Traum von einer Person in Psychiatrie

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Moderator: Mirakulix

Traum von einer Person in Psychiatrie

Beitragvon Levit » 03.02.2019, 03:27

Hallo zusammen,
Kurz zu mir:Ich bin 20 und weiblich.
Ich stecke seit jahren in Depressivität und suizidalität fest und aktuell geht es mir nicht besonders gut.
Ich hatte letzte Nacht einen Traum, der mich überrascht hat. Ich habe von einer Psychiatrie geträumt, in der ich plötzlich als neuer Patient war. Es waren ein paar Mädchen in meinem Alter da und irgendwie hatte ich noch kein Bett weil eine andere noch nicht entlassen war. Ich habe dann ein Gesprächstermin mit -vermutlich-einer Psychologin wahrgenommen und habe der sowas gesagt wie:,,Ich will sterben, aber erst nachdem ich alles versucht hab, um am Leben zu bleiben'' (an dieser Stelle möchte ich zur Sicherheit anmerken, dass ich nicht akut suizidgefährdet bin.) Plötzlich war ich am Straßenrand vor meiner wohnung und habe immernoch mit der psychologin geredet, da kam plötzlich ein Pfleger und ich habe mich mit ihm gestritten und gesagt,, der geht mir jetzt schon auf den Sack''. Ich sollte dann mit einem Jungen auf der Couch schlafen (nur schlafen) und habe mich geweigert. Auf der Couch lagen Kuscheltiere und einer hat dann gesagt, dass B. (Eine Person die ich kenn) zweimal am Tag kommt und die Kuscheltiere wegräumt (?) Und als ich wieder auf dem Flur war habe ich J.(eine andere mir bekannte Person) gesehen und sie mich auch. Dann bin ich leider aufgewacht, dabei habe ich mich irgendwie gut gefühlt.
Am Tag davor hatte ich eine Situation, in der ich gehofft hatte, dass B. Mich anspricht, was er aber nicht getan hat, darüber war ich etwas enttäuscht. Ansonsten war ich am Vortag normal in der Schule und habe abends gearbeitet mit Jugendlichen. Mich verwirrt dieser Traum etwas, weil ich nicht weiss, was er mir sagen will. Soll ich in eine Psychiatrie pder nicht? Würde mir das helfen oder nicht? Soll ich B. Erzählen wie es mir geht oder nicht? Wrum ist J. In meinem Traum aufgetaucht, obwohl ich kaum etwas mit ihm zu tun habe?
Ich hoffe einer von euch kann mir weiterhelfen.
Lg Levit
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Re: Traum von einer Person in Psychiatrie

Beitragvon Almuth » 03.02.2019, 11:08

Hallo Levit,
Mich verwirrt dieser Traum etwas, weil ich nicht weiss, was er mir sagen will.
Er will dir zeigen, wo du stehst, was du denkst und hoffst, bewusst und auch unbewusst.

Soll ich in eine Psychiatrie pder nicht? Würde mir das helfen oder nicht?
Das kann dir wohl so allgemein kein Traum sagen, dieser Traum deutet ein bisschen was an.
Du bist in der Psychiatrie. Aber zu früh, wenn noch kein Bett frei ist für dich. Und du bleibst dann auch nicht dort, die Traumhandlung geht anderswo weiter.

,,Ich will sterben, aber erst nachdem ich alles versucht hab, um am Leben zu bleiben''
Das ist ein bisschen der kleine Selbstbetrug. Du machst dir etwas vor wie manch anderer auch, der den Gedanken an Selbstmord in sich trägt. Diese Formulierung drückt aus, dass dem Selbstmörder gar nichts anderes übrig geblieben ist als seinem Leben ein Ende zu setzen. Tatsächlich wollte er es aber sowieso die ganze Zeit. Erst „zu leben versuchen“, das macht man einzig deshalb, weil Selbstmord ja mit Schuld verbunden ist. Er wird verurteilt, muss dringend verhindert werden, ist ein Zeichen von Schwäche und was es sonst für moralische Bewertungen gibt. Die will der/die Betreffende ein bisschen ausräumen mit „ich hab ja alles versucht, hab es dann doch nicht geschafft am Leben zu bleiben“.
Du sagst diesen Satz einer Psychologin. Die erscheint aber gar nicht als Person. Also sagst du es dir selbst.

