Träume vom Vater

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Träume vom Vater

Beitragvon Eileenx3 » 19.11.2017, 17:31

Hallo,

ich habe immer wieder Träume von meinem Vater. In den Träumen diskutieren wir meistens oder haben Streit, sehr großen Streit (Aggressionen), der von meiner Seite auch oft mit Angst verbunden ist. Vor ein paar Monaten habe ich geträumt, dass ich mit meinem Vater in einem Raum war und er dann vor mir in Tränen ausgebrochen ist, als wäre er psychisch komplett am Ende. Heute Nacht hatte ich wieder einen Traum von ihm, dort hat er wieder geweint.
Immer wenn ich von ihm Träume, dann sind die Träume nur negativ, mit viel Angst und Aggressionen und Streit verbunden.

Warum träume ich so oft davon? Meine Eltern sind seit ich 3 Jahre alt bin getrennt und ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen.

Vielen Dank für eure Antworten :)
Eileenx3
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Re: Träume vom Vater

Beitragvon plush » 19.11.2017, 17:48

Hi Eileeen.

Vor allem stellvertritt das Symbol "mein Vater" eine Instanz Deiner eigenen Seele, wir können aber nicht ohne weiteres wissen, wodrin der Konflikt mit Deiner ICH-Instanz besteht. Hast Du in der äußeren Realität Schwierigkeiten mit dem leibhaftigen Vater? Machst Du ihm wegen irgendwas (ausgesprochen oder nicht) Vorwürfe? Oder er Dir?
In solchen Einzelheiten fände sich eine Spur, Deinen Traum besser zu deuten, als es die Annahme, "mein Vater" sei eine Instanz Deiner eigenen Seele und in ihr herrsche ein Konflikt, tut.
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Re: Träume vom Vater

Beitragvon Eileenx3 » 19.11.2017, 17:57

Ich habe nicht so ein super Verhältnis im richtigen Leben zu meinem Vater. Zwar ist Kontakt vorhanden, aber innerlich und gefühlsmäßig, da weiß ich nicht einmal, ob ich ihn lieb habe, so wie man seine Eltern doch eig lieben müsste. Er ist sehr kompliziert, sehr kopflastig, bei ihm habe ich immer das Gefühl aufpassen zu müssen, was ich sage, weil er mit dazu auch noch cholerisch ist und man manchmal selbst in dem Moment nicht einmal merkt, dass man gerade etwas Falsches gesagt hat. Er macht mir immer wieder Vorwürfe in den verschiedensten Sachen. Entweder redet er meine Mutter schlecht oder meine Schwester schlecht oder möchte über mein Geld bestimmen, dass ich mit 18 auf eigenen Beinen stand ohne jegliche Hilfe, das ist für ihn selbstverständlich und nichts worauf man stolz sein kann. Ich habe das Gefühl mich bei ihm als Mensch nicht entfalten zu können und bin manchmal froh, wenn ich von ihm nichts höre. Er neigt auch schnell dazu aggressiv zu werden und sich dabei hochzuschaukeln. In der Vergangenheit hat er meine Mutter geschlagen. Auch seine neue Frau hatte er geschlagen, das sogar vor den Augen meiner Schwester und mir. Das komplette Familienverhältnis isr gestört. Er hatte lange Zeit eine Führungsposition, wo er auch viel Geld verdient hat, meine Schwester und mich hat er damit aber nie unterstützt, da war es völlig normal dass ich einen Nebenjob hatte zusätzlich zu meiner Ausbildung oder meine Schwester hatte sogar 3 Jobs. In seiner Gegenwart fühl ich mich einfach nicht wohl und kann nicht entspannen.
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Re: Träume vom Vater

Beitragvon plush » 19.11.2017, 18:55

Das ist eine schöne, ausführliche Beschreibung, die mir einiges besser nachvollziehbar gestaltet; mal schauen, was wir noch klären können.

