Bedrohliche Verfolgung - dann eine merkwürdige Wende

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Bedrohliche Verfolgung - dann eine merkwürdige Wende

Beitragvon KeksMonster » 28.09.2017, 13:38

Hallo,
Mich (19, W, lebe bei meinem geschiedenen Vater) beschäftigt ein (Alp-)traum, der mich heute morgen zwischen eins und drei heimsuchte.

Vorab, gestern (also vor dem Traum) habe ich nichts besonderes getan, und hauptsächlich vor dem PC gesessen und gezeichnet. Morgens und Abends habe ich jeweils zwei Stunden bei meinem Pferd verbracht.
Es ist auch nicht so, als hätte ich momentan größere Probleme. Im Gegenteil, ich habe massig Zeit dank Semesterferien, und bin nur wenig aufgeregt vor dem dritten Semester - daher wundert es mich noch mehr etwas so verdreht "schlimmes" zu träumen.

Nun also zu diesem doch etwas komischen Traum.
Er begann damit, dass ich aus einem mir vorerst unbekannten Grund mein Auto (sehr detailgetreu... Sogar mein Aufkleber war drauf) an einer halbdunklen Straße auf dem Seitenstreifen abgestellt habe. Ich weiß nicht, woher ich kam oder wo ich hin wollte, aber als ich in das Zwielicht ausstieg, war die Straße noch halbwegs besiedelt. Die Stadt / der Ort, sowie die Straße waren mir gänzlich unbekannt. Nachdem ich ausgestiegen war, offenbar nun auf dem Weg meine Mutter zu besuchen (zumindest dachte ich in dem Moment daran), fiel mir schnell ein grauhaariger Mann auf, der mir verdächtig unauffällig folgte. Egal welchen Haken ich schlug, er tat das selbe, und tauchte wieder hinter mir auf. Sogar als ich die Richtung wechselte. In dem Moment überfiel mich eine unendliche Panik - ich bin los gerannt und kam irgendwie in eine Bibliothek. Dort wies ich einen Angestellten im vorbeirennen an, meine Anwesenheit zu verschweigen. Ich kauerte mich hinter eines der Regale, und beobachtete, wie der Mann ebenfalls die Bibliothek betrat. Der Angestellte tat zum Glück, um was ich ihn gebeten hatte, und hinderte den Mann außerdem daran, weiter in den Bereich der Regale zu treten. Er schien auch die Polizei informiert zu haben, denn plötzlich zog der Mann sich zurück und floh, bevor kurz darauf Zivile Polizisten ankamen.
Ich war völlig verängstigt, und als ich den Beamten alles erzählt hatte, sagten sie mir sie kennen den Mann, und, dass er womöglich sogar darauf aus und in der Lage war, mich zu töten.
Ich wollte unbedingt zu meiner Mutter... Also bot ein Polizist an, mich zu ihr zu bringen. Inzwischen war es draußen Stockdunkel, und der Weg war nur von ein paar Straßenlaternen spärlich beleuchtet. Ich folgte dem Mann dicht an seiner Seite, während er sich angespannt ständig umgesehen hat.

Irgendwie bin ich dann bei meiner Mutter angekommen, welche mich völlig panisch umarmte, und sich, nachdem ich ihr alles erläutert hatte, umso mehr Sorgen machte. Der Zivile wies uns an, alles zu verrammeln, und auf keinen Fall irgendjemanden hinein zu lassen. Wir taten genau dies. Dennoch hatte ich große Angst, und kauerte mich im Wohnzimmer zusammen (Nicht das Wohnzimmer meiner Mutter... Ein mir Fremdes, welches aber ihres zu sein schien.) Kurz darauf klopfte es an der Tür... Meine Mutter weigerte sich dorthin zu gehen, und wollte um keinen Preis die Tür öffnen. Trotzdem fand der grauhaarige Mann, der mich verfolgt hatte einen Weg, und stand plötzlich im Flur, als gäbe es keine Tür. Er hatte seine Gestalt gewechselt, war nun schwarzhaarig und ein wenig pummelig. Er näherte sich mir langsam, und ich konnte mich vor Angst nicht mehr bewegen.

... Dann fiel er mir plötzlich in die Arme, und so sehr ich mich wehrte, er umarmte mich trotzdem, und tat so als kenne er mich schon ewig! Er hatte eine Schürze dabei, und wollte einen Kuchen machen. Meine Mutter und ich waren weiterhin starr vor Schreck und wussten nicht was der Typ von uns wollte! Irgendwas in mir schrie mich an, dass er wohl mehrere Persönlichkeiten hat, oder Schizophren ist. Er wandte sich ab, um in die Küche zu gehen...

- Dann bin ich aufgewacht.
Klatschnass geschwitzt, mit rasendem Herzschlag und höchst erleichtert eine Sekunde später...
Der Gesamte Traum war im Nachhinein betrachtet quasi ein Stummfilm, und hatte keine Geräusche an die ich mich erinnern könnte.
Ich kenne die Angst verfolgt zu werden, aber ausgerechnet im Moment ist sie sehr wenig präsent, und ich bin eigentlich auf dem besten Weg deutlich entspannter zu leben.
Auch deshalb kann ich mir den Traum nicht erklären. Ich habe selten Alpträume, aber dieser hier war sehr, sehr unangenehm.