In den weiteren Bildern zeigen dann kurze Schnappschüsse, was dich depressiv werden lässt, was dir das Leben so schwer macht.
Der Straßenrand vor deiner Wohnung symbolisiert das Außen, das Leben in der Gesellschaft mit anderen Menschen um dich herum. Der unpersönliche Pfleger ist einer deiner Mitmenschen, einer, der es angeblich gut meint, dir helfen will und so was. Die gehen dir „auf den Sack“, und zwar allesamt.
Einen „Pfleger“ zu haben setzt voraus, dass man hilfs- und pflegebedürftig ist. Und eben das, diese Annahme, geht dir ... ja.
Ein Pfleger denkt für dich, handelt für dich. Ein Pfleger entscheidet über dich, er weiß besser, was du brauchst. Ist viel und guter Grund, um sich zu streiten.

Du sollst mit einem Jungen auf einer Couch schlafen. So harmlos das klingt, es ist die Forderung, mit einem Menschen eine Nähe einzugehen, die es normal nicht gibt zwischen Menschen. Für eine solch intime Nähe (auch ohne Sex) braucht es deine selbstbestimmte Einwilligung. Die aber wird ignoriert, deine Selbstbestimmung wird ignoriert und das wohl recht oft in deinem realen Leben, also am Tage.

Die Kuscheltiere auf der Couch sollen die verlangte Nähe wohl als angenehm erscheinen lassen. Vielleicht sind sie aber auch deine Kuscheltiere, also das Symbol für etwas, was dich mit deinem Leben kuscheln lässt, was dir ein bisschen Tost spendet.
Wenn B. die wegräumt regelmäßig, dann ist B. jemand für dich, der dir den Trost, die Hoffnung nimmt. Du erwartest etwas von ihm am Tage, was dann nicht kommt.
Es muss diesem B. nun nicht bewusst sein, dass er diese Rolle spielt in deinem Leben. Aber irgendwie ist er wohl ein Hoffnungsträger für dich, einer, der meint, wenn er deinen Trost nimmt, macht er dich stark für die harten Anfoderungen des Lebens, gibt so Theorien.

Soll ich B. Erzählen wie es mir geht oder nicht? Wrum ist J. In meinem Traum aufgetaucht, obwohl ich kaum etwas mit ihm zu tun habe?
Diese Fragen kann dir niemand von außen beantworten.
Der J. ist wohl eine Person, die in deinen Gedanken und Gefühlen einen bestimmten Wert hat. Das muss nicht übereinstimmen mit deiner Art von Beziehung zu diesem J.

Da du aber doch Hoffnung setzt in diesen B., wäre eine schrittweise Annäherung angeraten. Du musst ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, wie man so sagt. Aber darauf warten, dass er den ersten Schritt macht und dich anspricht und dabei am besten fragt, wie es dir geht, welche Sorgen du hast ... wahrscheinlich kannst du da lange warten.

Levit, eine Depression bekommt man, wenn man das Grundgefühl hat, sich selbst nicht helfen zu können, an einer Gegebenheit des Lebens nichts ändern zu können, die Dinge so nehmen zu müssen, wie sie sind und vor allem, wie andere Menschen sie für einen festgelegt haben.
Das drücken die Traumbilder aus mit dem Pfleger und dem Jungen. So was kennst du.
Und deine angelernte Überzeugung, alles so nehmen zu müssen, wie das Leben scheinbar spielt, diese Überzeugung kann das Leben zu einer unerträglichen Sache machen.

Ich meine nicht, dass du wirklich „reif“ bist für die Psychiatrie. Eine Therapie, die dir deinen Selbstwert und vor allem deine Selbstbestimmung bewusst macht, wäre wohl angeraten erstmal.
Herzliche Grüße Almuth
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Re: Traum von einer Person in Psychiatrie

Beitragvon Picadora » 03.02.2019, 15:30

Hey Levit,

danke für die Angabe all der Hintergrundsinfos!

