrückt - es ist nunmal nicht gern gesehen, wenn ein Junge einen anderen Jungen liebt. Weswegen Regeln und Vorschriften für mich immer das Wichtigste sind. Ich habe nie Regeln gebrochen weder in der Schule noch auf der Arbeit.

Das mit der Strafangst, welche ich in Traum beschrieben habe, könnte daran liegen, dass ich zwar nicht gläubig bin (an die monoteistischen Religionen) aber viel Respekt Göttern im allgemeinen Entgegenbringe. Sich als einen selbst zu bezeichnen, mit all den Fehlern die ich habe, halte ich für eine Beleidigung von all dem Göttlichen und würde es verstehen, davon eine "göttliche Strafe" zu bekommen. Deswegen wohl die sofortige Mahnung meines Unterbewusstseins, in die das ÜBER-Ich ja auch zugang hat.
Wie du schon sagtest, mein ÜBER-Ich ist bei weitem ausgeprägter als mein ES. Woran ich aber arbeiten will sodass, vorallem mein sexual Trieb, endlich auch befriedigt wird - trotz meiner 23 Jahren, habe ich leider noch nie eine Beziehung oder gar körperliche Erfahrung mit einem Jungen gemacht, was mein ES wohl nicht akzeptieren will. Das liegt zumeist aber an meiner Moralvorstellung und an meinen Grundprinzipien, auf "den richtigen" zu warten. Dadurch hatte ich sehr, sehr viele verpasste Gelegenheiten.

Das mit dem Cliffhänger war ein Kommentar von mir, da die Polizistin nur sagte "ich habe eine sehr schlechte Nachricht für dich" doch hätte sie auch gleich einfach sagen können, was so schlecht ist. Das würde mir das Rätselraten ersparren und mich nicht "an der Klippe hängen lassen". :)

Danke aufjedenfall für deine Interpretation, ich denke, du liegst damit schon sehr richtig.

@ Almuth

Ja, du liegst richtig, ich bin männlich.

Das ist eine sehr interessante Ansichtsweise, dass wir alle Götter sind. Ansich kannst du damit recht haben, doch wie schon oben erwähnt, meide ich es, mich selbst als göttliche Existenz zu bewerten, da ich das Gefühl von göttlicher Strafe habe, wenn ich mich zu weit aus dem Fenster lehne.

Das würde dann mit der Theorie von plush einherrgehen, wenn man es umdefiniert - mit ES ICH und ÜBER-Ich. Auch das kommt wohl sehr nahe an die Realität. Doch habe ich mich gestern mal versucht daran zu erinnern, was das sein könnte, das ich unterdrücke und nicht frei lasse und es fällt mir leider nichts ein. Lediglich Aggressionen meide ich vollkommen, in meinem ganzen Leben war ich sehr selten aggressiv, vill. 5x in den letzten 15 Jahren. Wut und Aggression kann ich sehr gut unterdrücken und lasse diese selten raus. Doch kann ich schlecht anfangen, aggressiver zu werden, dass würde ja meine ganzen sozialen Nähte zerstören. Freundschaften entstehen eben meines Wissens nach durch leichte Manipulation des einzelnen, einen zu mögen, dies geht durch Humor, freundlichkeit, zuvorkommenheit und das aussprechen, was der andere gerne hören will, sodass dieser in mir keine Gefahr sieht. Aggression würde dies alles zerstören.

Mit der eigenen Göttlichkeit könnte doch theoretisch auch mein ICH (um wieder auf die Freudschen Theorie zu kommen) gemeint sein, welches dafür zuständig ist, ES und ÜBER_Ich im Zaum zu halten und zwischen diesen zu vermitteln.
Das würde erklären, warum mich das ES belächelt und nicht ernst nimmt. Ich habe die ganze Zeit das ÜBER_Ich regieren lassen und war zu schwach um einzugreifen. Mit dem Erwachen des ICH's habe ich nun gezeigt, dass ich alles und jeden besiegen kann und mir die Wünsche des ES theoretisch auch egal sein können. Doch sind wir gleichwertig und trotz meiner Ablehnung des ES (welches ich in meinem Blick verdeutlichte) akzeptiere ich seine Existenz und versichere ihm, ihn nicht vernichten zu wollen - bzw zu unterdrücken.

