Mein Traum von der Nacht vom 04.10. auf den 05.10.1992

Hier können sich Besucher untereinander Träume posten und helfen, diese zu deuten.

Moderator: Mirakulix

Antworten
Benutzeravatar
Blue Moon
Traumolog(e/in)
Beiträge: 34
Registriert: 06.10.2010, 22:51
Kontaktdaten:

Mein Traum von der Nacht vom 04.10. auf den 05.10.1992

Beitrag von Blue Moon »

Wie im Forum "Traum und Wirklichkeit" angekündigt, habe auch ich zwei Träume, die zu deuten wären. Einen, den ich auch schon versucht habe, deuten zu lassen (ohne Erfolg), werde ich jetzt einmal in guter Hoffnung hier hineinstellen. Bitte keine Antworten wie "Liest sich wie ein Roman", "Ist der aber lang", "Stoff für ein Buch", "Deute doch selbst als Seher" - davon hatte ich genug. Danke für jegliche Hilfe.


Traum 04.10. auf 05.10.1992

Ich habe eine gute Freundin, die ebenso wie ich, einige besondere Fähigkeiten besitzt. Sie hat lange dunkelbraune Haare und grüne Katzenaugen. Immer wenn wir fortgehen, macht sie sich zurecht wie in den 60er Jahren. So auch an diesem verhängnisvollen Abend. Es ist schon längst dunkel. Wir gehen durch einige enge dunkle Gassen, und auf einmal haben wir uns verlaufen. Danach ist es wie ein Blackout gewesen. Als wir wieder aufwachen, befinden wir uns in einer riesigen dunklen Halle. Das Licht geht auf einmal an. Ich sehe neben mir in einer Reihe Arbeiter, die wie Puppen aussehen, so steif und starr. Es sind Bergbauarbeiter. Vor mir ist eine tiefe Schlucht, auf der unten Geleise führen. Diese Schlucht trennt mich von meiner Freundin. Die Anordnung der Arbeiter auf der Seite meiner Freundin ist die gleiche. Wir beide tragen grüne Kittel. Auf einmal ertönt eine monotone Stimme: "Fangt an zu arbeiten!" Die Puppen setzen sich in Bewegung. Einer schwingt genau seinen Pickel knapp über meinem Kopf hinweg. Es ist so eng; ich kann mich nicht bewegen, sonst bekomme ich irgendein Arbeitswerkzeug ab. Meine Freundin schaltet nicht so schnell. Sie versucht, rechts und links auszuweichen und rempelt überall an. Mit einem Mal verliert sie die Nerven, schreit und tobt. Ich rufe ihr zu: "Schalte deinen Verstand aus. Das ist alles nur eine Täuschung. Die wollen uns seelisch kaputt und verrückt machen, aus was für einem Grund auch immer!" Aber es ist zu spät. Sie hört mich nicht mehr. Sie stößt noch ein paar Mal mit den Arbeitern zusammen, läßt einen langen schrillen Schrei heraus, rennt auf die abtrennende Schlucht zu und stürzt hinein.

Eine ganze Woche - denke ich - daß ich da gestanden habe. Da geht auf einmal das Licht wieder aus, aber nach einer Weile wieder an. Herein kommt eine Frau, die wie eine Aufseherin aussieht, an ihrer Seite ein anderes Mädchen, ebenso wie ich in einem grünen Kittel. "Schichtwechsel!", ruft die Aufseherin. An der Stimme erkenne ich die Person, die die Arbeiter in Gang gesetzt hat. Sie geht mit mir hinaus, und das andere Mädchen muß dort verweilen. Sie bedeutet mir, daß ich mich anziehen und gehen kann. Das will ich auch tun, aber ich finde meine Schuhe nicht mehr, also bleibe ich in dieser grünen Kluft. Meine Kleider, meine Papiere, alles lasse ich dort und denke nur noch: Weg! Weg!

Als ich den langen Gang hinter mir habe, komme ich in eine hell erleuchtete Halle. Es sieht aus wie in einer Krankenhausklinik. Es fahren Pfleger mit Rollstuhlpatienten durch die Halle, aber alle tragen sie weiße Kittel und keine grünen. Ich drehe mich um und sehe einige Schilder, die wie Wegweiser an der Wand angebracht sind. Mich interessiert der Ort, an dem ich eine Woche verbracht habe. Aufmerksam lese ich: Spezialbehandlung für paranormale Phänomene. Auf einmal geht mir ein Licht auf und ich denke: Nur raus hier, wenn die bemerken, daß ich nicht das geworden bin, was sie aus mir machen wollten, bringen die mich ohne zu zögern um ... und renne auf den Ausgang zu. Ich bin schon durch eine automatisch öffnende und schließende Doppelglastüre durch, da meldet sich schon wieder mein Verstand: Mein Gott, was machst du ohne Papiere! Du mußt zurück und zumindest deine Papiere holen!