Almuth hat Dir ja schon einiges geschrieben - dennoch will ich Dir meine Sicht nicht vorenthalten. Träume geben uns ja ihre Infos auf recht symbolische Art und Weise, insofern versuche ich, in meiner Deutungsweise, darauf mein Augenmerk zu legen:

Du träumst davon in einer Psychiatrie zu sein - das heißt ein Haus in dem psychisch erkrankte Menschen sind. Das ist meines Erachtens ein Bild für Dich und Deine Situation - und heißt erstmal nur, dass Dir bewußt ist, dass Du psychische Probleme hast.
Entsprechend dann das Bild (im Traum), dass Du dort kein Bett hast: in einem Bett schläft man u. kommt zur Ruhe - doch Dich lassen Deine psychischen Probleme eben nicht zur Ruhe kommen.
Das ist für Dich erstmal nichts Neues, aber ausgelöst durch Deinen Wunsch B. näher zu kommen (und der Überlegung, ob Du ihm dies mitteilen sollst), wurde Dir dies vermutlich nochmal präsenter.

Das folgende Gespräch mit der Psychologin (einem helfenden Anteil in Dir) u. den Satz:

,Ich will sterben, aber erst nachdem ich alles versucht hab, um am Leben zu bleiben


würde ich aus Traumdeutungssicht so verstehen, dass Du Dir zwar eindeutig wünschst, dass diese psychischen Probleme enden ('sterben') - doch dass Du eben nicht alles dafür tust (oder Dich nicht ausschließlich darauf konzentrierst), sie in den Griff zu bekommen (Du versuchst sie eben am Leben zu erhalten).
Damit meine ich, dass Du so sehr daran gewöhnt bist, dass sie so ein 'vertrauter Teil' von Dir darstellen, dass Du bislang noch keinen Weg gefunden hast, aus dieser 'Gewohnheit' rauszukommen.

Bist Du in ambulanter Therapie? Oder hattest Du mal eine? Das nächste Traumbild - das Gespräch mit der Psychologin am Straßenrand - klingt ein wenig danach. Das wäre definitiv ein Weg um Deine Probleme in den Griff zu bekommen - doch das Traumbild (der Streit mit dem Pfleger) klingt ein wenig so, als hast Du dazu keine Lust - oder auch Schwierigkeiten damit umzugehen, Dich auseinander zu setzen oder eben Dich richtig darauf einzulassen.

Vielleicht glaubst - oder hoffst Du, dass eine Freundschaft oder Beziehung Dir helfen kann, aus Deinen Problemen herauszufinden. Das klingt für mich im nächsten Traumbild an. Die Couch ist ja ein klassisches Symbol für eine Therapie: eben 'sich auf die Couch legen' und über seine Probleme (Gedanken u. Gefühle) zu reden. Etwas, das man auch in einer Freundschaft oder nahen Beziehung macht.

Das erfordert allerdings Deine Bereitschaft Dich darauf einzulassen und Dich zu öffnen. Sowohl in einer Therapie, als auch in einer Beziehung. Etwas worüber Du anscheinend ja real nachdenkst - unbewußt, laut Traumbild - verweigerst Du das allerdings. D.h. Unbewußt bist Du dazu noch nicht bereit.

Die Kuscheltiere deuten nun noch eine weitere Ebene an: einmal Deinen Wunsch nach Nähe, aber gleichzeitig auch die Angst davor, dass hier Intimität ins Spiel kommt. Mit Kuscheltieren spielen Kinder in der Regel, hier wird Nähe + Wärme suggeriert oder 'erprobt' - jedoch ist das keine echte, menschliche Nähe.
Dir ist wohl bewußt, dass ein Junge, wenn Du Dich auf eine Beziehung mit ihm einlässt, eben durchaus auch körperliche Nähe haben möchte (eben vermutlich nicht nur Kuscheln, sondern durchaus mehr).
Dass B. im Traum diese Kuscheltiere wegräumt zeigt, dass Du Dir anscheinend Sorgen machst, dass er nicht bereit sein wird, sich lediglich auf ein (kindliches Kuscheltier-)Spielchen einzulassen. Du machst Dir offensichtlich unbewußt Sorgen, dass er dann auch richtig mit Dir schlafen will.

Wie Du schreibst hat Dich B. ja real noch nicht richtig wahrgenommen - doch Dein Interesse an ihm hat wohl diesen Traum hervorgerufen, da sich Dein Unbewußtes mit diesen ganzen Fragen beschäftigt, was Du tun sollst und was wäre wenn...

Du hängst sozusagen noch 'dazwischen' laut Traumbild (der Flur) - d.h. Dir ist durchaus klar, was Dein Problem ist und auch - zumindest unbewußt - was eine Beziehung mit jemandem bedeuten könnte: nämlich ähnlich wie in einer Therapie sich zu öffnen, aber nicht nur gedanklich u. emotional das Gegenüber teilhaben zu lassen, sondern letztlich auch körperliche Nähe zulassen zu können.