Ich habe das Gefühl mich bei ihm als Mensch nicht entfalten zu können und bin manchmal froh, wenn ich von ihm nichts höre.

Ersteres ist voll verständlich (nach dem, wie Du ihn beschrieben hast). Das letztere bedeutet, dass der Kontakt, wenn, dann von seiner Seite ausgeht? Also das er bei Dir anruft und fragt, ob Du ihn besuchen willst?

Heute Nacht hatte ich wieder einen Traum von ihm, dort hat er wieder geweint.
Immer wenn ich von ihm Träume, dann sind die Träume nur negativ, mit viel Angst und Aggressionen und Streit verbunden.

Wie war diese Situation? Du bei ihm auf Besuch, oder umgekehrt er bei Dir?
Auch wichtig: Kennst Du es aus der Realität, dass er psychisch komplett am Ende wäre?

In Bezug auf den Traum: Was würdest Du vermuten, könnte sein Problem sein? Eine Anklage von Dir, was für ein schlechter, sogar körperlich bedrohlicher Vater er ist - somit vielleicht eine Sache, die Du ihm gegenüber in der Realität nicht auszusprechen wagst?
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Re: Träume vom Vater

Beitragvon Almuth » 20.11.2017, 09:04

Hallo Eileen,
so wie du dein Verhältnis zu deinem Vater und weiter seine Person beschreibst, hast du den Traum doch schon weitgehend selbst erklärt.
Dass er aber weint im Traum, wird dir eine unerwartete Seite von ihm zeigen.

So sehr alle Betroffenen - beide Ehefrauen und du – leiden, so sehr leidet auch er. Und zwar in der Realität.

Alle cholerischen, gewalttätigen Männer wissen sehr wohl, dass sie ein Problem haben mit sich selbst und nicht etwa mit all den anderen Menschen. Laut sprechen sie Frau und Kinder schuldig, tatsächlich aber ist ihnen bewusst, dass die unkontrollierten Ausbrüche ihr Defizit sind. Das sie aber nicht kontrollieren, nicht ändern können.
Die aggressiven Männer (und Frauen) bemühen sich durchaus, mit sich selbst klar zu kommen. Sie nehmen sich vor, nicht mehr so… und nicht mehr dies… und so weiter. Aber das schaffen sie nicht.
Und jedes Mal, wenn sie wieder die Frau verprügelt haben, verzweifeln sie tiefer an sich selbst. Das ist ihr dauerndes Dilemma. Versprechen, es nie wieder zu machen und schlagen doch wieder zu bei der kleinsten Gelegenheit. Und so geht es mit ihrem Selbstwert noch tiefer…

Und das, Eileen, hast du klar gesehen im Traum.
Eigentlich brauchen diese Männer Hilfe. Was sie aber bestreiten, was sie noch wütender macht.

Was könnte dir helfen, ein erträgliches Verhältnis zu schaffen?
Er wird auch etwas haben, was du gut findest, vielleicht beruflich. Sag ihm das ohne Pathos mal bei Gelegenheit. Dass er in dieser Hinsicht durchaus so ist, wie du es selbst auch sein möchtest.
Und dann nie mehr Anklage, keinen Schuldspruch, keine Vorwürfe. Weiter keine Angst oder Unsicherheit ihm gegenüber, auch wenn du dir da erstmal Mühe geben musst.
Rede ihm nicht nach dem Mund, um ihn friedlich zu stimmen, er merkt die Lüge, die dahinter steckt. Weiche einer Meinungsverschiedenheit nicht aus, lass ihn stehen, wenn er tobt deswegen.
Zeig klare Kante ihm gegenüber. Du hast deinen Selbstwert, er seinen. Das kannst du ihm so sagen.

