Anruf von verstorbener Mama

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Moderator: Mirakulix

Anruf von verstorbener Mama

Beitragvon Samy » 03.09.2018, 16:14

Guten Tag :)

Ich habe soeben einen aufwühlenden Traum gehabt. Meine Mama ist am 19.01.2017 ziemlich plötzlich aufgrund von Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben. Eben ein Mittagsschläfchen gehalten und dann dabei von ihr geträumt. Ich versuche es Mal zusammen zu bekommen, danach dann weitere Erklärungen zu meiner Person und Situation.

Ich bin im Traum meine Schwester besuchen gegangen, welche nur etwa 1km von mir entfernt in unserem Elternhaus wohnt. Normalerweise besuche ich sie nicht, weil ich mit ihrem Mann nicht zurecht komme, deswegen war das schon an sich seltsam. Leider hatte sie keine wirkliche Zeit für mich, also trieb ich mich dort unruhig rum, ohne rechten Plan, was ich nun tun sollte. Außerdem hatte auch noch Hunger und suchte was zu essen, fand aber nichts. Dann stand ich auf einmal hinterm Haus auf der Wiese, an der Stelle, wo früher unser Pool stand, der auch im Traum da war. Mein Handy hatte ich plötzlich in der Hand und es klingelte, meine Mama rief mich an, ihr Bild auf dem Display und ihre Nummer. Als ich ran ging, konnte ich sie nur schwer verstehen, aber sie wirkte aufgebracht und irgendwie böse auf mich... ich kann mich leider nicht an alles erinnern, nur an das Gefühl, was sie mir eben vermittelt hat. Dann wurde mir im Traum auf einmal bewußt, das Mama ja tot ist.

Von da an verstand ich sie irgendwie besser, aber auch nur da erinnere ich mich Bruchstückhaft daran, was sie sagte. Was mir in Erinnerung blieb, das sie etwas davon sagte das er (wen auch immer sie nun meinte) ja mit dieser Frau rumgemacht hätte. Und sie scheltete mich wieder für irgendwas, ich hatte einfach nur das Gefühl, etwas vollkommen falsch gemacht zu haben. Dann war das Gespräch aber plötzlich vorbei und mein großer Sohn (13 Jahre, leichte geistige Behinderung und Sprachbehindert) neben mir und erinnerte mich daran, das ich doch seine kleine Schwester (9) vom Bus holen muss! Laut meiner Uhr war es aber schon zu spät, ich muss gegen 16.15 Uhr an der Bushaltestelle sein und auf meiner Uhr war es schon irgendwas 20 nach. Dann war mein Sohn weg und mein Partner stand bei mir, ich versuchte derweil meine Mutter zurückzurufen, sagte das auch zu ihm und er meinte, ja das versuchst du doch schon die ganze Zeit! Er war auch irgendwie komisch drauf, als hätte ich etwas verbrochen... da wurde mir dann erneut bewusst, das Mama mich doch gar nicht Anrufen konnte, weil sie verstorben ist. Dabei sah ich auf mein Handy und sah meine Anrufe an sie, ganz viele in der Liste... ob ihrer dabei war, weiß ich nicht mehr... dann bin ich aufgewacht, ganz erschrocken und hab auf die Uhr gesehen, weil ich dann an meine Tochter denken musste, die ich ja tatsächlich vom Bus holen musste. Es war aber erst gerade 15 Uhr durch. Und natürlich musste ich auch in meiner Telefonliste nachsehen, ob da irgendwo Mama steht... was natürlich nicht so war.