Vor all dem scheust Du aber noch zurück - deshalb das einerseits wollen (eine Beziehung, sich zu öffnen, gesund zu sein) - andererseits die Angst davor (vor dem Neuen, einer Veränderung, vor dem Öffnen, vor dem Leben).

Vielleicht ist der Hinweis am Ende des Traumes, als Du J. siehst, die Dich, im Gegensatz zu B. (im Traum) auch sieht, d.h. wahrnimmt.

Das könnte heißen: Erkenne was Dein Problem ist, nimm Dich selbst wahr. Erst wenn Du bereit bist, Dich mit Dir selbst u. Deinen Problemen auseinander zu setzen, bist du auch bereit, Dich jemand anderem zu öffnen.

Ich würde Dir in jedem Fall raten, eine ambulante Therapie zu machen - falls du nicht schon eine machst.

So verstehe ich Deinen Traum,
viele Grüße
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Re: Traum von einer Person in Psychiatrie

Beitragvon Levit » 03.02.2019, 17:25

Hallo ihr lieben,
Viielen Dank für eure ausführlichen Antworten - das hat vieles Klarer gemacht!
Ich möchte noch kurz etwas zu B. Erläutern, weil ich glaube dass er falsch rübergekommen ist. Ich sollte mir nicht mit B. Die Couch teilen, sondern mit einem anderen Jungen, B. War nur dafür da, die Kuscheltiere, die dem Jungen gehören, wegzuräumen.
B. Und ich sind im realen Leben etwas zwischen Bekannte und Freunde, er ist 10 Jahre älter als ich und wir arbeiten ehrenamtlich zusammen. Wir haben bereits einmal über meine Probleme gesprochen, ich traue mich nur nicht es wieder zu tun.
Ich empfinde ausser freubdschaft nichts für ihn, da bin ich mir gabz sicher.

Lg Levit
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Re: Traum von einer Person in Psychiatrie

Beitragvon plush » 03.02.2019, 21:06

Hallo Levit!

Träume stellen Botschaften des Unbewussten dar, die über Deine innere Situation berichten, die aber ausgelegt werden müssen. Dafür versetze Dich bitte nochmal in die Handlung Deines Traumes und suche eine Überschrift, die zu seiner Dramaturgie gefühlsmäßig passt, am besten eine poetische, so wie die Dichter für ihre Werke machen. Kannst Du Unterkapitel entdecken? Gegebenen Falls setze ihnen eigene Überschriften auf...

Im nächsten Schritt geht es um die einzelnen Symbole Deines Traumes

(Das Folgende ist ein Universal-Schema, gedacht, jedem sich neu meldenden Träumer ein kleines How-To zu vermitteln, das ihm helfen soll, seinen Traum vorzubereiten auf den anschließend von mir unternommenen Versuch, den Traum zu deuten. Versuche bitte, das Schema auf Deinen Traum anzuwenden, auch wenn in ihm gar keinen "Personen" vorkommen, sondern vielleicht nur ein Tier oder leblose Gegenstände.)

Von Personen, die Du kennst, erstelle bitte Charakterportraits, die ihre Vorzüge und negativen Seiten beleuchten, so dass man sich eine Vorstellung von ihnen machen kann. Wo vielleicht unbekannte Personen auftauchen, da skizziere sie nach ihrem Alter und Aussehen, Haarfarbe, Gesichtsausdruck, Haltung usw. Überlege auch, an wen, oder an was für ein Ereignis sie Dich erinnern könnten.

Für die nicht-personalen Symbole gilt, dass Du bei jedem für sich beschreiben sollst, wie es funktioniert, was es tut, woher es stammt (entsteht oder hergestellt wird) und wozu es sich selbst oder seinem Nutzer dient. Ob Deine Einfälle wissenschaftlich richtig sind oder nicht, ist unwichtig. Auf keinen Fall schau in einem Lexikon nach.

Ein Beispiel, um Dir das „Freie Assoziieren“ besser nachvollziehbar zu machen:

Ein Junge träumte, er wurde von einem Arzt untersucht; der stellt fest: ein Organ liegt schief und soll operiert werden. Darnach schickt er ihn ein Stockwerk höher, um von drei anderen Ärzten seine Nase untersuchen zu lassen; sie entdecken Polypen, die sollen vorher operiert werden.

