Gefühlt real - meine Mama ist gestorben!

Hier können sich Besucher untereinander Träume posten und helfen, diese zu deuten.

Moderator: Mirakulix

Antworten
Sed
Traumaturg(in)
Beiträge: 197
Registriert: 06.11.2009, 19:43

Gefühlt real - meine Mama ist gestorben!

Beitrag von Sed »

Aloha!
Ich bins heute noch mal, nach einem verstörenden Traum, der mich erschüttert hat!
Die ganze Nacht schlief ich schon unruhig, obwohl ich recht entspannt ins Bett ging. Eine Person, M., hat mein Leben sehr geprägt und das auf gewalttätige Weise. Sie agiert nicht mehr viel in meinen Träumen, ist aber immer noch eine "Begleiterin" - so wie in diesem Traum:

Zwei sehr kluge Katzen, die ich aus dem Wachleben gekannt habe, bekämpfen sich bis aufs Blut. Ich versuche verzweifelt sie auseinander zu bringen, M. sieht das, hilft mir aber nicht. Die eine ist schwarz und geht auf die andere, eine Glückskatze, los und verwundet sie schwer an der Pfote, sie blutet stark und zieht sich verletzt zurück, doch die andere ist wie besessen und zerkratzt mir die Arme.
Einer meiner Brüder kommt und sagt irgendetwas zu mir, irgendeine technische Unwichtigkeit, zu einem DVD Player oder so glaube ich. Ich packe die Katze zwischen das Fenster und weiß, dass das sie nicht auf Dauer aufhalten wird. M. will die bunte Katze nicht zum Tierarzt bringen. Jetzt werden die Katzen aber unbedeutend.

Draußen ist es dunkel und regnet stark und nur eine Lampe, die einen Küchentisch beleuchtet ist an. Am Tisch sitzt M. und schaut mich an. Ich bemerke eine vermummte Gestalt, die sich vor und zurück wiegt und leise wimmert und schluchzt. Ich gehe zu ihr und entdecke, dass es sich um meine Schwester handelt, allerdings als 4-jähriges Mädchen (heute ist sie 15, mit 4 Jahren hat sie sich damals den Arm ganz kompliziert gebrochen, fällt mir dazu ein...) Ich lege die Arme um sie, wiege und tröste sie. Sie zeigt auf ihr Handy, dass vor ihr liegt. Darauf ist eine Nachricht in der ein schwarzes Männchen mit Hut ist und daneben ein Geist. Ich begreife, dass das meine Mutter ist und die Nachricht bedeutet, dass sie verunglückt ist. Dann erscheint die Nachricht von einer Bekannten meiner Eltern, die in Bayern wohnt und wie eine Tante für mich war, die ich als Kind abgöttisch geliebt habe, mit dem Text: "Mami is nit mehr". Mein Bruder schaut mich an und ich wiederhole den Satz. Ich fange hemmungslos an zu heulen, wiederhole immer wieder die Worte und halte dabei meine Schwester.


Von meinem Gestammel wach ich schweißnass auf, mein Magen krampft und ich habe die Arme um den Oberkörper verkrampft. Es fühlte sich so real an!
Ich verstehe meine heftige Reaktion darauf nicht und war einfach nur verstört...

Ich bin wirklich dankbar für jede Deutung!
Zu den Katzen kann ich sagen, dass es beides sehr, sehr kluge Katzenmütter waren, die eine relativ früh und brutal überfahren worden ist und sich beide Katzen untereinander lieber aus dem Weg gingen...

liebe Grüße Sed!
Es gibt Träume, die in Erfüllung gehen und solche, die man begraben muss, damit sie ewig leben...
Benutzeravatar
Crank
Traumaturg(in)
Beiträge: 1028
Registriert: 22.09.2013, 13:24

Re: Gefühlt real - meine Mama ist gestorben!

Beitrag von Crank »

Hallo Sed,

der Kampf der Katzen scheint mir einfach nur für ein gewisses Gefühlschaos zu stehen. M wird in den Träumen immer unwichtiger, dass ist doch gut so. Im aktuellen Traume muss Deine Mutter sterben, aber auf eine auch im Traumbilde sehr abstrakte Weise. Das bedeutet, dass es keine reale Zukunftsvorhersage ist, sondern eine Aussage über Deine Gefühle. Mein erster Gesamteidruck war: "Jage M doch endlich mal in Deinen Träumen zum T!". Das kann man lernen. So man denn bereit ist. Die Mutter im Traume steht oft für ein tiefes Urgefühl. Und das könnte immer noch zu M bestehen, wie sonst wäre alles in der Vergangenheit möglich gewesen. Dieses Gefühl muss sterben, sonst weint und schluchzt Dein inneres Kind weiterhin, wie im Traume Deine kleine Schwester.

Eine emotionale Abhängigkeit kann man aus dem Alltag schießen, im Unterbewusstsein bleibt sie verankert. M hat Dich emotional krank gemacht. Bei gutem Verlauf heilen auch Narben oder Knochen noch 1-2 Jahre nach und werden dann erst so, wie vorher. Von der Strukutr her, eine Spur bleibt. Du hast beim Ablöseprozess von M alles richtig gemacht, denke ich. Nun muss es noch ganz abheilen.

Und es dauert auch, von der Opferrolle wegzukommen. Weil man Angst hat, sonst nichts zu haben? Oder weil Wunden einfach Zeit brauchen?

Vielleicht ist der Kampf der Gefühle aber doch so schlimm wie im Traume mit den Katzen. Die furchtbare emotionale Abhängigkeit in der Vergangenheit hat Dich gezeichnet, das willst Du nie wieder erleben. Andererseits bedeutet Liebe oder auch tiefe Freundschaft, dass man ein gewisses Maß an Abhängigkeit zulassen muss. So denke ich mir das bei Dir. Mir waren Freundschaften und später auch die Liebe in schweren Lebensphasen immer ein Halt. Von daher verdient es Respekt und auch Deinen Selbstrespekt, dass Du die Geschichte mit M überlebt und auch beendet hast.

Nicht nur aus diesem Traume: Du wirst einen Partner und Freunde brauchen, die zu Dir halten und verstehen, wenn es Dir mal zu eng und zu abhängig wird. Und irgendwann wird es selbstverständlich sein, dass es Menschen gibt, mit denen Geben und Nehmen ausgeglichen möglich ist. Dass man Energiesauger fortschicken oder zurechtstutzen muss, hast Du gelernt. Menschen, die mehr geben als nehmen, sollten kein Problem. Wobei - vielleicht gibst Du immer gern und viel und kannst (noch nicht) annehmen. So oder so ähnlich könnten die Kämpfe und Krämpfe Deines Unterbewusstseins aussehen und auch der alltäglichen Gefühlswelt.

LG,
Frank
Antworten