Jetzt zu meiner Person, ich bin seit Samstag 33 Jahre alt und habe aufgrund des Verlustes meiner Mutter eine Verlustangst entwickelt und Depressionen bekommen. Bewußt wurde mir das im April dieses Jahres. Mein Partner hatte sehr darunter zu leiden und dann ist er auch noch ein Typ, der zwar wahnsinnig lieb ist, aber unwahrscheinlich Schwierigkeiten damit hat, aus sich herauszukommen. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, er lebt in seiner eigenen Welt, weil er vieles nicht mitbekommt. Das hat mich immer sehr verärgert, gerade wenn es mir schlecht ging und ich Trost bei ihm suchte... als ich im April dann auch noch anfing, mich zu ritzen, etwas was ich seit meinem 15. Lebensjahr nicht mehr getan habe, bin ich zu einem Psychologen gegangen. Relativ Zeitgleich hatte ich im Februar meinen Job verloren und war deswegen von der Arge einem Jobcoach für April zugeteilt worden. Eine Dame in den 50ern, die mir dann jedoch mehr durch meine Depression geholfen hat, als der Therapeut wohl in der Lage war. Dort war ich nämlich nur 3 Mal, weil ich einfach nicht das Gefühl bekam, das er mir irgendwie helfen kann... vlt waren auch einfach meine Ansprüche an ihn zu hoch. Wer auch viel beigetragen hat, das es mir besser ging, war meine Schwester, jene die ich im Traum besuchen wollte. Mein Partner war leider absolut nicht dazu in der Lage und fuhr dann auch noch, 3 Tage nach dem ich ihm von meinen Depressionen erzählt habe, mit seinem besten Freund spontan für 8 Tage weg. Da wir sonst aber immer einen guten Zugang zueinander hatten, glaube ich ehrlich, das er einfach nur mit mir (und vermutlich auch mit sich selbst, er hat da ein paar eigene, wirklich schwierige Probleme) überfordert war, deswegen versuche ich ihm das - aus meiner Sicht - "im Stichlassen" zu verzeihen.

Der Geburtstag am Samstag war auch die reinste Katastrophe. Es war der 2. Geburtstag ohne meine Mutter, ich hatte ihr einen kleinen Altar gemacht an dem Tag, mit Bild und Kerze, einfach weil die Sehnsucht so groß war. Meine Kinder waren morgens vom Vater abgeholt worden und mein Partner war bereits seit Dienstag nicht da, aufgrund von Arbeit und kam aber dann Samstag Abend zu mir. Dadurch war ich über den Tag sehr alleine und habe mich auch so gefühlt. Obwohl ich gefühlte 100erte Glückwünsche erhalten habe (Facebook, WhatsApp), sogar 3 Anrufe, Papa, mein Bruder + Frau und eine Freundin. Ständchen gesungen bekommen habe, von angerufener Freundin und Sohn und von meiner kleinen Maus, bevor Papa sie abgeholt hat. Ja sogar besagte Schwester war Mittags für ein Stündchen bei mir, aber trotzdem habe ich mich alleine und verlassen gefühlt, weil mir einfach mein Partner so fehlte. Dadurch habe ich dann Abends, als er endlich da war, mit dem Trinken sehr übertrieben, übern Tag nix gegessen und dann zu viel zu schnell. Heulerei vorprogrammiert.

Sonntag ging es dann wieder, wir haben viel geredet und sind auf einen Nenner gekommen. Ich fühle mich seit dem wieder ausgeglichen und zufrieden.

Eigentlich bin ich der Meinung, im großen und ganzen übern Berg zu sein, da ich die vergangenen Wochen doch einiges geschafft habe. Ich habe mich neu ausgerichtet, habe stark an meinem Selbstbewußtsein und meiner Selbstliebe gearbeitet. Gehe beruflich neue Wege, renoviere Zuhause Stück für Stück - wie es finanziell eben passt und bin auch nicht mehr Krankhaft Eifersüchtig (war ich auch eigentlich nie der Typ zu, bis ich die Verlustangst bekam, die ich nun aber nicht mehr habe). Brauche auch nicht mehr so die Bestätigung von anderen, um mich glücklich zu fühlen und bin mittlerweile eigentlich sogar gerne alleine... weil ich dann zur Ruhe komme und richtig kreativ sein kann. Das am Samstag denke ich, war eben weil ich Mama so vermisst habe und mein Partner nicht da war, was ja nu net schlimm is, aber das hat mich eben irgendwie total frustriert. Hab mich da zu sehr gehen lassen... bis dahin wars ja wieder gut und seit Sonntag isses das auch wieder. Klar kann man ne Depression nicht heilen, aber ich fühle mich stark und ausgeglichen. Nur hat mich dieser Traum heute eben irgendwie verunsichert, weil ich nicht weiß, was das nu bedeuten soll.