Wie du schon sagtest, ich kann ihn "rauslassen und anschauen" er ist kein Feind, er ist ich.

Das erklärt auch, was ich mit "er war ein Freund" meinte, als Kind konnte ich das ES immer rauslassen ohne probleme, doch irgendwann hatte das ÜBER-Ich die Kontrolle übernommen und jetzt sind wir keine Freunde mehr, da ich dem ÜBER-Ich verfallen bin.

Das ich mit ihm in das Licht der Erkenntnis gehe, klingt aufjedenfall sehr schön und ich hoffe, dass ich es schaffensollte, dies auch im realen Leben durchzusetzten.

Eure beiden Interpretationen haben mir durchaus geholfen, vill. wärt ihr so gütig den heutigen Traum auch zu interpretieren, ich möchte euch aber nicht damit nerven.
Es geht hierbei wieder um religionen, doch laut der Symbolik (von der ich bereits einwenig gesucht habe) sind wir diesmal bei Dämonen und nicht bei Götter.

Der traum fängt so an:

Ich bin in einem Einkaufszentrum mit vielen Menschen, ich sehe viele leckereien, viel süßkram und auch meine geliebten Lebkuchen, die ich gerne esse, doch einkaufen tu ich nichts. Mein Einkaufswagen ist leer. Ich höre Musik mit Kopfhörern und ziehe meine Runden. Immer wieder lauf ich durch die selben Gänge ohne etwas einkaufen zu wollen. Irgendwann kommt ein kind (ca 4 Jahre) und sein Vater (ein älterer Mann mit Bart) der ein weiteres Kind auf dem Arm trägt. Das Kind sagt zu mir: "Heb mich hoch"
Ich erwiedere darauf kalt und abweisend :"Nein".
Das Kind sagt wieder "Heb mich hoch"
Diesmal werde ich wütend und schrei das Kind an:"Was fällt dir ein, von einem fremden Menschen getragen wollen zu werden"
Der vater mischt sich ein und schreit mich an "Was fällt Ihnen ein, so mit einem Kind zu reden"
Darauf schrei ich den Vater an: "Was fällt Ihnen ein, das Kind so zu erziehen, dass es sowas von fremden Menschen einfordert?"

Ich gehe weiter und sehe hinter einem Glaskasten eine Frau, die wohl für die Backwaren zuständig war, zwar war auf der rechten Seite einpaar Produkte zum verkauf, doch die linke Seite war vollkommen leer.
Etwas entfernt von der Frau war ein kleines Kind in radioaktiv leuchtendem, giftgrünen Regenmantel, mit einem genauso leuchtenden Kinderwagen. Das Kind wirft den Kinderwagen um und heraus kommt Sand. Ich drehe mich kurz um, drehe mich zurück und das Kind ist verschwunden.

Aufeinmal werden die Menschen im Einkaufszentrum feindseelig mir gegenüber, sie beschimpfen und provizieren mich, weil ich das Kind vorhin nicht tragen wollte. Ich merke, wie ich immer wütender werde.
Ein Mann stößt seinen Einkaufswagen gegen meinen, ein anderer versucht sich darin zu verhängen, doch schaff ich ohne große Probleme, dieses einhaken zu umgehen, darauf sagt der Mann "so nicht" und sprinted mit seinem Einkaufswagen (übrigens auch leer) neben mir weg. Als ich weiter lief, trat ein Mann gegen meinen Einkaufswagen und ich werde immer genervter.