Dieser Traum hat 5 Symbole, die der Junge beschrieb wie folgt:

Ärzte: Sie haben Gesundheitsmodelle, die erlauben, Krankheiten zu erkennen.
.......................Gesundheit: Naturzustand

Organ: Körperbestandteil, das man braucht zum leben.
..........Körper: Ein Teil der Seele, die auch einen Geist hat.
......... Geist: Der Seelenteil, der gesundes und krankes unterscheidet.

operieren: Eingriffe machen, die die Heilung fördern.

Nase: zum Luft holen und Riechen
.............Luft: ein lebensnotwendiger Stoff.
.............Riechen: Qualität der Nahrung prüfen.

Polypen: Verstopfen die Nase.

Wie Du siehst, beim Beschreiben der ursprünglichen 5 Symbole tauchen neue auf, die auch definiert und beschrieben werden sollen. Je mehr "Freie Assoziationen", um so besser.. Seinem Traum gab der Junge die Überschrift "Unangenehme Überraschung".

Ich freue mich auf Deine Vorbereitungen!
Herzlichst, Plus
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Re: Traum von einer Person in Psychiatrie

Beitragvon Picadora » 04.02.2019, 11:59

Hey Levit,

vielen Dank für Dein feedback. Schön, dass Dir unsere Antworten den Traum verständlicher gemacht haben.

Ja, das mit B. war tatsächlich etwas missverständlich. Klang für mich so, als hättest Du ein Auge auf ihn geworfen. :wink:

Dann behandelt der Traum umso mehr Dein inneres Thema + Dilemma, also die Frage, wie Du Deine psychischen Probleme in den Griff bekommst.
Den Großteil meiner Deutung würde ich nach wie vor so stehen lassen, bleibt dann nur nochmal die Situation mit der Couch + den Kuscheltieren:

Letztlich denke ich nach wie vor, dass die Couch ein Symbol für Therapie (und die Bereitschaft Dich dafür zu öffnen) darstellt. Erst hast Du - am Anfang - kein Bett (also kommst nicht zur Ruhe, was Deine psychischen Probleme angeht) - hier wird Dir dann sozusagen die Möglichkeit angeboten - durch Mit-teilen zur Ruhe zu kommen, doch das möchtest Du nicht - Du verweigerst Dich.

Entweder das bezieht sich generell auf Deine Schwierigkeit 'über Dich' und Deine Probleme zu reden - oder Du kannst es Dir nicht vorstellen 'vor anderen' (also vielleicht in einer Gruppensituation - oder auch vor einem unbekannten Therapeuten) über Dich zu reden.

Für mich klingt (nun da B. eine andere Rolle hat) da durch, dass es sich vielleicht auch um frühere Probleme handelt. Vielleicht fiel Dir das Reden über Dich (eben auch in einer Therapiesituation) bislang schwer - nun ist allerdings B. da aufgetaucht, jemand zu dem Du Vertrauen aufgebaut hast, der schon älter ja 'erwachsen' ist und nun räumt er dann auch noch diese Kuscheltiere (das Kinderspielzeug) weg - sozusagen um Dir die Couch frei zu machen.
Da klingt schon durch, dass Du Dich ihm wohl anvertrauen möchtest. Und warum nicht - Du könntest ihm z.B. sagen, dass es Dir gut getan hat, als ihr schon mal geredet habt u. dass Du z.B. (s)einen Rat haben möchtest. Dennoch wirst Du alleine über das Reden mit ihm Deine Probleme nicht lösen. Dafür sind psycholog. ausgebildete Therapeuten zuständig.

Symbolisch betrachtet klingt hier entsprechend auch eine Art Aufforderung an Dich durch, zu erkennen, dass Du nun nicht mehr das 'Kind' bist, das Du mal warst. Du bist erwachsener geworden u. kannst nun für dich entscheiden, wie Du mit Deinen Problemen umgehen willst. Und kannst nun vielleicht Deine Abwehr gegen eine Therapie überwinden - also vielleicht wäre es tatsächlich an der Zeit, doch noch einmal eine Therapie in Angriff zu nehmen. Das muss ja nicht zwangsläufig in einer Psychiatrie geschehen. Such Dir eine/n gute/n Therapeuten, der/m Du vertraust.


soweit,
viele Grüße Pica
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