Ich renne zurück. In der Halle sehe ich eine Frau, die offensichtlich nicht zum Krankenhauspersonal gehört und auch keine Patientin ist, sich aber liebevoll um einige Patienten bemüht. Im Zentrum der Halle sind viele Patienten versammelt. Ich frage diese Frau, was vorgeht. Sie sagt, sie ist eine Fluchthelferin. Sie hat einen Heißluftballon, nur auf diese Art und Weise kann man hier herauskommen, auch wenn man angeblich entlassen ist. Aber es kommen nur Flüchtlinge an Bord, die ihre Papiere bei sich haben. Ich sage ihr, daß ich gerade zurück möchte, um sie zu holen. Da ich aber um mein Leben fürchte, bitte ich sie, mitzugehen und die Aufseherin abzulenken. Bereitwillig kommt sie mit. Den Weg kenne ich nun genau. Als ich mit ihr von der hell erleuchteten Halle in den dunklen Gang eintrete, sagte sie erstaunt zu mir: "Was, da sind Sie drinnen gewesen und heil wieder herausgekommen? Sie sind wahrhaft ein Phänomen, denn da kommt normalerweise keiner wieder heraus!"

"Lenken Sie bitte nur die Aufseherin ab", flehe ich. Ich gehe an den Kleiderspint. Die Aufseherin kommt und hat uns beide sofort gesehen. "Ach, Sie sind es. Sind Sie nicht die Journalistin vom Daily Mirror?", platzt die Aufseherin sofort los. Ich ziehe mich an, suche und finde meine Papiere. Zuletzt fragt die Journalistin die Aufseherin, ob sie mich mitnehmen könne. Die Aufseherin entgegnet: "Die können Sie mitnehmen. Sie ist vollkommen wertlos für uns. Schade, und ich habe gedacht, daß es wirklich einmal jemand von denen schafft, nicht einer Sinnestäuschung zu erliegen. Wir sind dafür da, Phänomene, die der Welt gefährlich werden, aus dem Weg zu räumen. Ich habe mich schon gesorgt, daß es in diesem Fall nicht geklappt hat, aber sie ist genauso verrückt geworden wie alle anderen, nur noch am Leben."

Wir beide sind über die Aussage schockiert und gehen zusammen zum Heißluftballon.

(Ende)


Irgendwo hatte ich gelesen, daß Alter und Geschlecht zur Zeit des Traumes angegeben werden sollte: Also ich bin weiblich und damals (1992) war ich 25 Jahre alt. Vielleicht ist noch zu erwähnen, daß ich seit meinem 8. Lebensjahr mit dem Paranormalen konfrontiert bin.

Dieser Traum hatte verursacht, daß seitdem eine Diskrepanz zwischen mir und irgendwelchen Wissenschaftlern herrscht. Wenn möglich gehe ich ihnen aus dem Weg. Auch gegenüber dem Staat hatte ich eine ausgeprägte Skepsis entwickelt. Mittlerweile weiß ich, daß nicht alle gleich sind, auch nicht bei den Wissenschaftlern....aber da ist eine Kluft, die geht nicht fort.

Liebe Grüße
Blue Moon

P.S.: Ich gebe euch auch gerne ein Feedback. Danke im voraus für Deutung und Hinweise.
Seelen -
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
Benutzeravatar
Blue Moon
Traumolog(e/in)
Beiträge: 34
Registriert: 06.10.2010, 22:51
Kontaktdaten:

Beitrag von Blue Moon »

Vielen Dank für deine Antwort, Ghost, und deine Deutung.

Auf jeden Fall habe ich dort etwas verarbeitet, das ich als "altes Denken" bezeichnen würde, denn seit 1995 (drei Jahre später) habe ich einen anderen Weg eingeschlagen. Für einige zum Nachteil, für mich von Vorteil.

Vielleicht sollte ich noch etwas zu meiner Lebenssituation damals und zu meinem Verhältnis zur Herrenwelt sagen.
Wenn du es liest, vielleicht kannst du dann sagen: Oh, das hätte auch sein können.