Als Außenstehende kann ich da gut reden, ich weiß. Aber betone deinen Selbstwert und gestehe ihm ausdrücklich seinen zu. Das ist alles, was es braucht. Auch wenn da nicht sofort Wunder geschehen.
Herzliche Grüße Almuth
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Re: Träume vom Vater

Beitragvon AllRose » 20.11.2017, 11:51

Eileenx3 hat geschrieben:Hallo,

ich habe immer wieder Träume von meinem Vater. In den Träumen diskutieren wir meistens oder haben Streit, sehr großen Streit (Aggressionen), der von meiner Seite auch oft mit Angst verbunden ist. Vor ein paar Monaten habe ich geträumt, dass ich mit meinem Vater in einem Raum war und er dann vor mir in Tränen ausgebrochen ist, als wäre er psychisch komplett am Ende. Heute Nacht hatte ich wieder einen Traum von ihm, dort hat er wieder geweint.
Immer wenn ich von ihm Träume, dann sind die Träume nur negativ, mit viel Angst und Aggressionen und Streit verbunden.

Warum träume ich so oft davon? Meine Eltern sind seit ich 3 Jahre alt bin getrennt und ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen.

Vielen Dank für eure Antworten :)


Hallo Eileenx3

tief im Innern sehnst du dich nicht nur danach dich einfach an deinem Vater warm gekuschelt sicher in die Welt zu schauen und zu begreifen
du moechtest dass diese vielen Streits aufhoeren UND
sein Weinen verunsichert dich noch mehr
was nun?
is er immer der harte ungerechte strafende Vater ODER is er der Jammerlappen und heult wie´ne kleine Suse UND zwingt dich so ueber ihn stehen zu muessen
OBWOHL du seine kleine Tochter bist!!!
Sind denn alle Maenner so?!?!?!!
Musst du denn ueber alle Maenner stehen??!! auf sie runter schauen??!!
,,,

Was! eileenx3 ,,, sollst du denn nun wollen oder sollen oder was,,,
dann eben nicht
dann

welche Gedanken sind dir nun spontan gekommen?
https://allrose108.wixsite.com/evolution Fuehlend erkennend akzeptieren
transformiert unsere Welt

Wahr is wirkLICHSEIN im direktfuehlend beruehrenerkennendSEIN
Nur so fliess´d LebenSTROM
AllRose
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Re: Träume vom Vater

Beitragvon Eileenx3 » 22.11.2017, 18:09

Ersteres ist voll verständlich (nach dem, wie Du ihn beschrieben hast). Das letztere bedeutet, dass der Kontakt, wenn, dann von seiner Seite ausgeht? Also das er bei Dir anruft und fragt, ob Du ihn besuchen willst?


Also der Kontakt geht eher von seiner Seite aus. Er schickt mir immer wieder Bildchen oder Videos aus Whatsapp, auf die ich aber nicht oft reagiere und mich auch genervt fühle. So direkt fragt er mich eig nie, ob ich ihn besuchen komme, er "umschreibt" das eher immer, wie z.B "wenn du nichts vor hast kannst du am Wochenende kommen" oder "ich koche jetzt, kannst auch mitessen, wenn du willst"

Wie war diese Situation? Du bei ihm auf Besuch, oder umgekehrt er bei Dir?
Auch wichtig: Kennst Du es aus der Realität, dass er psychisch komplett am Ende wäre?


In meinem Traum erinnere ich mich nicht an den Ort, dieser stand da auch nicht im Fokus. Ich erinnere mich auch nicht was er gesagt hat, es ist viel mehr so ein zusammenbrechen und heulen, wie als würde er mich bombardieren mit Dingen, mit denen er unzufrieden ist und ein seelisches Wrack ist.
In der Realität habe ich ihn noch nie erlebt, dass er psychisch am Ende ist. Ich kanns mir zwar denken, aber er ist eher der passive Mensch, kalt, innerlich kaputt. Derzeit weiß ich, dass er seine Führungsposition aufgegeben hat, da er Probleme bei der Arbeit hatte und psychisch auch nicht dazu im Stande ist. Aber gefühlsmäßig merkt man das nicht wirklich. Letzt hat er mich seinen Brief vom Psychater lesen lassen, da stand drin, dass er sogar suizidgefährdet ist teilweise. Da frag ich mich auch, warum will er, dass ich das lese? Eine Art Hilfeschrei? Ich selbst kann doch aber nichts ändern.

