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Mit Mutter im Schwimmbad

BeitragVerfasst: 10.02.2019, 13:23
von LisaBt
Hey!
In meinem Traum den ich hatte ging es um meine Mutter und mich. Erst mal zu mir/uns: ich bin 21 jahre alt und meine Mutter ist vor ca 4 Jahren ausgezogen nach dem sich meine Eltern getrennt haben. Ich hab das alles gut verarbeitet was wahrscheinlich auch daran lag dass es für mich eigentlich gar nicht so schlimm war. Mit meinen Eltern habe ich eigentlich schon immer ein gutes Verhältnis. Jedoch hat es vor ca 1 1/2 Jahren angefangen, dass ich mit von ihr distanziert habe, ich hatte lang kein Interesse sie zu besuchen oder etwas zu unternehmen (wir haben uns trotzdem oft gesehen aber das lag eher daran dass ich nicht wollte dass sie traurig ist und denkt dass ich sauer auf sie bin), jedoch hat sich das dann vor etwa 6 Monaten geändert, ich habe mich dann tatsächlich sehr von ihr distanziert, ihr selten geschrieben und sie nicht oft gesehen. Natürlich leidet unsere Mutter-Tochter-Beziehung auch sehr darunter, sie kennt nicht mehr jedes Detail was gerade in meinem Leben vor geht oder ob ich gerade verliebt bin oder all die anderen Sachen die man mit der Mutter eben so beredet. Jedenfalls versuche ich gerade wieder mich ihr anzunähern, wir unternehmen auch öfter was oder ich besuche sie.
Und nun zu meinem Traum: wir waren an einem sehr heißen Tag im Schwimmbad (teilweise überdacht, teilweise nicht), das Wasser war sehr sauber und angenehm. Wir sind immer wieder unter den überdachten Teil geschwommen und dann wieder zurück in den freien Bereich, das lag daran dass, obwohl das Wasser eine angenehme Temperatur hatte, uns trotzdem immer wieder viel zu heiß war und wir nicht wussten wo es kühler ist.
Plötzlich fand ich mich in einem anderen Becken wieder, es war eins der überdachten Becken, es war sehr sehr niedrig und ziemlich warm. Dadurch dass das Becken so niedrig war, war es meiner Mutter und mir möglich uns in das Becken zu legen ohne unterzugehen und ganz entspannt auszuruhen. Neben uns war ein Mann, er lag auch in dem Becken, er trug aber keine Badesachen sondern ein (gelbes) Hemd und eine Krawatte, er war ein strenger Geschäftsmann. Ich meine mich auch daran zu erinnern, dass er im Becken geschäftliche Telefonate geführt hat. Ihn hat es gestört dass wir auch in diesem Becken lagen und ist dann gegangen. Uns kümmerte das nicht, wir lagen weiterhin unbekümmert da und ruhten uns aus. Irgend wann habe ich dann versucht zu schlafen und war auch kurz davor aber konnte es nicht weil ich mich plötzlich gefragt habe, ob meine Mutter noch da sein, oder ohne mich in ein anderes Becken gegangen sein wird.
Das war alles zu meinem Traum.
Ich denke, dass ich meine Mutter damals unterbewusst vielleicht doch als die “Böse“ gesehen habe, die uns zurück gelassen hat, ohne es wirklich zu realisieren, dem war ja nicht so, sie hat alles genau richtig gemacht aber ich war damals 17 und in diesem Alter sieht man gerade solche Dinge oft nicht so, wie sie wirklich sind. Aber eigentlich war ich nie kompliziert und habe auch schon als ich jünger war immer die Realität eingesehen. Ich dachte mir damals eigentlich immer dass es so besser sein wird, weil meine Eltern sich nicht mehr streiten und unter all dem leiden müssen und sie nur so glücklich werden können.
Ich bin gespannt auf eure Deutungen. :)
Danke schon mal!

Re: Mit Mutter im Schwimmbad

BeitragVerfasst: 11.02.2019, 02:55
von Picadora
Hey Lisa,

vielen Dank für die Hintergrundsinfos zum Traum, zu Dir und zu Deiner Beziehung zu Deiner Mutter!

Tatsächlich scheinst Du Dich im Traum mit der Beziehung zu Deiner Mutter auseinander zu setzen.
Das Schwimmbad würde ich als euren gemeinsamen 'emotionalen Bereich' ansehen. Ein Schwimmbad ist ja ein durchaus klar umgrenzter Bereich, dort gibt es gewisse Regeln, die man beachten sollte (also alles etwas 'strikter' als z.B. ein Natursee). Das spricht dafür, dass ihr beide - ganz so wie Du es auch beschrieben hast - keinen völlig 'natürlichen' Mutter-Tochter Umgang miteinander pflegt.