Wie gesagt, hatte ich schon sehr frühe Erfahrung mit dem Paranormalen. Logisch, mit 8 Jahren konnte ich noch nicht damit umgehen. Damals besuchte mich jede Nacht ein Schattengeist, vor dem ich so furchtbare Angst hatte, obwohl er mir gar nichts tat. Er saß immer nur am Fußende, mit gebeugtem Haupt, die Hände vor dem Gesicht, als ob er weine. Manchmal kam begleitend hinzu, daß mein Bett rüttelte und ich das Gefühl hatte, daß es kippte. Ich hatte eben Angst, richtige Angst. Heute weiß ich: Sie war unberechtigt. Aber nachdem die vier Jahre vorbei waren und der Geist mich so blitzartig verließ, wie er kam, fand in mir eine Veränderung statt.
Ich hatte so etwas, was wohl in der Fachwelt "spirituelles Erwachen" oder "psychic awakening" genannt wird. Freundschaften mit anderen Kindern waren fast nicht gesät, denn ich war "komisch", aber nicht im Sinne von lustig. Ich war da, damit man sich über mich lustig machen kann, mich hänseln und verkloppen konnte. Die Lehrer meinten, meine Mutter sollte mich doch in ein Glashaus stecken. Obwohl meine Mutter alles für mich tat, fühlte ich mich doch in wesentlichen Dingen, bei denen ich sie gebraucht hätte, alleine gelassen. Sie sagte immer: "Geister sind Humbug. Klar können manche Menschen sie sehen, aber warum sollst du es gerade können". Mein Vater hatte damals wenig Zeit, weil er ständig geschäftlich unterwegs war. Also suchte ich einen Fluchtweg aus dieser verdammten Welt. Mit 12 Jahren fing ich dann an, mich in die transzendentale Meditation zu flüchten. Abschalten, diese Welt nicht mehr mitbekommen zu müssen. Und dann fand ich den Zugang zu schöneren Welten, die mir mehr boten, als die hiesige. Ich fand meine Freude und mein Vergnügen in Astralreisen. Damals gab man mir den Stempel "Träumerle", aber sie hätten mich nicht so einfach wie beim Träumen zurückholen können.

Damals machte ich eben auch meine ersten Versuche mit der Telekinese, beeinflußte Würfel beim Spielen, einfach um den anderen zu zeigen, daß ich gewinne und sie Verlierer sind. Ich bewegte ein paar Objekte. Schön und gut für mich. Es gab mir Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Ich kapselte mich total von der Außenwelt ab und lebte nur noch mit dem "Geist", also hatte den Kontakt zum Boden vollständig verloren und auch zu den Menschen um mich herum, weil ich sie nicht für wert erachtete und sie als dumm betrachtete. Ich lernte immer mehr Dinge von mir kennen, die ich dann auch vertiefte, solange bis ich in der Lage war, Zustände gewollt hervorzurufen.
Was ich damit sagen wollte, ist, daß ich mir dessen, was in mir wohnte, vollständig bewußt war, es aber nur falsch einsetzte. Ich war so "schwarz" wie die Nacht. Das sollte nicht mein Ziel sein.

Es gab wieder eine Veränderung in mir, als ich 18 Jahre alt war. Das war im Jahr 1985. Diese Zeit dehnte sich aus bis 1995 und spielt im Traum eine Rolle, eine Verarbeitungsrolle. Ich bekam wieder mehr Kontakt zu Menschen. Es fand das übertriebene Gegenteil statt. Voll bewußt meiner Überzeugung wollte ich sie den Menschen näher bringen. Ich wollte den Menschen helfen, ihnen Gutes tun, die Augen öffnen. Damals war alles noch in den Kinderschuhen hier in Deutschland, was das Paranormale anging. Nicht so wie heute. Heute ist die Esoterik (mit der ich wenig zu tun habe, sondern mehr mit Grenzwissenschaften) ein willkommener anerkannter Zweig. Früher war sie hier so unbekannt wie es heute noch z.B. Indigomenschen oder Hochsensible Personen sind. Andere Länder waren in dieser Hinsicht offener und weiter fortgeschritten. Also tendierte ich mich hauptsächlich zu den USA.
Jedenfalls war alles Paranormale im Jahre 1992 relativ Humbug. Wissenschaftler gab es nur, um diese Phänomene zu widerlegen. Sie nannten sich "skeptische" Vereinigungen. Im Grunde konnten sie nur eine Pattsituation hervorrufen. Eines dieser Institute, das solche Experimente durchführt, ist in meiner Nähe. Ihr Ziel war es, meine telepathischen Fähigkeiten zu widerlegen, was sie nicht konnten. (Könnte das vielleicht im Traum das Thema mit den Wissenschaftlern darstellen?).
Damals gingen auch sehr viele Gerüchte um, über die USA, die versuchte Paranormales zu verschleiern. Sie hätten Außerirdische gefangen und seziert. Auch paranormale Menschen wären aus dem Weg geräumt worden, weil sie nicht wollten, wie sie sollten. Natürlich war das Hollywood-Stoff, der vielleicht auch in manchen Filmen auftachte. Damals schaute ich mir auch entsprechende Filme an wie "Firestarter". Ich habe zwar nicht solche Fähigkeiten, aber es machte mir Angst.
Der Inhalt des Filmes. Die Berichte, über die geheimen Akten. Das Experiment, das ich selbst mitgemacht habe. Habe ich das im Traum verarbeiten wollen?