In Bezug auf den Traum: Was würdest Du vermuten, könnte sein Problem sein? Eine Anklage von Dir, was für ein schlechter, sogar körperlich bedrohlicher Vater er ist - somit vielleicht eine Sache, die Du ihm gegenüber in der Realität nicht auszusprechen wagst?


Er verscherzt es sich mit allen mit seiner Art. Meine Schwester hat gar keinen Kontakt zu ihm, selbst mit seiner Mutter hat er keinen Kontakt mehr, ihr ist er letztens handgreiflich geworden. Mit seinen Geschwistern ist er verstritten. Von seiner Frau hat er sich jetzt nach knapp 20 Jahren Ehe getrennt, wobei die Ehe von Anfang an nie funktioniert hat. Die Frau ist jetzt mit seinem 2 weiteren Kinder in eine Wohnung gezogen etc. Mit mir streitet er sich ständig, wenn ich mal bei ihm bin und das ist mir einfach zu stressig. Ich muss sagen, ich hatte aber auch nie das Gefühl ihn zu brauchen im Leben. Warum träum ich dann ständig von ihm?
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Re: Träume vom Vater

Beitragvon plush » 22.11.2017, 19:56

Das ist natürlich die große Frage, aber vielleicht lässt sich dafür aus Deinen Freien Assoziationen eine Antwort finden. Zunächst hat Deine Seele - glaube ich - die Absicht, Dir ganz bewusst zu machen, dass Dein vom Vater symbolisiertes "Gewissen" große psychische Probleme hat und den Versuch unternimmt, Dein Ich regelrecht zu erpressen (mit Androhung eines Suizids), damit Du ihm "Aufmerksamkeit" gibst. Das ist etwas grundsätzlich anderes, als eine ebenso sachlich wie emphatisch durchgeführte Psychotherapie. Letztere verschafft eine Diagnose und somit die Voraussetzung für die Heilung, ersteres würde nur auf ewiges Jammern und Klagen hinauslaufen, weil während dessen die ehrliche Selbsterkenntnis gemieden wird.

Jetzt ist die Frage, warum Du - wie Du sagst - überhaupt ständig von Deinem symbolischen Vater träumst, obwohl Dein Ich eigentlich vollbewusst darüber ist, dass der Kontakt zu ihm überhaupt keinen Nutzen für Dich hat, auch nicht für ihn? Meiner Meinung nach wäre folgendes denkbar: Unbewusst hegst Du doch irgendwie die Erwartung oder Hoffnung (vielleicht eine Art Sehnsucht?), dass der Vater (Dein eigenes Gewissen) Dich zu lieben vermag, etwas Gutes für Dich hat, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten, geschweige denn, Dich subtil zu erpressen. Mindestens deckt der Traum das Erpresserische am Verhalten Deines Vaters auf...

Jene hypothetische Sehnsucht wiederum wäre wenn, dann ein Relikt aus der frühen Kindheit, dass Dich wider alles bessere Wissen (jetzt als erwachsene junge Frau) sowohl dazu verführt, den realen Vater doch ab und an zu besuchen (vielleicht, weil er Dich wie die böse Hexe im Hänsel und Gretel mittels lecker gekochten Essens als Anbeissköder verlockt, sein Häuschen zu betreten?), als auch dazu veranlasst, die Beziehung im Traum zu 'pflegen'.

Was denkst Du, Eileen, ist an diesen Erwägungen etwas dran? Was wären Deine Einwände oder sonst Fragen? Vielleicht auch Einfälle, die meinen Deutungsversuch ergänzen?
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