Dann kommt mein Vater auf mich zu und fragt, was denn passiert sei, dass die alle so reagieren. (Nur zum verständnis, ich habe seit ca 10 Jahren keinen Kontakt mehr zu meinem Vater und hatte bis jetzt auch nicht das Bedürfnis, dies wieder aufleben zu lassen).
Ich erkläre ihm das Problem mit dem Kind und dann kommt eine Verkäuferin auf mich zu - die aus den Backwaren. Sie scheint mir freundlich gesinnt zu sein. Sie sagt "Ich weiß eine Lösung dafür".
Im selben Moment kommt ein Mann, der sehr aggressiv zu sein scheint, er nimmt mich am Kragen und ballt eine Faust, er will wohl gerade zuschlagen. Da berührt mich mein Vater an der Schulter und sagt "Ich erlaube es dir".
In diesem Moment sind in meinen GEdanken nurnoch die Wörter "Ich töte euch alle" zu hören. Meine Augen werden Blutrot, der Mann der mich packte, zeigt eindeutige angst. Aus meiner Hand bildete sich eine Klaue und ich tötete jeden einzelnen im ganzen Einkaufszentrum. Keiner war sicher, kein Mann, keine Frau, kein Kind. Auch nicht die freundliche Verkäuferin, die mir helfen wollte. Es war ein massaker ... auch mein Vater blieb nicht unverschohnt.

Als meine Augen wieder normal wurde, war ich auf einer grünen wiese mit 3 Freunden. 1 Mädchen und 2 Jungs. Ca in meinem alter. Das Mädchen hatte weißes haar und trug ein weißes Kleid. Die beiden Jungs waren mir vertraut, aufjedenfall hatte ich das Gefühl, dass ich sie mochte.
In der nähe der Wiese, ca. 15 Meter entfernt, war ein Haus. Sehr luxuriös mit pool und sehr groß.
Es war ummauert, und umzäunt, sodass man nicht eindringen kann. Auf der Mauer war wieder dieses radioaktiv grün leuchtende Mädchen mit ihrem ebenso leuchtenden Kinderwagen. Auch hier schüttete sie den Kinderwagen aus und lies ihn fallen. Wieder kam nur Sand heraus.

Doch als ich diese sah, kamen meine roten Augen wieder zum vorschein, ich wollte sie töten, dieses kleine Mädchen, ich spürte, dass von ihr gefahr ausging, also ging ich blitzschnell - in einer übernatürlichen geschwindigkeit auf die Mauer zu.
Das Mädchen teleportierte sich ganz schnell auf die andere Seite des Hauses, sodass ich sie noch sehen konnte, aber sie war mind. 20 Meter von mir entfernt. Ich schaute sie an, ich sah, dass sie Angst vor mir hatte.
Meine Freunde rannten zu mir und sagten "Tu es nicht" und "Mach es nicht"
Ich sehe in die Augen des Mädchen mit weißem Haar und weißer Kleidung. sie hat Meerblaue Augen ... ich blicke in diese Augen für 2 Sekunden, dann drehte ich mich wieder zu dem grünen Kind um, schaute es ganz tief an, sie blieb wie versteinert stehen. Ich murmelte irgendwelche Worte, an die ich mich nicht erinnern kann und teleportierte mich direkt vor das Kind, packte sie am Genick und hob sie hoch. Dann teleportierte ich mich zu meinen 3 Freunden.

Ich schaue das Kind genauer an, es sieht gruselig aus, es hat einen breiten Mund, aus dem schwarze dunkle Zähle rausragten, viel mehr als normal, bestimmt 50 Stück, dazu war sie leichenblass und ihre Augen waren schwarz wie die Nacht. Ich blickte sie mit Abscheu an und habe immernoch das verlangen, sie zu töten.
Ich fragte sie:
"Wieso tust du das?"
Sie antwortet:
"ich habe angst vor ihnen"
Ich antworte:
"Von wem?"
Sie antwortet:
"Vor Abbadon, vor dir"
Ich antworte:
"Auch vor Gadreel"

Ich lasse ihr Genick los und nahm das Kind auf den Arm
in dem Moment verletzten sich meine Freunde selbst, das Mädchen schlitzte sich die Halsschlagader auf, ein Junge biss sich den kleinen Zeh ab und der andere riss sich das Herz heraus.
Der, der der sich das Herz herausriss bot es mir an und es machte mich traurig, dass er sich verletzte. ich lies das Kind los und drehte mich weg, überall war Blut, ich konnte es nicht länger ansehen.