Dadurch, daß ich unbedingt helfen und den Menschen sagen wollte, es gibt mehr als ihr glaubt und als ihr seht, rannte ich Wände ein. Ich rannte mehr Wände ein, als ich positiv nutzen konnte. Es waren einige wenige, die sagten, wir versuchen es einmal. Aber es war zu wenig, um das es mir helfen konnte. Ich begann an mir selbst zu zweifeln und war innerlich wie zerrissen. Du kannst ihnen doch helfen, aber sie wollen ins Unglück rennen. Du mußt hilflos zusehen, wie ach so dumm manche sich benehmen und dann einfach nicht wissen, wie manches folglich zustande kam, was für mich eigentlich logisch war. Es war sehr furchtbar für mich, weil das Ganze auch noch davon überschattet war, daß ich unter Hochsensibilität leide. Das hat das Ganze noch einmal verstärkt. Ich habe versucht den Leuten klar zu machen, daß ich das, was sie fühlen, doppelt oder dreifach so stark fühle/spüre. Mehr als dummes Gelächter kam dabei nicht heraus.

Nun die Herrenwelt: Mit Frauen hatte ich meist ein schlechtes Verhältnis. Meist waren und sind es Frauen, die mich im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung strietzten oder mich bei Arbeit mobb(t)en. Mit Männern hatte ich diese Probleme nicht. Es war immer eine sehr gute Zusammenarbeit nur ich alleine unter Männern. Damals (1992) kannte ich auch schon meine Wochenendbeziehung, mit der ich heute noch zusammen bin (22 Jahre sind es jetzt - fast länger als manch Ehepaar). Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch, eine "tägliche" Beziehung wäre zu einengend für mich. Mein Freund war es damals auch, der als erster bestätigte und für mich sprach, daß was ich mache, möglich ist. Er nutzt meine Fähigkeiten heute noch für bestimmte Situationen oder Informationen, um mich zu unterstützen. Wir helfen uns gegenseitig.
Also Männer sind kein Problem. Ich denke, viele Frauen leben in einer Art "Konkurrenz- und Neid"-Denken. Das ist die Erfahrung, die ich gemacht habe.

Kannst du mit diesen vielen Daten noch etwas bei der Deutung anfangen?

Dankeschön für deine Mühe, Ghost. Ich schätze das sehr.

Liebe Grüße
Blue Moon
Seelen -
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
Benutzeravatar
Blue Moon
Traumolog(e/in)
Beiträge: 34
Registriert: 06.10.2010, 22:51
Kontaktdaten:

Beitrag von Blue Moon »

Diese eine Männerbekanntschaft bezieht sich rein auf eine private Partnerschaft. Natürlich traf ich viele Männer auf meinem Weg. Ich kannte logischerweise auch Männer, bevor ich meinen Partner fand. In der Schule war meist ich es, der sich auf die Seite der schwächeren gestellt hat. Wir waren die schlimmste Klasse. Ich war auf der Seite meines Lehrers. Und wir haben uns öfter miteinander ausgetauscht. Ich konnte es nicht mitansehen, daß sie versuchten, ihn psychisch fertig zu machen. Ebenso geschah es später in den Firmen bei verschiedenen Arbeitsplätzen, daß ich mit einem anderen Außenseiter "allein gegen alle" spielte.
Was damals Kritik anging, hatte ich wohl genug davon, deshalb zählte erst einmal jede Unterstützung.

