Versteckte Leiche im Wäschekorb

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Moderator: Mirakulix

Versteckte Leiche im Wäschekorb

Beitragvon BuddhaBrot » 07.08.2018, 21:27

Hallo an alle,

ich bin ganz neu hier im Forum und habe mich angemeldet da ich die letzten beiden Monate zwei sehr verstörende Träume hatte. Kurz zu mir: Männlich, 26, ledig, noch Student, beginne im September (erstmals) zu arbeiten (Softwareentwickler) und wohne seit ca. einem Jahr alleine; davor bei meiner Mutter. Ich bin zurzeit in Therapie wegen Sozialphobie. Ich war vor ca. einem Jahr für ein Jahr auf Antidepressiva.
Ich bin ein sehr obsessiver Mensch, der sich in gewisse Themen, leider oft negative, hinein steigert.

--- Den Traum habe ich direkt nachdem ich aufgewacht bin niedergeschrieben: (04.07.18)

In meinem Traum fällt mir ein/finde ich eine Leiche in dem alten Wäschekorb vergraben unter viel Wäsche. Es ist eine zerstückelte Leiche, unkenntlich. Ich sehe sie gar nicht wirklich ich weiß nur das sie dort ist und ich rieche den Gestank. Ich bin schockiert und will es jemanden zeigen; ich hole meine Mutter aus dem Wohnzimmer. Ich erzähl ihr folgende Geschichte: "Nach einer Party-Nacht konnte ich mich wieder erinnern. Sie (Dabei dachte ich an eine junge Frau, die eine Aura der Ungewissheit und des Todes trägt und in Mexiko wohnt ?) hatte mich dazu überredet die Leiche zu nehmen. Sie hat sie mir geschickt damit ich sie aufbewahre. ... Meine Mutter glaubt mir nicht. Ich beginne Kleidungsstücke weg zu räumen. Der Gestank wird immer deutlicher. Sie glaubt mir nicht. Letztenendlich sind Leichenteile zu sehen. Sie ist schockiert, das sehe ich, eine Leiche zu sehen aber irgendwie habe ich das Gefühl das sie mir trotzdem nicht glaubt. Sie wendet sich irritiert ab. Ich hole meinen Bruder. Er nimmt mich nicht wirklich ernst habe ich das Gefühl und macht die Situation klein und unbedeutend. Er will das ich die Leiche einfach wegwerfe und vergesse. Ich will die Leiche aber zur Polizei bringen, weil ich glaube das es das einzig richtige ist, aber ich habe Angst was dann passieren wird. (Vielleicht glauben sie ich bin der Mörder. Vielleicht verfolgt mich die Frau weil ich ihre Leiche nicht mehr aufbewahre etc.) Ich will (im Traum) schlafen gehen kann aber nicht. Ich will mich in eine volle Badewanne mitten in eine Schneelandschaft mit Decke legen. Ich kann die Leiche im Wäschekorb nicht vergessen ...

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Vielleicht fällt jemanden etwas dazu ein. Vielen Dank im Voraus und alles Liebe.
BuddhaBrot
Träumerle
 
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Re: Versteckte Leiche im Wäschekorb

Beitragvon plush » 08.08.2018, 07:46

Lieber Buddha!

Träume stellen Botschaften des Unbewussten dar, die über Deine innere Situation berichten, die aber ausgelegt werden müssen. Dafür versetze Dich bitte nochmal in die Handlung Deines Traumes und suche eine Überschrift, die zu seiner Dramaturgie gefühlsmäßig passt, am besten eine poetische, so wie die Dichter für ihre Werke machen. Kannst Du Unterkapitel entdecken? Gegebenen Falls setze ihnen eigene Überschriften auf...

Im nächsten Schritt geht es um die einzelnen Symbole Deines Traumes:

Von den Personen, die Du kennst, erstelle bitte Charakterportraits, die ihre Vorzüge und negativen Seiten beleuchten, so dass ich beginnen kann, mir eine ungefähre Vorstellung von ihnen zu machen. Bei der Dir vielleicht nicht näher vertrauten jungen Frau sagte bitte, woran Du denkst im Zusammenhang der Aura des Ungewissen und was Du mit Mexiko verbindest.