Weiß da jemand Rat?

LG
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Re: Bedrohliche Verfolgung - dann eine merkwürdige Wende

Beitragvon Trigital » 29.09.2017, 00:58

Hallo KM.,
schwieriger Fall. Mal sehen:
Ich denke der Mann steht für Lebenserfahrung. Und dieser Erfahrung nach scheinst du etwas sehr Wertvolles, Begehrenswertes zu sein. Denn schliesslich tötet er für gewöhnlich Menschen. Bei dir scheint er ne Ausnahme machen zu wollen. Dennoch ist die Situation mit ihm sehr geladen. Was er glaube ich an dir mag ist, wie du Entscheidungen triffst. Dabei herrscht in deinem hier relevanten Inneren Dunkelheit. Man könne sagen er bewundert dich. Und dass macht dir Angst. Weil du es nicht verstehen kannst... diwe Zusammenhänge nicht begreifen kannst. Als gäbe es zwischen dir und ihm eine Lücke... ein schwarzes Loch, dass dir ne Menge Angst ein flöst. Ich könnte mir vorstellen, dass es helfen müsste, wenn du versuchst in deinem Leben weise zu sein. Dann wird die Lücke vielleicht etwas kleiner?
Außerdem bist du mit der Stidienwahl sehr zufrieden?
Aber mir erscheint gleichzeitig ein Schwierigkeit im Umgang mit Problemen. Es scheint mir ein Defizit im Können im Umgang mit Problemen
Zu Wissen ist ein Moment.
Unwissenheit der Zustand vom restlichen Teil des Lebens.
Das Schöne daran gut geschlafen zu haben ist, daß der Tag gut war, bevor er angefangen hat.
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Re: Bedrohliche Verfolgung - dann eine merkwürdige Wende

Beitragvon Trigital » 29.09.2017, 01:03

zu geben. Deshalb haben sich auch deine Eltern getrennt? Weil sie nicht mit Problemen umgehen können und es meist in einem Konflikt endete?
Vielleicht hilft es auch, wenn du darin besser wirst? Aber dazu brauchst du ne Beziehung die du nicht hast?
lg
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Re: Bedrohliche Verfolgung - dann eine merkwürdige Wende

Beitragvon plush » 01.10.2017, 21:01

Hallo Mo!

Träume stellen Botschaften des Unbewussten dar, die über Deine innere Situation berichten, die ihrer symbolischen Sprache wegen ausgelegt werden müssen. Dafür versetze Dich bitte nochmal in die Handlung Deines Traumes und suche eine Überschrift, die zu seiner Dramaturgie gefühlsmäßig passt. Am besten wäre eine poetische, so wie die Dichter mit ihren Werken machen. Kannst Du Unterkapitel entdecken? Gegebenen Falls setze ihnen eigene Überschriften auf...

Im nächsten Schritt geht es um die einzelnen Symbole Deines Traumes:

Von Personen, die Du kennst, erstelle bitte Charakterportraits, die ihre Vorzüge und negativen Seiten beleuchten, so dass man sich eine Vorstellung von ihnen machen kann. Unbekannte Personen skizziere ihrem Alter und Aussehen nach, Größe, Haarfarbe, Gesichtsausdruck, Haltung usw. Überlege auch, an wen, oder an was für ein Ereignis sie Dich erinnern könnten.

Für die nicht-personalen Symbole gilt, dass Du bei jedem für sich beschreiben sollst, wie es funktioniert, was es tut, woher es stammt (entsteht oder hergestellt wird) und wozu es sich selbst oder seinem Nutzer dient. Ob Deine Einfälle wissenschaftlich richtig sind oder nicht, ist unwichtig. Auf keinen Fall schaue in einem Lexikon nach.

Ein Beispiel, um Dir das „Freie Assoziieren“ besser nachvollziehbar zu machen:

Ein Junge träumte, er wurde von einem Arzt untersucht; der stellt fest: ein Organ liegt schief und soll operiert werden. Darnach schickt er ihn ein Stockwerk höher, um von drei anderen Ärzten seine Nase untersuchen zu lassen; sie entdecken Polypen, die sollen vorher operiert werden.

Dieser Traum hat 5 Symbole, die der Junge beschrieb wie folgt:

Ärzte: Sie haben Gesundheitsmodelle, die erlauben, Krankheiten zu erkennen.
.......................Gesundheit: Naturzustand

Organ: Körperbestandteil, das man braucht zum leben.
..........Körper: Ein Teil der Seele, die auch einen Geist hat.
......... Geist: Der Seelenteil, der gesundes und krankes unterscheidet.

operieren: Eingriffe machen, die die Heilung fördern.

Nase: zum Luft holen und Riechen
.............Luft: ein lebensnotwendiger Stoff.
.............Riechen: Qualität der Nahrung prüfen.

Polypen: Verstopfen die Nase.

Wie Du siehst, beim Beschreiben der ursprünglichen 5 Symbole tauchen neue auf, die auch definiert und beschrieben werden sollen. Je mehr "Freie Assoziationen", um so besser.. Seinem Traum gab der Junge die Überschrift "Unangenehme Überraschung".

Ich freue mich auf Deine Vorbereitungen!
Herzlichst, Dein Plus
plush
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