Ich denke vielleicht schon, daß ich damals das Damalige verarbeiten wollte. Damals auf den Traum bezogen, weil dieser ja auch schon wieder 18 Jahre zurückliegt. Aber du hast recht, ich hatte damals wahrscheinlich nicht genug der überzeugenden Mittel. Das mag auch daran liegen, daß ich zum Teil selbst nicht mit mir im Reinen, eben zerrissen war. Ich war damals auch zu introvertiert, um mich der Öffentlichkeit zu öffnen.

Die Diskussion finde ich prima. Es findet sich heutzutage selten jemand, mit dem man so offen und direkt diskutieren kann. Das ist sehr förderlich, denn durch gute Diskussionen und konstruktive Kritik lernen wir.

Um jetzt noch auf dein Beispiel zurückzukommen: Jesus.
Ich denke, daß Jesus ein spiritueller Mensch oder Indigo seiner Zeit war. Er hatte die "Wundertätigkeiten" (die Menschen nannten es damals so, weil es noch nicht die heutigen Bezeichnungen dafür gab wie Geistheilung und sonstige Dinge, die Jesus bewerkstelligte), um seine Jünger zu überzeugen. Die Jünger folgten ihm auch, und er war sehr beliebt. Aber für andere wurde er auch wieder unbequem deshalb. Für den Hohepriester Kaiphas wohl in erster Linie. Der wollte ihn beseitigen, was ihm dann auch gelang.
Jetzt sind wir wieder beim Punkt meines Traumes: Die Furcht, daß Menschen mit "Wundertätigkeit" aus dem Weg geräumt werden von Staat oder Wissenschaft.

Ein neuer Anknüpfungspunkt? Ich freue mich auf eine weitere gute Diskussion.

Liebe Grüße
Blue Moon
Seelen -
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
Benutzeravatar
Blue Moon
Traumolog(e/in)
Beiträge: 34
Registriert: 06.10.2010, 22:51
Kontaktdaten:

Beitrag von Blue Moon »

Wie ich sehe, verläßt das Thema langsam immer mehr meinen Traum, aber es ist in Ordnung. Vielleicht sollten wir dann aber einen neuen Diskussionspunkt unter "Träumer unter sich" aufmachen, um einen Gedankenaustausch weiter zu führen? Was hältst du davon?
Auf jeden Fall möchte ich doch noch auf deine Punkte eingehen.

Ich bin mit dir einer Meinung, daß Menschen Irrtümern unterliegen. Sehr oft sogar und mehr als genug. Das ist auch möglich, daß die Verarbeitung alter Rest sich nicht mehr ausblenden läßt, wenn sie ein Mensch mit psychologischer Ausbildung betrachtet. Dies kann ich leider nicht beurteilen, da ich ein solcher nicht bin. Ich habe zwar zwei Ausbildungen, aber Psychologie fällt nicht darunter. Zugelassen waren sie zu jederzeit, nur gab es von Seiten der Männer in der Berufswelt z.B. selten Kritik, weil eine ganz andere Denkweise vorherrschte. Jedenfalls in den Bereichen, in welchen ich bis jetzt gearbeitet hatte. Kritik kam hauptsächlich immer von Frauen, aber meist aus Gründen des Konkurrenkampfdenkens.

Ich weiß, mir ist die Universität von Freiburg ein Begriff und erinnert mich an Professor Bender, der schon zwanzig Jahre oder noch länger tot ist. Das war jemand, der wußte, was er tat. Und ich sage heute noch: Hut ab! Aber Bender war eine Ausnahme in einem großen Feld. Er hat wirklich versucht, aufgrund von wissenschaftlichen Mitteln Parapsychologie zu beweisen, während andere versuchen, sie zu widerlegen.

Momentan weiß ich nicht, wie der Stand der Forschung ist. Es hat für mich schon lange an Wichtigkeit verloren. Wichtig ist für mich in erster Linie, daß ich an mich selbst glaube. Ich bin ich. Ich weiß, was ich kann. Ich muß nicht demonstrieren, um geachtet zu werden. Ich muß auch nicht krampfhaft auf die Menschen zugehen und ihnen meine Hilfe anbieten. Die Menschen, die mich suchen, werden von sich aus zu mir kommen. Ich muß ihnen nicht nachlaufen. Diejenigen, die nicht kommen, sollen ihr Leben nach ihrer besten Auffassung und Gewissen leben. Von mir aus mag der, wer möchte, im tiefsten Mittelalter stecken bleiben. Damit habe ich kein Problem mehr. Über das Problem unbedingt helfen zu müssen und jedem bin ich hinausgewachsen.