Das grüne Kind schaut mich böse an und öffnet ein schwarz-Rotes immer kreisendes Portal,
es sagt zu mir:
"Du weißt was du zu tun hast, mach es und ich heile sie"
daraufhin verschwand sie durch das Portal und ich wache auf.


Es ist für mich sehr selten, dass meine Träume so lang gehen, wie die letzten beiden und dass ich mich an diese auch noch erinnern kann. Bis ins kleinste Detail ist alles noch vorhanden. Normal vergess ich alles wieder nach einpaar Sekunden.
Aber ich schätze auch hier, habe ich ein Problem mit meinen Trieben. Meinen inneren Dämonen, Abbadon und Gadreel sind meines Wissens Dämonen, die den Menschen nicht friedlich gesonnen sind.
Doch verstehe ich nicht, wieso der Traum so blutig war, nicht nur, dass ich das ganze Blut im EInkaufszentrum gesehen hatte sondern auch das von meinen Vertrauten.
Habt ihr da evtl. einpaar Ansätze für mich, damit ich klarer durchsehen kann.

Dank euch hab ich den letzten Traum viel besser verstehen können. Vill. hilft mir das bei diesem auch. :)

Vielen dank schonmal im Vorraus.
Resort_1995
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Re: Träume ein "Gott" zu werden?

Beitragvon Almuth » 18.09.2018, 10:13

Hallo Resort,
Wut und Aggression kann ich sehr gut unterdrücken und lasse diese selten raus. Doch kann ich schlecht anfangen, aggressiver zu werden, dass würde ja meine ganzen sozialen Nähte zerstören.
Wut entsteht aus unterdrückten Gefühlen von Ablehnung. Man lässt – weil man ja ein so friedfertiger Mensch ist – etwas zu mit falschem Lächeln, was man absolut nicht will. Das schlechte Gefühl dabei schluckt man. Geschieht das öfter, wird Wut daraus. Wut ist also das Ergebnis unterdrückter Gefühle.
Das Problem damit ist, irgendwann kann man sie nicht mehr unterdrücken. Irgendwann brechen sie völlig unkontrolliert heraus. Dann sagt man, Derjenige hätte seine Emotionen nicht im Griff. Das Gegenteil ist der Fall, er bemüht sich die ganze Zeit, sie im Griff zu behalten.

Aggression wir meist verwechselt mit Machtgehabe, dem Bestreben, andere gegen ihren Willen zu beherrschen.
Man muss aber unterscheiden zwischen natürlicher Aggression und Machtanspruch.
Natürliche Aggression ist einfach Selbstbehauptung. Also leben wie man will, tun und lassen, was man will, denken und sagen, was man will, der sein, der man ist und sein will seiner Natur nach. Das Leben an sich ist ein aggressiver Akt.
Selbstbehauptung hat nichts zu tun mit „dagegen sein“ gegen was auch immer. Man behauptet sich nicht gegen andere. Wenn wem nicht gefällt, was man denkt und sagt und tut, sein Problem. Diese Konfrontation muss man aushalten. Aber sie bringt niemals Feindschaft. Im Gegenteil, wer bei sich ist mit größter Selbstverständlichkeit, wer diese innere Ruhe, diese innere Stärke ausstrahlt, der wird letztlich bewundert dafür. So Menschen üben eine Anziehung aus auf andere. Weil sie eben für sich sind aber nie gegen andere. Das muss man unterscheiden.

Wut entsteht, wenn man seine natürliche Aggression immerzu unter der Decke hält, wenn man sich selbst sozusagen verleugnet. Weil man so wie du meint, man müsse es tun, um anerkannt und gemocht zu werden.


Den Text bis hierher habe ich geschrieben, bevor ich deinen Traum las. Das mache ich meist so, dass ich die Beiträge Punkt für Punkt durchgehe und sofort beantworte.
Dein Traum nun drückt die Konsequenz aus unterdrückter Selbstbehauptung dramatisch überzeichnet aus.