Für die nicht-personalen Symbole gilt, dass Du bei jedem für sich beschreiben sollst, wie es funktioniert, was es tut, woher es stammt (entsteht oder hergestellt wird) und wozu es sich selbst oder seinem Nutzer dient. Ob Deine Einfälle wissenschaftlich richtig sind oder nicht, ist unwichtig. Auf keinen Fall schaue in einem Lexikon nach.

Ein Beispiel, um Dir das „Freie Assoziieren“ besser nachvollziehbar zu machen:

Ein Junge träumte, er wurde von einem Arzt untersucht; der stellt fest: ein Organ liegt schief und soll operiert werden. Darnach schickt er ihn ein Stockwerk höher, um von drei anderen Ärzten seine Nase untersuchen zu lassen; sie entdecken Polypen, die sollen vorher operiert werden.

Dieser Traum hat 5 Symbole, die der Junge beschrieb wie folgt:

Ärzte: Sie haben Gesundheitsmodelle, die erlauben, Krankheiten zu erkennen.
.......................Gesundheit: Naturzustand

Organ: Körperbestandteil, das man braucht zum leben.
..........Körper: Ein Teil der Seele, die auch einen Geist hat.
......... Geist: Der Seelenteil, der gesundes und krankes unterscheidet.

operieren: Eingriffe machen, die die Heilung fördern.

Nase: zum Luft holen und Riechen
.............Luft: ein lebensnotwendiger Stoff.
.............Riechen: Qualität der Nahrung prüfen.

Polypen: Verstopfen die Nase.

Wie Du siehst, beim Beschreiben der ursprünglichen 5 Symbole tauchen neue auf, die auch definiert und beschrieben werden sollen. Je mehr "Freie Assoziationen", um so besser.. Seinem Traum gab der Junge die Überschrift "Unangenehme Überraschung".

Ich freue mich auf Deine Vorbereitungen!
Herzlichst, Dein Plus
plush
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Re: Versteckte Leiche im Wäschekorb

Beitragvon Almuth » 09.08.2018, 12:25

Hallo BuddhaBrot,
in der Beschreibung deiner Person fallen die Begriffe Sozialphobie und Antidepressiva.

Eine Leiche, also eine alte, versteckte Leiche haben als Traumbild, heißt, etwas in sich tragen, in seiner Seele (will ich mal so nennen), seinen verborgenen Gedanken und Gefühlen, das eigentlich schon nicht mehr wahr ist, was eigentlich schon lange erledigt und bereinigt sein müsste.
Die Leiche symbolisiert einen Seelenteil von dir. Dir wurde was mitgegeben, also mit der Geburt. Ein ungelöstes Problem, das du nun mit und in dir herumträgst, das dir psychische Beschwerden bringt, das du nicht los wirst.
Nur du weißt darüber Bescheid. Für deine Familie ist es unverständlich und sie glauben es nicht mal, wenn sie es sehen. Dein Bruder kann es als Kleinigkeit wegwischen.

Nur du nicht. Für dich ist es ein Riesenproblem, das du nicht lösen kannst. Der Gedanke an die Polizei kommt aus der Realität, die Polizei aber ist in deinem Fall nicht wirklich hilfreich. Das erkennst du im Traum.

In der Badewanne liegen - das ist in der Realität die Zeit, wo man sich aus seiner Realität wegträumen kann, wo man mal für einen Moment alles außen lassen kann und die eigene Aufmerksamkeit nur auf sich und sein Wohlbefinden richtet. In der Wanne vergisst man seine Depression...
Im Winter ruht die Natur. Nichts muss getan werden. Ist auch ein erstrebenswerter Zustand für die geplagte Seele. Und eine Decke hüllt ein und wärmt und schützt...
Dieses letzte Traumbild zeigt, was du dir still und heimlich wünschst für dein Leben.
Herzliche Grüße Almuth
Almuth
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