Was würdest du sagen, wenn ich nicht an Gott glauben würde? Ich hatte in letzter öfter mit religiösen Fanatikern zu tun. Dabei rede ich nicht von Moslems oder Buddhisten, nein von Christen, die krampfhaft versucht haben, das Wort Gottes zu missionieren.
Ich bin multi-religiös, also kein Problem. Um aber den Schubladen gerecht zu werden, sehe ich mich als spirituell, Buddhist, Heide und Christ.
Also mit mir kann man über die Bibel, Gott, Jesus, die Apokryphen (die ja schon wieder als unchristlich dargestellt werden, weil sie beim letzten Konzil nicht kanonisiert wurden) reden. Nur vielleicht sehe ich sie anders, als es jetzt ein reiner Christ sehen würde.
Die Bibel ist für mich ein Geschichtsbuch. Obwohl sie für viele unwahrscheinlich klingen mag, steckt doch viel Wahrheit in ihr. Ein Nachteil war, daß die Ereignisse sehr lange von Mund zu Mund weitergegeben wurden, bevor eine Niederschrift erfolgte. Dies verfälschte etwas den Inhalt, fügte Dinge hinzu, bauschte Dinge auf, ließ auch Dinge aus.
Ein höheres Wesen oder Weltenlenker nur als Gott zu bezeichnen ist rein ein Frevel, denn dieses Wesen hat sehr viele Namen. In jeder Religion hat es eine andere Bezeichnung, in jedem Land einen anderen Namen: Gott, Jehova, Jahwe, Buddha, Allah - bestimmt noch sehr viele mehr. Ich nenne es viel lieber, wenn schon, höheres Wesen. Passender finde ich dennoch, es einfach kosmische Energie zu nennen, weil es jedes Lebewesen energetisch durchflutet.
Und wenn schon Gott: Benötigt Gott eine Kirche? Benötigt Gott ein Gebet? Nein, Gott benötigt uns, die Menschen. Gott wohnt in uns, wenn wir ihm unsere Herzen öffnen (spielt jetzt einmal keine Rolle, ob es jetzt Gott oder eine der anderen Bezeichnungen ist. Gott ist ein Beispiel hier). Er benötigt kein Gebäude aus Stein und keine Kreuze. Er benötigt Wärme und Willkommenheit. Er wohnt in den Herzen und von da aus spricht und handelt er. So ist jeder, der Gott in sein Herz läßt, Gott und Gott ist auch wir. Wir sind Gott, denn wir reden und handeln mit und für ihn.
Und Jesus ist für mich, wie bereits erwähnt, einfach ein höchst spiritueller Mensch, in dem einige Gaben wohnten, die er zum Wohle der Menschen einsetzte und um ihnen zu helfen.
Wie du selbst schriebst, stieß er leider sehr oft auf Mißverständnis. Ich achte solche Menschen wie ihn, aber sehe ihn auch nicht als etwas Besonderes wie Sohn Gottes.

Es mag sein, daß es vielleicht für viele eigenartig klingt, wie ich über Jesus denke, aber ich bin eben kein rein-Christ. Wenn ich die Wahl habe, so bevorzuge ich die Lehre von Jesus dem Nazarener als die Lehre von Jesus aus dem Christentum.

Glaube mir, die Menschen werden sich schon bzw. haben sich schon gefunden. Ich binde sie auch nicht fest. Wenn ich helfen konnte, gehen auch einige wieder, leben ihr eigenes Leben. Das ist mein Ziel, Menschen wieder aufzurichten, die am Boden sind, die ersten Schritte mit ihnen zu machen, bis sie wieder auf eigenen Füßen stehen können. Das erfordert keine wissenschaftlich attestierten Diplome. Wenn ich nur denen demonstriere, die zu mir kommen, das ist vollkommen genügend und zufriedenstellend.

So, und jetzt sind wir ganz vom Traum fort *lach*.

Ich danke dir noch einmal für die Deutung. Es war eine interessante Erfahrung, was für Gedanken einem Außenstehenden hochkommen, wenn er damit konfrontiert wird.
Ich habe auch sehr die Diskussion geschätzt, würde mich auch freuen sie weiter zu führen und überlasse es dir, einen neuen Thread zu öffnen, wenn du sie auch weiterführen magst. Ansonsten hat es nicht sollen sein.