Das Einkaufszentrum ist das klassische Symbol für das normale Alltagsleben. Du bist drin unterwegs, nimmst dir aber nichts. Und das ist schon mal die erste Info. Du gehst am Leben vorbei. Es bietet dir alles, was du magst, aber du nimmst nichts für dich. Das kannst du im übertragenen Sinne auf deine Art übertragen, dein Leben zu leben.
Musik mit Kopfhörer heißt, du verschaffst dir still und verborgen vor den Mitmenschen doch noch ein paar angenehme Gefühle.

Das Kind, das getragen werden will von dir, das ist der unschuldige oder unbelastete Teil deines Gemütes (oder das Es, das mit sich und der Welt Freund sein kann). Es ist völlig arglos, hat – noch – keine Absichten oder Hintergedanken.
Du reagierst als der, der sich dem Leben und dem Lebensgenuss verweigert. Du verweigerst halt.
Du willst dem Kind Manieren beibringen, so wie man sie dir beigebracht hat im realen Leben. Du hast festgefügte Vorstellungen von richtig und falsch, und die willst du deinem eigenen inneren Kind überstülpen. Das ist die wichtigste Szene deines Traumes.
Der Rest ist dann nur noch die künstlerisch ausgeschmückten Folgen von: Es gibt falsches Verhalten, falsche Gefühle, falsche Gedanken, und die müssen bekämpft werden. Und zwar im eigenen Inneren.
Der Traum ist der Kampf mit dir und deinen Gefühlen, deinen Wünschen und Bestrebungen, die du dir allesamt versagst im Leben aus Angst, man könnte sie als falsch und schlecht bewerten und dich dann ablehnen.

Also lehnt man dich ab im Traum. Und das so richtig. Am Tage würdest du in die Knie gehen in einer solchen Situation.
Und selbst im Traum nimmst du den Kampf erst nach der ausdrücklichen Erlaubnis deines Vaters auf. Das lass dir mal durch den Kopf gehen....
Nun aber, wo du mal darfst endlich, nun brechen die über Jahre unterdrückten Gefühle der Verletzung deiner Person aus dir heraus. So richtig mit allen Klischees von Blutaugen und Klauenhand und bösen Dämonen.
Das giftgrüne Kind ist das Symbol für das wohlerzogene Kind, das sich, weil es immer alle Erwartungen erfüllt, behaupten kann im Leben. Aber es hat Sand im Kinderwagen, der zerrinnt zwischen den Fingern und nichts bleibt, soll das heißen. Gut erzogen mit unterdrückten eigenen Bestrebungen dominiert man, aber man erschafft nichts damit, was einen Wert hat.

Nach dem Massaker erscheint sofort der Gegenpol. Die drei Kinder, die du magst, und das auf der klassischen grünen Wiese, die die Sonnenseite des Lebens symbolisiert. Das Mädchen in weiß ist das, was du sein möchtest. Lieb und schön und unschuldig und immer schön ja sagen, egal wozu.
Das Idyll wird aber sofort gestört vom lebensgefährlich strahlenden Kind. Ja. Es gibt diese zwei Seiten in dir.
Die eine heißt: Ich bin wie ich bin und könnte das schönste Leben haben, wenn ich das nur endlich mal kapieren würde. Dafür stehen die drei Kinder auf der Wiese.
Die andere: Ich muss so sein, wie ich glaube!, dass andere mich so wollen, weil ich glaube!, dass ich nur so ein schönes Leben haben kann. Symbolisiert durch das giftgrüne Kind, das nur Sand produziert.

Dieses Kind musst du töten. Ja, musst du. Töten im Traum heißt ja nur, etwas auslöschen, das keinen Wert hat.