Dafür spricht auch die Überdachung, d.h. wohl, dass Du Dir schon einige Gedanken zu euren Treffen zu machen scheinst (überdacht = überdenken :wink:) - also hier läuft es nicht ganz so 'frei' und 'natürlich' ab, sondern durchaus nach (selbstaufgestellten) 'Regeln'.
Dennoch, das Wasser ist sauber u. angenehm, d.h. Du fühlst Dich soweit wohl, wie es damit läuft. Dass es mal 'heißer' und 'kühler' wird, das ist sicher einer Umschreibung für die Nähe (heiß) bzw. Distanz (kühler), die eure Beziehung, wie Du selbst schreibst, zu prägen scheint.
Offensichtlich fällt es Dir leichter, Dich in ihrer Nähe wohlzufühlen, wenn Du sozusagen die Termine und 'Regeln' bestimmen kannst. Und es klingt auch so, als falle es Dir leichter, in ihrer Nähe zu sein, wenn Du ihr nicht so furchtbar viel 'Intimes' über Dich erzählst. So klingt dieser Teil mit dem niedrigen, überdachten Becken auf mich. Also vielleicht so in etwa: wir bleiben lieber bei 'oberflächlicheren Thematiken', damit wir uns entspannt treffen können und ich mich nicht in dieser Mutter-Tochter-Beziehungs-Emotion verliere (oder darin untergehe).
Für mich klingt da im Traumbild schon durch, dass Du unglaublich vorsichtig bist - Dich da sozusagen an sie rantastest, doch sobald es einen Hauch zuviel wird, gleich wieder zurück schreckst - all dieses Überdachte (überdenken), da klingt schon durch, dass Du - und sei es auch nur unbewußt - Angst hast, Dich zu sehr in ihrer Nähe, in Deinem Gefühl für sie zu verlieren. Vielleicht aus Angst, dass sie Dich doch verletzen kann (oder dass die Verletzung in Dir, als sie wegging, nochmal nach oben geschwemmt wird - denn möglicher Weise hast Du es damals nicht wahrgenommen oder nur aus rationaler Sicht betrachtet u. deshalb gar nicht so recht 'gefühlt' was es in Dir ausgelöst hat)
Jedenfalls klingt das alles sehr überdacht und vernünftig - dabei geht es ja um Gefühle (und die sind ja erstmal eigentlich nicht rational).
Dieses Vernünftige, was ich da wahrnehme - das passt auch zu diesem strengen Geschäfts-Mann, der da in Hemd und Krawatte im Becken liegt.
Das scheint eben dieser 'rationale' Teil von Dir zu sein, der - wie man hier unschwer erkennen kann - nicht einmal in der Lage ist, sich soweit zu 'öffnen', dass er in Badehose auftaucht. Nein, er liegt noch völlig 'zugeknöpft' sozusagen mit euch im emotionalen Wasser eurer Beziehung.
Vielleicht drückt das aus, wie Du eine gewisse Zeit mit der Beziehung zu ihr umgegangen bist: nur telefonischen Kontakt, eher gefühlsarm inhaltlich - geschäftlich (also etwas wozu ich 'verpflichtet' bin, was mir 'Arbeit' macht, aber nicht unbedingt aus dem Herzen heraus geschieht) - er ist ja dann im Traum verschwunden, weil ihn offensichtlich eure Nähe (zueinander!) gestört hat. Und wie Du sagst habt ihr euch ja auch wieder angenähert.

Davon scheint der letzte Teil des Traumes zu sprechen: Du bist nicht zur Ruhe gekommen (innerlich) - anscheinend - als Du nur diesen wenigen Pflicht-Kontakt mit Deiner Mutter hattest. Da ist plötzlich eine Art Unruhe in Dir entstanden, ob sie womöglich - aufgrund Deines Verhaltens - auch am Ende das Interesse an Dir verlieren wird. Das hat Dir Sorge bereitet und entsprechend ist der Kontakt wieder intensiver geworden.

Also letztlich scheinst Du in diesem Traum eine Art Reflektion zu vollziehen, wie eure Beziehung so ist.
Du schreibst es am Ende ja selbst auch - und ich vermute das ist auch so: jedes Kind (egal wie alt es ist) ist traurig und ein Stück weit verletzt, wenn die Mama weggeht. Da kann man noch so verständig, reif und was auch immer sein - wir sind Menschen und haben Gefühle. Der Verstand kann uns helfen diese zu ordnen u. uns auch helfen, uns vielleicht nicht völlig in Gefühlen zu verlieren. Dennoch haben wir sie und der Verstand kann nur in begrenztem Maße den Umfang unserer Gefühle und unserer Liebe zu jemanden nachvollziehen.
Ich glaube diese ganze Reife und Rationalität, die Du hast, ist ein Stück weit ein Schutzmechanismus, der Dich davon 'retten' soll, Dich in diesen gefährlichen Gefühlstaumeln zu verlieren. Vermutlich hast Du ja einiges davon mitbekommen, als Kind, wenn Du schreibst, dass es besser war, dass sich Deine Eltern dann endlich getrennt haben.
Ich glaube eher, dass das, was Du als Kind bewußt und unbewußt mitgekriegt hast - was zwischen Deinen Eltern so ablief - hat Dich ein Stück weit davor abgeschreckt, zuviel Wert auf Gefühle zu legen. Denn sie können ein unruhiges Gewässer sein, mit zahllosen undurchsichtigen Tiefen, in die man fallen kann. Daher wohl nun auch die 'Vorsicht' im Umgang mit Deiner Mutter - denn zuviel Nähe scheint für dich Gefahr zu bedeuten.

entsprechend vielleicht auch das gelbe Hemd des Geschäftsmannes (Deines rationalen Anteils): gelb hat viele Bedeutungen. Gemeinhin wird es mit Neid in Bezug gebracht (der Kopf, der auf das Herz-Gefühl neidisch ist?) - kann aber auch ein Signal sein für brennbare Materialien (verbrenn Dich nicht am Feuer der Liebe!) - aber auch die Farbe des Sonnengeflechts (eines der Chakren) - das wird zuviel zum hier Erläutern - ich schicke Dir mal einen Link dazu, ich glaube das passt ganz gut. :wink:

Soviel erstmal von meiner Seite,
viele Grüße Pica