Alles Liebe und Gute für dich
Blue Moon
Seelen -
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
Amyth
Traumaturg(in)
Beiträge: 120
Registriert: 11.10.2010, 22:57

Re: Mein Traum von der Nacht vom 04.10. auf den 05.10.1992

Beitrag von Amyth »

Hallo Blue Moon,

nur eine kleine unkonventionelle Idee zu deinem Traum, die du vielleicht einmal erwägen magst. Es könnte sich bei deinem Traum auch um einen hochdramatischen Aufwachtraum handeln.

Im Schlaf bist du möglicherweise den körperlichen Prozessen sehr nahe, bis in die mikroskopische Ebene. Eine Fähigkeit, die ich nur von hochsensiblen und den fremden Welten aufgeschlossenen Menschen kenne. In diesen verborgenen Nachtabgründen deines Körpers triffst du auf all die monoton und eisern "Arbeitenden" (Funktionseinheiten, Zellen), die nur exakt eine Aufgabe zu versehen haben. In dem Fall scheint es um Verarbeitung und Abtransport zu gehen, so wie es beispielsweise in der Leber geschieht.

Natürlich würde es einen verrückt machen, wenn man all diese Dinge ständig bewusst wahrnimmt.

Die Aufseherin könnte in diesem Deutungsbild die "Oberaufsicht" aus der Schaltzentrale Gehirn repräsentieren, ein Teil deiner selbst. Sie muss so strikt sein, damit alles im Organismus weiterhin gut läuft und du leben kannst.

Aus dieser tiefen Traumerfahrung, die etwas Bedrohliches hat, fällt es dir schwer, ins Wachbewusstsein des Tages zu gelangen. Es ist wie eine Flucht. Der Verstand meldet sich mit seiner Forderung nach "Papieren". Und bezeichnenderweise ist die hilfreiche Frau tatsächlich vom "Daily Mirror", also vom "Spiegel des Tages". Sie spiegelt vielleicht das erste Tageslicht wieder und rät dir zu dem sanft aufsteigenden Heißluftballon. (Der Gegensatz wäre ein digitales Umschalten von "schlafend" zu "wachend".)

Das helle Licht draußen ist in diesem Bild ein Indiz für das Erwachen.

Die Freundin: der Teil deiner selbst, welcher am nächsten Tag nicht mehr lebt? (Ständig stirbt etwas in uns.) Die Leute in den Rollstühlen: "noch nicht wieder ganz auf den Beinen"?

Du magst diesen Deutungsvorschlag für sehr prosaisch halten. Und ich möchte es im Moment nur bei dieser allgemeinen Skizze belassen. Mal sehen, was du dazu meinst. Doch ich persönlich halte solche tiefe Nähe (wenn es das sein sollte!) zu körperlichen Prozessen für äußerst paranormal. :)
Liebe Grüße
Amyth
Joshua N.
Traumaturg(in)
Beiträge: 246
Registriert: 18.07.2009, 15:32

Beitrag von Joshua N. »

Die
Benutzeravatar
Blue Moon
Traumolog(e/in)
Beiträge: 34
Registriert: 06.10.2010, 22:51
Kontaktdaten:

Beitrag von Blue Moon »

Liebe Ghost,

eine Verbindung zwischen einem aktuellen Traum und diesem älteren. Ich weiß nicht, dies wäre wohl wie Tag und Nacht :lol:

Liebe Amyth,

was du geschrieben hast, klingt sogar recht logisch für mich. Teilweise mag dies vielleicht auch zutreffen. Vielleicht mußte ich nachts meinen körperlichen Boden finden, den ich tagsüber nicht hatte, weil ich zu sehr im Geist lebte. Für prosaisch halte ich ihn nicht unbedingt. Ich betrachte deine Deutung zumindest als eine Möglichkeit, obwohl ich mehr zu einer anderen Möglichkeit tendiere, die auch rein verarbeitungstechnisch zu sehen ist.
Vielleicht kannst du deine allgemeine Skizze noch etwas ausarbeiten, wenn du magst. Ich finde es interessant, deine Idee dazu zu hören.