So schlimm, wie das grüne Kind aussieht, so fühlt sich letztlich das Leben an, wenn man sich selbst dauerhaft verleugnet.
Das folgende Gespräch bringt das innere Dilemma auf den Punkt. Gut erzogene, gut angepasste Menschen fürchten sich vor den Konsequenzen, die sich daraus ergeben könnten, wenn man seine eigene wahre Natur einfach so ausdrückt.
Die eigene wahre Natur, das ist der Angstgegner. Ihnen wurde beigebracht, nur ja niemals in sich selbst hineinzuschauen. Der Blick, die Aufmerksamkeit muss immer nach außen gehen auf die Erwartungen der Umwelt. Für sie ist das Innere des Menschen dämonisch, von Monstern besetzt. Der Ü-Mann aus deinem vorigen Traum ist auch ein Bild dafür.

Nun hast du Mitleid mit dem armen ängstlichen Kind. Damit aber vernichtet sich automatisch die andere Seite von dir. Du kannst eben nur entweder angepasst oder selbstbestimmt sein. (Noch mal zur Erinnerung, selbstbestimmt sein hat nichts zu tun mit gegen sein.)

Aber ich schätze auch hier, habe ich ein Problem mit meinen Trieben.
Nein, nein, nein. Triebe an sich sind das, wo man dir beigebracht hat, was es zu unterdrücken und dauerhaft zu kontrollieren gilt. Und wenn du nun meinst, du hättest ein Problem damit, dann heißt das eben, du hast gelegentlich festgestellt, dass es sehr schwierig werden könnte, auf Dauer die Triebe immer weiter zu verleugnen.

Das kreisende Portal, durch das das Kind verschwindet, soll deine Psyche symbolisieren. Wenn du dich da hinein begibst, bleibt nichts mehr schön geordnet auf seinem Platz. Sämtliche erlernten Werte, das hinderliche gut und schlecht, richtig und falsch, deine sortierten Gedanken und Gefühle, die dich vorwiegend zu Hause bleiben lassen, lösen sich auf, werden sozusagen erlöst.
Übrig bleibst du mit dir selbst. Nun kannst du nur von vorn anfangen, dich selbst spüren, deine Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen an das Leben.....................
Herzliche Grüße Almuth
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Re: Träume ein "Gott" zu werden?

Beitragvon plush » 18.09.2018, 18:23

Lieber Resort,

eine schöne, gelungene Stellungnahme! Eigentlich beantwortest Du Dir die Frage Wie soll ich mir die "gesunden seelische Potenz" Vorstellen? selbst besser als ich es hätte machen können. Den m.E. wichtigsten, weil grundlegend für alles weitere werdenden Hinweis findest Du hier: als Kind konnte ich das ES immer rauslassen ohne probleme, doch irgendwann hatte das ÜBER-Ich die Kontrolle übernommen und jetzt sind wir keine Freunde mehr, da ich dem ÜBER-Ich verfallen bin.

Da hat also die Erziehung mit ihren natur- und triebfeindlichen Moralvorstellungen angefangen, Dich zu einem „artigen“ Jungen zu züchten, vom Ich dazu verlangend, ihr als monotheistische Gottheit zu huldigen und „keine anderen Götter (das Es nämlich) neben ihr zu dulden. So wurde Es dämonisiert und verdammt, in der Unterwelt (ins Unbewusste verdrängt) ein Schattendasein zu fristen. Gegebenenfalls auch sich als Mann zeigend, verärgert...

Die nächste Teilantwort wird in Gestalt dieser Information ans Tageslicht (ins Ich-Bewusstsein) befördert: [...] mein ÜBER-Ich ist bei weitem ausgeprägter als mein ES. Woran ich aber arbeiten will sodass, vorallem mein sexual Trieb, endlich auch befriedigt wird - trotz meiner 23 Jahren, habe ich leider noch nie eine Beziehung oder gar körperliche Erfahrung mit einem Jungen gemacht, was mein ES wohl nicht akzeptieren will. Das liegt zumeist aber an meiner Moralvorstellung und an meinen Grundprinzipien, auf "den richtigen" zu warten. Dadurch hatte ich sehr, sehr viele verpasste Gelegenheiten.