Da ich schon viele Jahre ein Tarot besitze, habe ich mir auch danach ne Karte gezogen, da kam der Gehängte bei raus, der mir praktisch beim mischen in den Schoß fiel, und um dann noch zu wissen, wo die Reise nu für mich hingehen soll, eine weitere zur Ausrichtung, da kam dann Fülle bei raus. Eigentlich bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden, aber ich kann diesen Traum nicht deuten, der eben negative Gefühle hinterlassen hat... ah so und am 23.08. habe ich schon einmal von Mama geträumt, allerdings kann ich mich absolut gar nicht erinnern, was darin war... und bis dato absolut noch nie von ihr geträumt. Beziehung war sehr innig, sie war nicht nur meine Mama, sie war auch meine beste Freundin. Ich bin das Nesthäkchen. Joa... das wars eigentlich... wollte nu nicht zu sehr ausholen, glaube aber, dass das eben auch wichtig ist... ach so und bin weiblich :)

Dankeschön jenen, die den ganzen Text nun gelesen haben und mir vlt ein bisschen Licht ins Dunkle bringen können :)

Liebe Grüße
Samy
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Re: Anruf von verstorbener Mama

Beitragvon Torrot » 04.09.2018, 12:39

Hallo Samy :)

du schreibst dass du auf einem guten Weg bist und deine Depression unheilbar is
somit
kann dein Traum wie du bereits selber schon gemerkt hast als kleiner Rueckfall betrachtet werden
als Juengste trauerst du naturlich deiner Mama auch am laengsten nach
denn
seit ihrem Tod hat sich die Zentrale der Familie auf deine Schwester verschoben ~ und mit ihr hast du ein anderes Verhaeltnis als mit deiner Mama ~ da braucht es etwas bis ihr euch alle miteinander neu eingeschwungen habt
deine Schwester wird dich nie sehen wie deine Mama dich gesehen hat ~ und das is deine Chance deine Rolle in der Familie neu auszufuellen
weder dein Partner noch deine Schwester koennen deine Mama ersetzen ~ dein Sohn hat laut Traum den Ermahner uebernommen der bisher deine Mama war ~

so bleiben also deine unbewussten Hilferufe an deine Mama die frueher fuer dich befriedigend darauf geantwortet hatte
ungehoert ~ bzw verstaerken sie deine Depression ~
im Traum wurdest du ja fuer dich unverstendlich gescholten und konntest die dadurch entstehenden Emotionen nicht loeschen

Die Zeit deiner Kindheit is wirklich endgueltig vorbei Samy
dein Traum weist auf deine Tochter die dich als liebende aufmerksame Mama dringend braucht
HIER is deine Verantwortung noch groesser als du derzeit nachkommst
du hast ja schon unbewusst schlechtes Gewissen weil du sie vernachlaessigst

;)
Der SEIN Leib sinnLICH kennt kennt die ganze Welt
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Re: Anruf von verstorbener Mama

Beitragvon Samy » 07.09.2018, 13:49

Hallo Torrot,

erst Mal herzlichen Dank, für deine Antwort... ja, da triffst du den ein oder anderen Nerv, das muss ich zugeben... deswegen hat mir deine Antwort wirklich geholfen. Dankeschön! Ich werde weiter an mir und meiner Einstellung arbeiten... und vor allem endlich erwachsen werden :)

Liebe Grüße und schönes Wochenende :)
Samy
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