Lieber Joshua,

danke, daß du reagiert hast. Ich hatte gestern abend daran gedacht, ob ich dir nicht eine PN schreiben sollte. Da aber du eher auf die Menschen zugehen magst, als daß sie zu dir kommen, aber ich vorsichtig einmal bei dir "angeklopft".
Es steht zwar nur das Wort "Die" in deinem Posting, aber mir ist schon klar, daß du auf deine Webseite verweisen möchtest. Dies ist aber hinfällig, da ich Dinge, die mich interessieren, sofort und ohne Aufforderung selbst anschaue. Also ich habe mir deine Seite am letzten Freitag ausführlich angesehen.
Wenn ich aber jetzt in meinem langen Traum jedes Keyword selbst deuten würde, wäre ich wahrscheinlich monatelang beschäftigt. Also habe ich den Versuch einer kleinen Selbstdeutung gewählt und hoffe, daß du damit etwas anfangen bzw. mir weiterhelfen möchtest.

Die Roboter in der Dunkelheit bedeuten sinnbildlich für mich die Herdenrenner, die breite Masse. Sie führen Tätigkeiten aus ohne zu fragen, lassen sich leiten ohne selbst zu denken. Eine Trägheit des Lebens, ein Mechanismus. Sie sehen das spirituelle Licht nicht, denn sie haben Angst vor etwas Neuem, also leben sie in ihrer "Dunkelheit". Ich und meine Freundin in dem Traum sind einfach "Menschen, die anders sind als die breite Masse". Weil die Masse uns fürchtet, möchte sie uns entweder vernichten oder für sich gewinnen. Meine Freundin wurde von der Masse überzeugt, gab ihre Freiheit und Selbständigkeit auf und lief über (der Sturz in die Schlucht). Die Aufseherin ist die Anführerin/Leiterin der "Hammelherde", die vorgibt und diktiert, was zu sein hat und zu machen ist. Der Heißluftballon ist schon eine Flucht, eine Flucht in die spirituelle Freiheit, frei von unsinnigen Befehlen, die sich sowieso zum Teil widerstreiten. Frei von Fragen nach dem Warum? Warum gibt es so viele Erdrutsche? Warum haben wir bald Wüste? Weil ihr die Bäume abgeholzt habt, ihr "...." (verkneife mir jetzt den Ausdruck). Flucht in eine bessere Welt, wo all dieser tägliche Seelen-/Psychoterror nicht verhanden ist. Die Journalistin ist einfach jemand, der auch spirituell ist. Wir helfen uns gegenseitig.

So würde ich jetzt den Traum selbst deuten. Natürlich aus heutiger Sicht, die sehr viel anders ist als meine Sicht vor 18 Jahren. Damals war ich sehr labil und unsicher.

Danke für weitere Reaktionen.

Blue Moon
Seelen -
auch deine sind wie Vögel unter dem Himmel.
Wenn du verzweifelt bist,
werde ich dir meine Flügel leihen,
um dich frei fliegen zu sehen.
Und du wirst alle besiegen,
wenn es sein muß auch dich selbst;
denn du bist glücklich
und frei.
Joshua N.
Traumaturg(in)
Beiträge: 246
Registriert: 18.07.2009, 15:32

Beitrag von Joshua N. »

Liebe Blue Moon!

Ich würde Dir sehr gern weiter helfen, wüsste hierfür jedoch keinen besseren Weg, als den der leider ebenso aufwendigen wie langwierigen psychoanalytischen Traumdeutung. Ohne die kann ich Dir nicht mehr sagen, als Du wahrscheinlich selbst schon weißt oder ahnst: Deiner Deutung nach müsstest Du - wie Freud übrigens auch - ein echter "Außenseiter" sein, d.h. der psychisch-emotionellen Grundhaltung nach eine Angehörige der kleinsten von allen "Randgruppen", die anders als die weitere Randgruppe der Gescheiterten Existenzen, die breite Normalen Masse als Basis und die Elite im Gypfel der gesellschaftlichen Machtpyramide auf der Suche nach den echten Werten ist, sich mehr oder minder effektiv dagegen zur Wehr setzend, vom "System" des Haschens nach den sog. Ersatzbedürfnissen mit Haut und Haar einverleibt zu werden. Das Vermögen hierzu setzt eine minimale Restgesundheit voraus...

"Labilität" wiederum setzt voraus, in diesem System geboren und während des Heranwachsens tiefgreifend "falsch" geprägt worden zu sein, wobei sich vermuten ließe, dass Du vor 18 Jahren eine Entscheidung zugunsten Deiner gesunden Inneren Natur gefällt haben könntest.

Vielleicht hast Du Lust, bei Gelegenheit anhand weiterer Träume auf den Weg der Selbsterkenntnis voranzukommen, dabei nach und nach Deine gesamte Vergangenheit verarbeitend.

Ich freue mich, Dich kennen zu lernen!

Dein Josh
Antworten