Seelische Potenz kommt demnach dadurch zum Ausdruck, dass das Ich sich einzusetzen vermag für die Triebforderungen seines Es, bzw. die verschiedenen, sich vom Seelengrunde herauf meldenden, angeborenen Bedürfnisse. Sie sind alle von der gleichen Trieb-Energie „Libido“ erfüllt – einer positiven Grund-Aggression (Antriebkraft) –, äußern sich nur verschieden. Das eine als Nahrungsaufnahme, das nächste als Wissbegierde und noch welche finden sich im Verlangen nach Sympathie- und Lustaustausch mit einem Geschlechtsgenossen, den man begehrt, (eventuell) auch einer tieferen Freundschaft wert empfindet.

Woher diesen verschiedenen natürlichen Bedürfnisse kommen und wie sie sich im einzelnen auch ihren Zwecken nach unterscheiden (eine Muschi, die sich lustvoll das Fell leckt, betreibt "Körperpflege" wie die sich beim Putzen der Flügel autoerotisch betätigende Stubenfliege), darüber ließen sich lange Abhandlungen schreiben. Noch längere darüber, wieso eigentlich die Moral des mosaischen Dekalogs (aus dem Frühpatriarchat bis heute) was dagegen hat, dass Männer mit anderen Beziehungen anknüpfen und sich der Lust wegen verbunden mit ihnen fühlen. Ich denke aber, es ist besser, Dich mit diesem Themenkomplex erstmal anhand Deiner eigenen Träume (Symbolsprache Deiner Seele) vertraut zu machen. Vorteil: Du siehst ziemlich klar, was in Dir los ist; sogar Freuds Modell der Seele (des Es) mit ihren zwei weiteren Instanzen wendest Du richtig an. Hast Du Dich vorher schon mit ihm befasst?



Zum Polizisten-Paar habe ich im Moment folgende,
die frühere etwas erweiternde Deutungshypothese:

>> Dieses Symbol stammt wie gesagt aus Deinem Über-Ich. Beide verkörpern die Exekutive des darin infolge Erziehung und gesellschaftlicher Prägung eingenisteten Moral-Systems, und zwar in seiner säkulären Version (der moderne Staat als des alten Kaisers neueste Verkleidung).

>> Dadurch, dass der männliche Polizist aufeinmal verschwunden ist, der andere aber blieb um zu Deinem Ich zu sprechen, wird – glaube ich - implizit gesagt: die Paarung mit dem Progenitor (Frau) ist das, was Du an Beziehungen anstreben sollst. Also Herteromonogamie, das Familienmodell replizieren.

>> Demnach besteht die schlechte Nachricht aus der Moralvorschrift des VI. mosaischen Verbots: „Du sollst nicht um männliche Verbündete buhlen“. Das heißt, Du sollst – gemäß Forderung Deines gesellschaftlich belehrten Gewissens – dieses Bedürfnis des Es aufgeben, im Unbewussten verdrängt lassen oder wenn es sich vom Abgrund herauf doch meldet, nach Kräften dagegen kämpfen. So ist klar, dass die Polizei als ‚Freund und Helfer‘ aus Prinzip gar nicht anders kann, als Dich frustriert an der Klippe hängen zu lassen...

Ich denke, dieser Traum ist soweit gut durchleuchtet, oder? Wenn Dir neue Fragen einfallen, Du Ungereimtheiten entdeckst im Deutungsversuch oder Punkte, die sich vielleicht vertiefem ließen, sag gern Bescheid. Ich freue mich, mit Dir zu arbeiten!


Zum neuen Traum: Er ist umfangreich, ausgestattet mit vielen Symbolen, bzgl. derer mir noch Vorstellungen fehlen. Ohne Deine Mithilfe müsste ich spekulieren – nicht Sinn der Sache. Soll ich Dir ein kleines How To posten, mit einem Beispiel, anhand dessen Du ersehen könntest, wie man als Urheber eines Traumes vorgehen soll, um den informativen Gehalt der Symbole frei zu legen? Erwäge vielleicht dazu, ob wir uns lieber zum telefonieren auf Skype verabreden; manches lässt sich im direkten Gespräch besser klären.

So weit für heute, Bis bald!
Herzlichst, Dein ‚P‘
plush
Traumaturg(in)
 
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